Der Eingang des Gerber an der Ecke Sophien- und Marienstraße. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Das Einkaufszentrum Gerber wird umgebaut – von innen und von außen. Neue Mieter ziehen ein. Die Fassaden an Tübinger und Marienstraße sowie das Management werden verändert.

Stuttgart - Zwar feiert das Gerber im September erst seinen dritten Geburtstag. Doch das Einkaufszentrum kann bereits auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Nach Informationen unserer Zeitung wird es zum wiederholten Mal Änderungen beim Management des Centers geben.

Vom 1. Oktober an übernimmt die Direct Retail Management GmbH im Gerber. Die bisherige Betreibergesellschaft IPH Centermanagement wird künftig im Hintergrund tätig sein. Die Person des Centermanagers bleibt jedoch unverändert – Kemal Düzel wird weiterhin für die Geschicke des Centers verantwortlich sein. Düzel wird fortan jedoch mehrere Mitstreiter an seiner Seite haben. Im Bereich Vermietung wird er von Michael Haslinger von der Direct Retail Management GmbH unterstützt. Janine Wolter wird als Head of Retail (zu Deutsch: Handelschefin) die 86 Mieter im Tagesgeschäft unterstützen – etwa bei Personalfindung und -schulung.

Fassade wird aufgebrochen

Die Umbauten betreffen die bislang geschlossenen Fassaden des Gebäudes. Gemeinderat und Stadtplaner hatten bereits eine stärkere Öffnung des Centers in den ­öffentlichen Raum hinein gefordert. Dieser Forderung scheint man nun zumindest in Teilen nachzukommen. Zusätzlich zu den bestehenden Eingängen wird es weitere Öffnungen entlang der Marienstraße sowie an der Tübinger Straße geben.

Hinter einem dieser Umbauten steht eine kürzlich geschlossene Fusion im Stuttgarter Einzelhandel. Der tschechische Online-Kosmetikhändler Notino zieht ins Gerber ein und wird einen eigenen Eingang an der Marienstraße bekommen. Der europaweit größte Online-Anbieter für Schönheitspflege hatte vor Kurzem mit dem Stuttgarter Traditionsgeschäft Mußler fusioniert. Notino gilt als eines der am besten aufgestellten Internetunternehmen Europas, betreibt Online-Shops in 14 Ländern und zählt eine halbe Million Besucher pro Tag auf seinen Internetseiten. Für das laufende Jahr rechnen Branchenkenner mit einem Umsatz von 300 Millionen Euro. Mattias Mußler soll nun den stationären Ausbau von 50 Filialen in ganz Europa steuern. Der Internetriese wird das Stuttgarter Unternehmen im Gegenzug beim Online-Geschäft unterstützen. Erstes Ergebnis des stationären Ausbaus ist die Filiale im Gerber, die im Oktober eröffnen soll.

Neue Mieter im Gerber

Ein weiterer neuer Mieter ist nach Informationen unserer Zeitung das skandinavische Label Sostrene Grene. Es handelt sich dabei um einen Laden für Design- und Einrichtungsprodukte. Die Eröffnung ist für den Herbst geplant. Zudem zieht im ­September der Funktionsjackenspezialist Wellensteyn auf rund 80 Quadratmetern als Pop-up-Konzept, also als eine Art Zwischennutzer, ins Gerber ein. Veränderungen wird es zudem bei der Gastronomie geben. Am Eingang an der Ecke Tübinger Straße und Sophienstraße wird eine kleinere Handelsfläche zu einem Lokal umgebaut.

Bereits kurz nach seiner Eröffnung hatte das Einkaufszentrum an der Paulinenbrücke Probleme mit geringen Kundenfrequenzen und Leerständen. Daraufhin wurden Führungsebene sowie PR-Berater nach rund einem Jahr komplett ausgetauscht. Seither wird das Gerber als Stadtkaufhaus vermarktet. Der Eigentümer der Immobilie, die Württembergische Lebensversicherung, hält indes an ihrem Projekt fest. Die Zahlen scheinen den eingeschlagenen Kurs zu bestätigen. Besucher- und Umsatzzahlen steigen kontinuierlich an. Nach Angaben der Betreiber wurde ein Plus von rund acht Prozent im ersten Halbjahr 2017 gegenüber dem Vergleichszeitraum in 2016 verzeichnet.

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