Einwohnerentwicklung auf den Fildern Wo wollen die Leute wohnen – und wo nicht?

Von Ralf Recklies 

Die Landeshauptstadt Stuttgart wächst weiter – in drei der sechs Filder-Stadtbezirke hat die Zahl der Einwohner in der Zeit zwischen 1. Januar und 30. Juni 2018 indes abgenommen.

Albplatz und Jahnstraße in Degerloch. Der Bezirk verliert Einwohner.Foto: Manfred Storck

Filder - Die Zahl der Einwohner in Stuttgart hat von Anfang Januar bis Ende Juni dieses Jahres weiter zugenommen. Dies gilt auch für die Filderbezirke Möhringen und Vaihingen. Das teilt das Statistische Amt der Landeshauptstadt mit. Danach waren 612 189 Personen Ende Juni als Einwohner der Stadt Stuttgart gemeldet, 524 mehr als zu Jahresbeginn. 25,5 Prozent (155 897) aller in Stuttgart lebenden Menschen haben keinen deutschen Pass. Das Geschlechterverhältnis indes ist nahezu gleich: 306 024 Einwohner teilten sich die Landeshauptstadt Ende Juni mit 306 165 Einwohnerinnen.

In Vaihingen dominieren die Männer

Wie sieht es auf den Fildern aus? Die beiden größten Filder-Stadtbezirke Möhringen und Vaihingen verzeichnen jeweils eine geringe Zunahme der Einwohnerzahl. Vaihingen als der größte der Filder-Stadtbezirke hatte Ende Juni 45 778 Einwohner und damit 39 mehr als Anfang Januar. Gibt es in Sillenbuch statistisch gesehen einen Frauenüberschuss, so dominieren in Vaihingen, natürlich nur, was die Zahlen angeht, die Männer: 23 538 männliche Einwohner waren dort Ende Juni gemeldet, gleichzeitig 22 240 weibliche. 36 320 Einwohner hatten Ende Juni den deutschen Pass (plus 37), 9458 hatten eine andere Nationalität (plus zwei).

Möhringen hat einen Frauenüberschuss

Das kleinere Möhringen zählte am 30. Juni 33 297 Einwohner und somit 63 mehr als noch am Anfang des Jahres. Die Zahl der Möhringer Einwohner mit deutschem Pass ist um 120 auf 25 836 gestiegen, während diejenige der Ausländer um 57 auf 7461 abgenommen hat. Dort stehen 16 322 männliche Einwohner 16 975 Einwohnerinnen gegenüber. Es gibt in Möhringen also einen leichten Frauenüberschuss.

Degerloch verliert am meisten

Die Stadtbezirke unter dem Fernsehturm haben sich seit Anfang des Jahres recht unterschiedlich entwickelt. Auch das Geschlechterverhältnis differiert dort teilweise erheblich. So sind die Stadtbezirke Birkach, Degerloch und Plieningen, zumindest was die Einwohnerzahlen angeht, geschrumpft.

Sillenbuch indes zählt Mitte des Jahres mehr Einwohner als noch zu Jahresbeginn. Laut dem Statistischen Amt hat Degerloch auf den Fildern seit Jahresbeginn mit 74 sowohl absolut als auch prozentual (minus 0,44 Prozent) am meisten Einwohner verloren. 16 808 Menschen, 8016 Männer sowie 8792 Frauen, waren dort Ende Juni gemeldet. Überraschenderweise sind im Durchschnitt, zumindest in absoluten Zahlen, deutlich mehr deutsche als ausländische Einwohner von Degerloch weggezogen, oder sie sind gestorben. Zum Stichtag am 30. Juni waren 13 706 (minus 56) deutsche Bürger in dem Höhenstadtteil gemeldet, während die Zahl der ausländischen Einwohner bei 3102 (minus 18) lag.

Birkach und Plieningen schrumpfen

Birkach zählte am 30. Juni 6988 Einwohner. Davon waren 3259 männlich und 3729 weiblich, die absolute Einwohnerzahl ist um 19 gesunken. Während statistisch 28 Ausländer (1338) weniger als noch vor einem halben Jahr in Birkach leben, ist die Zahl der Menschen mit deutschem Pass um neun auf 5650 gestiegen. Plieningen ist rein rechnerisch ebenfalls geschrumpft, binnen sechs Monaten um 48 auf nun 13404 Einwohner. 6411 Männer und 6993 Frauen waren hier zum 30. Juni gemeldet, davon hatten 10 633 einen deutschen Pass. Wie in Birkach ist auch in Plieningen nur die Zahl der ausländischen Mitbürger unterm Strich gesunken (minus 73). Dagegen ist die Einwohnerzahl mit deutschem Pass um 25 gestiegen.

Unterm Turm wächst nur Sillenbuch

Der einzige Stadtbezirk auf den Fildern unterm Fernsehturm, der in diesem Jahr absolut gewachsen ist, ist Sillenbuch. Der Stadtbezirk überrascht auch mit deutlich mehr weiblichen (12 834) als männlichen (11 239) Einwohnern, sodass unterm Strich ein Plus von 49 bei 24073 Einwohnern zu Buche steht. Statistisch betrachtet haben sich in den vergangenen sechs Monaten deutlich mehr Ausländer als Deutsche für Sillenbuch als neuen Wohnort entschieden: Während Ende Juni 20 246 Einwohner mit deutschen Pass (plus fünf) gemeldet waren, waren es 3827 Ausländer (plus 44). Dies entspricht einem Zuwachs von 1,16 Prozent.