Das Breuningerland in Ludwigsburg könnte doch noch erweitert werden. Foto: Werner Kuhnle

Der Betreiber ECE und das Unternehmen wollen das Einkaufszentrum an der A 81 erweitern. Nach fünf Jahren Stillstand sollen die Gespräche wieder aufgenommen werden.

Ludwigsburg - Seit fünf Jahren versuchen die Breuninger GmbH und die Hamburger Betreiberfirma ECE, das Einkaufszentrum in Ludwigsburg zu erweitern. Wie beim Breuningerland in Sindelfingen wollen sie gut 10 000 Quadratmeter Verkaufsfläche hinzufügen, um mit den großen Wettbewerbern in der Region mithalten zu können. Nun könnte zumindest für Ludwigsburg eine kleine Erweiterung in Sichtweite kommen, während in Sindelfingen der Streit darüber inzwischen in zweiter Instanz vor Gericht ausgetragen wird (siehe Infokasten).

5000 oder 10 000 Quadratmeter?

Dass für den Ludwigsburger Konsumtempel, in dem auf 36 000 Quadratmetern jeden Tag mehr als 19 000 Menschen einkaufen, wieder Bewegung in die festgefahrene Debatte kommt, hängt auch mit der Neueröffnung des Marstall-Centers im Oktober 2015 zusammen. Denn das in die Jahre gekommene Einkaufszentrum mitten in der barocken Innenstadt wird ebenfalls von ECE betrieben und wurde für 100 Millionen Euro modernisiert. Es gilt als ein Glanzpunkt der Stadtentwicklung.

Schon im Jahr 2014 hat der OB Werner Spec angedeutet, dass man im Gegenzug für das Engagement in der Innenstadt wieder über einen Ausbau des Centers im Tammerfeld nachdenken könne, damals war von 4500 bis 5000 Quadratmetern Zusatzfläche die Rede. Das haben sich die Verantwortlichen der Unternehmen offenbar jetzt auch als Mindestziel gesetzt, um ein Scheitern wie 2011 oder aktuell in Sindelfingen zu vermeiden.

Zwar bestreitet der ECE-Sprecher Christian Stamerjohanns, dass es ein Junktim zwischen dem Marstall-Center und einer Breuninger-Erweiterung gebe. Eine offizielle Vereinbarung auf Papier sei dazu nicht getroffen worden. Dennoch soll nun konkret über eine Aufstockung des Centers mit 1800 Mitarbeitern an der Autobahn gesprochen werden, das seit dem Jahr 1998 von ECE betrieben wird.

Ein erster Gesprächstermin vor der Sommerpause hat sich zerschlagen, doch in Kürze wollen sich die Stadt, Breuninger und ECE wieder an einen Tisch setzen. Überlegt wird dabei wohl auch, Teile des Parkdecks in Verkaufsflächen umzuwandeln. Offiziell gibt es wenig Auskünfte zu den Verhandlungen. „Es finden laufend Gespräche statt“, erklärt der Breuninger-Sprecher Christian Witt. Und bei der Stadtverwaltung sagt Peter Spear: „Die Stadt hat signalisiert, die Firma Breuninger im Rahmen des rechtlich Möglichen bei einer maßvollen Erweiterung zu unterstützen.“

Noch viele Hindernisse sind zu bewältigen

Noch gibt es eine Reihe von Hindernissen. Etwa eine so genannte „Veränderungssperre“, diese hatte die Stadt 2011 erlassen. Sie verhindert die Erweiterung und müsste vom Gemeinderat wieder aufgehoben werden. Auch hat sich der Regionalverband im vergangenen Jahr kritisch geäußert – der Regionalplan lässt an der Stelle keine zusätzlichen Verkaufsflächen mit so genannten „zentrenrelevantem Sortiment“ wie Kleidung, Schmuck oder Unterhaltungselektronik zu. Genau das Portfolio von Breuninger also. Auch der Innenstadtverein Luis hat Bedenken.

Gebaut wird übrigens schon an anderer Stelle: Breuninger erreichtet derzeit im interkommunalen Gewerbegebiet Eichwald südlich von Sachsenheim ein neues Warenzentrum. Die Bauarbeiten laufen bereits, auf 52 000 Quadratmetern soll dort die Logistik der bisherigen Standorte Pleidelsheim, Leinfelden-Echterdingen und Sindelfingen konzentriert werden.

Mitte des Jahres 2018 soll Eröffnung sein, 500 Mitarbeiter könnten dann dort einen Job erhalten. Für die Erweiterung des Gewerbeparks, in dem auch Porsche angesiedelt ist, muss das Gelände des Hundesportvereins mit dem traditionsreichen Windhundrennen weichen.

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