Die neue Saison kann kommen: Davide Ros in seinem Eiscafé in Göppingen. Foto: Greta Schmid​

Sommer, Sonne, Eiscreme! Die Eismacher in Göppingen überlegen sich bereits, welche Sorten sie in der kommenden Saison anbieten.​ Wie ausgefallen darf es werden?

Die Tage werden länger, die Temperaturen wärmer und bei Sonnenschein schlecken schon die ersten Leute an Eiswaffeln. Auch in der Göppinger Fußgängerzone ist es wieder soweit. Die Eissaison ist aber gerade erst am Anlaufen, im Sommer wird das Geschäft boomen. Dann auch mit etwas ausgefalleneren Eissorten.​

 

Beim Eiscafé Pierot, das seit dem vergangenen Jahr einen neuen Besitzer hat, ist die Auslage im Moment erst zur Hälfte gefüllt. Hier locken noch etwas winterliche Sorten wie Spekulatius die Kunden. Neben den Klassikern Schokolade, Vanille, Erdbeere und Stracciatella gibt es auch Sorten wie Panna Cotta. „Wir wollen ausgeflipptes Eis machen“, erklärt dazu Laura Prendes, die das Eiscafé leitet. Panna Cotta gehöre dazu, aber auch das Spekulatius-Eis. Wenn es nach ihr ginge, könnte man noch viel ausgeflipptere Sorten anbieten. „Wir sprechen gerade über ein Aperol-Eis oder Pfefferminz-Eis“, lässt Prendes durchblicken.

Sicheres Händchen für den Geschmack der Kunden

Das neue Pierot werde aber als Familienbetrieb geführt, deshalb liege die Entscheidung nicht nur bei ihr, sagt Prendes. „Uns ist natürliches Eis, ohne künstliche Farb- und Aromastoffe, sehr wichtig“, erklärt sie. Für die kommende Saison sei entscheidend zu schauen, was man anbieten könnte, was die Kunden gerne wollen. Verfehlt habe sie den Geschmack der Kunden bislang nie. Auf eins könnte man sich aber verlassen: „Es gibt auch in diesem Sommer wieder unser Weiße-Minze-Eis“, danach würden die Kunden bereits fragen, sagt die Inhaberin. Eine Kugel Eis kostet beim Eiscafé Pierot zwei Euro, Premiumsorten wie Pistazie bringen es auch auf 2,50 Euro die Kugel, erklärt Laura Prendes.​

Im Eiscafé Ros in der Hauptstraße hingegen ist der Trend diesen Sommer ein anderer: „Wir haben vor, diesen Sommer viele Retro-Sorten wieder zu bringen“, erklärt Davide Ros, Inhaber und Eismacher im gleichnamigen Eiscafé. Man brauche nicht jede Saison etwas Neues, es gab in der Vergangenheit viele tolle Eissorten, die man wieder aufnehmen könnte, findet der Eismacher. Ein persönlicher Wunsch von ihm sei dabei das Saure-Sahne-Eis aus den 80er und 90er Jahren. „Das war toll, säuerlich sahnig und echt lecker“, schwärmt Ros. Auch dürften sich die Eishungrigen auf ein Revival der Sorten Lemon Cookies oder Lavendel freuen. Ros baut zusätzlich auf eine große Auswahl an veganen oder zuckerreduzierten Sorten. „Bei uns ist nicht nur Sorbet vegan, wir machen auch Sorten wie Cookies in vegan“, erklärt Ros.

Ros folgt seinem eigenen Kopf

Auf sonstige Trends springe er nicht auf. Vom aktuellen Fitness-Protein-Trend halte er nicht viel. „Eis hat schon von Natur aus viel Protein, das ist schon sportlich genug“, scherzt er. Auch Matcha wird es in seiner Auslage nicht geben. Das hätte er bereits vor vier Jahren gehabt und war nicht begeistert, erklärt der Eismacher. Generell folgt Ros seinem eigenen Kopf beim Entwickeln neuer Sorten. „Mit Eis kann man viel kreieren. Lieber gehe ich dabei nach meinem eigenen Kopf und nicht nach den Ideen anderer“, erklärt er. Und seine Ideen scheinen zu funktionieren. Im Sommer bringe er es auf sage und schreibe 48 Sorten in der Auslage. Natürlich seien auch die Klassiker vertreten, aber fast die halbe Auslage bestehe dann laut Ros aus veganen Eissorten. Aber egal ob vegan oder nicht, Ros legt Wert auf beste Zutaten. „Wir verwenden beispielsweise auch echte Kinder Riegel im entsprechenden Eis.“ Deshalb belaufe sich der Preis für die Premiumsorten auf 2,50 Euro, die reguläre Kugel kostet 2 Euro.

Auf Zitrone-Basilikum-Eis ist man besonders stolz

Auch im Eiscafé Matiné in der Langen Straße in Göppingen legt man großen Wert auf gute Zutaten und Qualität, erklärt der Besitzer Michele Prencipe. „Wir sind ein traditionelles Eiscafé, wir versuchen aber trotzdem, nach dem Trend zu gehen“, erklärt Prencipe. Was einem als Eismacher selbst schmecke, könne bei den Kunden schlecht ankommen und umgekehrt. Seinen festen Plan für den kommenden Sommer verrate er noch nicht. „Ich hole mir noch ein wenig Inspiration auf Messen“, erklärt Prencipe. Auch in seiner Auslage findet man veganes oder zuckerreduziertes Eis. Danach würden die Leute auch fragen, sagt Prencipe. Alle seine Sorten seien Natur-Eis, also ohne Farb- oder Geschmacksstoffe. Auf eine Sorte ist er aber ganz besonders stolz: „Unser Zitrone-Basilikum-Eis. Das haben wir erfunden und bisher habe ich das nur bei uns gesehen“, erklärt der Inhaber stolz.

Eis müsse nicht immer nur süß sein, findet Prencipe. Für seine Eiskreationen verwende er beispielsweise Basilikum oder Pistazien aus Sizilien. Die klassischen Sorten gebe es bereits in seiner Auslage, das einzigartige Zitronen-Basilikum-Eis sei ein Muss im Sommer, erklärt Prencipe. Für sein Eis zahlt man ebenfalls zwei Euro pro Kugel. Nur die Sorte Pistazie ist mit 2,50 Euro ein wenig teurer.​

Veganes Eis ist mehr als nur Sorbet

Herstellung
 Veganes Eis muss nicht immer Fruchtsorbet sein, wie Davide Ros erklärt. „Beim veganen Eis gibt es drei Möglichkeiten: Sorbet, Eis auf Basis von Reismehl oder Eis aus Milchalternativen“, sagt der Eismacher.

Unverträglichkeiten
Mit den alternativen Zutaten seien auch klassische Sorten vegan möglich. Beim Eiscafé Ros werden auch vegane Kekse verwendet. Deshalb seien die veganen Sorten auch für Menschen mit Laktoseintoleranz oder Zöliakie, also Gluten-Unverträglichkeit, eine Option.