Was sagen Geschäftsinhaber aus Fellbach und Winnenden zum Weihnachtsgeschäft? Bei der Dubai-Schokolade nimmt der Hype ab.
Bei diesem Weihnachtsbaum muss sich keiner Gedanken um einen aufwendigen Transport machen. Der kleine rosafarbene Hingucker thront oben auf dem Tisch im „Lieblingsstück“ im Fellbacher Oberdorf in der Hinteren Straße 32. Den kleinen Laden führt Meike Briando bereits fünf Jahre, sie hat damals mitten in der Coronazeit den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt.
„Lieblingsstück bedeutet, sich mit genau den Dingen zu umgeben, die zu Hause Spaß machen. Uns ist es wichtig, Lebensfreude zu vermitteln mit Inneneinrichtung, Wohnaccessoires, Geschenken, die man am liebsten selbst behalten würde“, so beschreibt Meike Braindo ihr Sortiment, das sich aus Fashion und Dekoideen zusammensetzt. Während der Adventstage hat sie wie bereits in vergangenen Jahren ihre Öffnungszeiten ausgeweitet.
Adventssamstage: Nachfrage nach Winteraccessoires steigt
An den Adventssamstagen ist jeweils von 10 bis 16 Uhr offen, am Montag, 22. Dezember, zusätzlich von 10 bis 13.30 Uhr und von 14.30 bis 18.30 Uhr. An Heiligabend von 10 bis 13 Uhr. Bisher laufe das Weihnachtsgeschäft noch relativ ruhig. Vor allem Schals, Mützen und Handschuhe seien in diesem Jahr gefragt. Und erfahrungsgemäß werde es Richtung Weihnachten lebendiger.
„Wir spüren eine Belebung des Weihnachtsgeschäfts“, sagt die Geschäftsführerin des Haushaltswarengeschäfts, Susanne Zerweck-Locher. Das Traditionsgeschäft in der Cannstatter Straße 6 ist in einem markanten Fachwerkhaus im Fellbacher Rathaus-Carrée auf rund 350 Quadratmetern Verkaufsfläche ansässig. An allen Adventssamstagen ist bis 16 Uhr geöffnet, und es werden verschiedene Aktionen geboten.
So gibt es am Samstag, 13. Dezember, eine Messerschleifer-Vorführung, bereits am Freitagvormittag wird eine leistungsstarke Küchenmaschine aus Schweden vorgestellt, sagt Zerweck-Locher. Die Kunden kommen aus einem größeren Einzugsgebiet, so auch aus Stuttgart, Kernen, Waiblingen und dem Remstal, wie die Geschäftsführerin sagt. Besonders gefragt seien derzeit die Sonderaktionen für Tisch und Küche, aber auch die Themen Backen, Braten, Schmoren. Weihnachtsdekorationen, Lichterbäume und Backzubehör seien ebenso angesagt.
Zeljko Vukmirovic führt das Modegeschäft V-Store in der Fellbacher Bahnhofstraße 113 an. Seine bisherige Bilanz des Weihnachtsgeschäfts in dem Modehaus auf rund 150 Quadratmetern Fläche,mit Markenmode für Damen und Herren fällt nüchtern aus. Es sei bisher ein sehr schlechtes Weihnachtsgeschäft, auch die Frequenz in der Bahnhofstraße sei niedrig. Seine Vermutung ist, dass mehrere Faktoren zu der Kaufzurückhaltung führten. Auch die unsicheren Aussichten in der gesamten Wirtschaft spielten eine Rolle, dass die Menschen sparten. Auch von anderen Betrieben aus Bad Cannstatt höre er, dass das Weihnachtsgeschäft deutlich unter den Erwartungen bliebe.
Der Hype um die Dubai-Schokolade hat etwas nachgelassen
Auch der Handelsverband Baden-Württemberg vermeldete in einer Pressemitteilung, dass das Weihnachtsgeschäft am zweiten Adventswochenende verhalten geblieben sei. Eine aktuelle Umfrage unter knapp 200 Händlern habe gezeigt, dass sich die Zurückhaltung der Kundschaft weiter bemerkbar mache und viele Käufe offenbar auf spätere Zeitpunkte verschoben werden. Die Händler bewerteten den zweiten Adventssamstag bei der Kundenfrequenz mit einer Schulnote von 4,0 und beim Umsatz mit 4,1, während die Stimmung der Kunden mit 3,2 deutlich positiver ausgefallen sei.
Je nach Branche sieht die Lage unterschiedlich aus. Ulrike Mauer, die Inhaberin von Ulli’s Confiserie in Fellbach mit dem Hauptgeschäft in Winnenden, zeigt sich optimistisch und hat erst vor Kurzem ein neues Geschäft in Esslingen eröffnet. In Letzterem biete sie als neues Produkt „Esslinger Brückensteine“ an. Trotz gestiegener Rohstoffpreise mache sie keine Abstriche bei der Qualität, auch kleinere Schokoladentafeln seien für sie keine Option. „Eine 100 Gramm Tafel ist bei uns verlässlich eine 100 Gramm Tafel“, macht die Konditormeisterin und Chocolatière deutlich. Vor allem Pralinen aus der Theke seien der Favorit, aber auch personalisierte Schokolade. Der Hype um die Dubai-Schokolade habe etwas nachgelassen, sie sei aber nach wie vor gefragt.
Wie der Handelsverband mitteilt, verlagerten sich erfahrungsgemäß in vielen Branchen die entscheidenden Umsätze auf die letzten Tage vor Weihnachten – teils sogar auf die allerletzten. Entsprechend bleibe der Handel trotz verhaltenem Zwischenstand realistisch und zugleich zuversichtlich. Sabine Hagmann, Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg, betonte: „Wir wissen aus den vergangenen Jahren, dass viele Geschenke erst kurz vor dem Fest gekauft werden. Das Weihnachtsgeschäft ist damit noch längst nicht entschieden – die wichtigste Phase steht uns noch bevor.“