Wenn Menschen im Alter Hilfe brauchen, springen Sozialstationen ein. Foto: epd

Die Einrichtung an der Friederichstraße sieht sich für die künftigen Aufgaben gut aufgestellt.

Korntal-Münchingen - Die Sozialstation Korntal-Münchingen blickt auf ein gutes Geschäftsjahr 2016 zurück. „Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden und sehen uns für die zukünftigen Aufgaben gut aufgestellt“, fasst der Geschäftsführer Jörg Henschke die Zahlen zusammen.

So erzielte die Einrichtung an der Friederichstraße mit einer Summe von 54 400 Euro ein „unterm Strich positives Jahresergebnis“. Im Vorjahr waren es lediglich 9500 Euro Jahresüberschuss. Auch das Betriebsergebnis, der Ertrag vor Steuern und Zinsen, fiel im vergangenen Jahr mit 25 800 Euro deutlich höher aus als 2015: Damals gab es ein Minus von 18 000 Euro.

Im ersten Halbjahr personell gut aufgestellt

Der Grund für die guten Ergebnisse ist laut Henschke vor allem, dass die Sozialstation im ersten Halbjahr 2016 personell gut dastand. Die Mitarbeiter waren selten krank, und es kamen neue Kolleginnen hinzu. Daher konnte das Personal Überstunden und Resturlaub „in erheblichem Umfang“ abbauen. Das senkte die Rückstellung um rund 50 000 Euro. Rückstellungen wirken sich negativ auf das Jahresergebnis aus, müssen für ungewisse Verbindlichkeiten aber gebildet werden, etwa für ausstehende Urlaubstage und Überstunden.

Rund 1,6 Millionen Euro hat die Sozialstation an Pflegeentgelten eingenommen. Der größte Posten entfiel auf das Personal – knapp 1,4 Millionen Euro gab die Sozialstation für ihre 53 Mitarbeiter aus. Diese verteilen sich auf 22,8 Stellen. Die Ausgaben für Materialkosten betrugen dagegen knapp 60 000 Euro.

Zeitweise und dauerhafte Pflege

Die Stadt, die Diakonie der evangelischen Brüdergemeinde und der Verein Füreinander-Miteinander sind die Gesellschafter der Sozialstation. Diese ist für die häusliche Pflege im Stadtgebiet zuständig und betreut aktuell rund 280 Menschen ambulant. Die Mitarbeiter kümmern sich um die alten, kranken und behinderten Menschen, egal ob ihr Bedarf zeitweise oder dauerhaft ist. Das Pflegepersonal unterstützt die Patienten auch im Haushalt, wo es nötig ist, zudem helfen sie im Rahmen des Hausnotrufs. Mit diesem Notruf-System können allein lebende alte oder behinderte Menschen per Knopfdruck unkompliziert Hilfe anfordern. 2016 waren durchschnittlich etwa 130 Haushalte an das Hausnotrufsystem angeschlossen, zehn mehr als 2015.

Henschke sagt, dass die Bürger alle Leistungen der Sozialstation sehr gut nachfragten. So gut, dass das Personal kaum noch nachkommt mit der Arbeit. Der Pflegenotstand in Deutschland beschäftigt die Politik seit Langem. Dass etwas geschehen muss bei der Pflege, darin sind alle Parteien sich einig. Gute Lösungen fehlen aber noch.

Wie jedes Jahr testete der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) auch 2016 die Sozialstation. Das Ergebnis: Gesamtnote 1,2. Der Durchschnitt im Land liegt bei Note 1,1. Die Qualitätsprüfung ist aber als wenig aussagekräftig in die Kritik geraten, denn schwere Mängel können durch positive Ergebnisse in anderen Bereichen überdeckt werden. So kann etwa eine gut lesbare Speisekarte Mängel in der Medikamentenversorgung aufwiegen.

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