Einsturzgefahr am Geislinger Michelberg-Gymnasium Zweimal falsch gerechnet?

Von eas 

Ob der betroffene Anbau (rechts) zu retten ist, steht noch in den Sternen. Foto: Horst Rudel/Archiv
Ob der betroffene Anbau (rechts) zu retten ist, steht noch in den Sternen. Foto: Horst Rudel/Archiv

Planungsfehler der Ingenieure und ein mangelhaftes Prüfgutachten sollen schuld daran sein, dass das Geislinger Michelberg-Gymnasium einsturzgefährdet ist.

Geislingen - Dass der Anbau des Geislinger Michelberg-Gymnasiums, in dem der naturwissenschaftliche Bereich, die Bildende Kunst und damit insgesamt ein Dutzend Klassenzimmer untergebracht sind, wegen eines drohenden Einsturzes gesperrt werden musste, soll an einer fehlerhaften Planung liegen. Diesen Vorwurf macht die Stadtverwaltung zumindest den beauftragten Statikern.

Demnach sei es auch nicht so, dass die im Winter eingetretene Feuchtigkeit die Stahlträger so angegriffen hätte, dass sich Risse hätten bilden können. Vielmehr habe das Ingenieurbüro die Temperaturschwankungen unter dem sogenannten Absorber-Kollektoren-Dach nicht ausreichend berücksichtigt. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, sind bei drei Stahlplatten an unterschiedlichen Stellen aufgrund entstandener Zwangskräfte Abrisse festgestellt worden. Und weil weitere Schäden nicht ausgeschlossen werden konnten, habe man die Räume vorsorglich gesperrt.

Wie es nun weitergeht, ist in weiten Teilen noch offen. Zunächst sollen am 22. Oktober die Ersatzcontainer bereitstehen, so dass ein weitgehend normaler Unterricht möglich ist. Zudem können die Fachräume, nachdem dort Zwischenwände eingezogen sind, offenbar teilweise genutzt werden. Nach den ersten Einschätzungen könnte das Gebäude auch gerettet werden. Ob das indes billiger kommt als ein Abriss, sei noch zu klären, erläutert der Geislinger OB Frank Dehmer. Auch was die Kosten sowie die mögliche Bauzeit angehe, wolle er nicht spekulieren. „Vor den Sommerferien 2019 ist damit aber nicht zu rechnen.“

Verärgert ist die Stadt, dass sie sich auf die Experten nicht habe verlassen können. Weder die planenden Ingenieure noch ein Prüfstatiker als Gutachter hätten die Mängel bemerkt. Es könnte also also gut sein, dass man sich vor Gericht wiedersieht.

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