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Daimler-Chef Dieter Zetsche hat im vergangenen Jahr erneut deutlich weniger verdient.

Stuttgart - Daimler-Chef Dieter Zetsche hat im vergangenen Jahr erneut deutlich weniger verdient als im Vorjahr. Wegen der Krise sank sein Einkommen innerhalb von zwei Jahren um 60 Prozent.

Mit einem komplizierten System aus Grundvergütung, einem Jahresbonus und einem Aktienoptionsplan, der die Vorstände für länger anhaltende Erfolge belohnt, will Daimler die Vorstände möglichst gerecht bezahlen. In der Tat sinken deren Einkommen zum zweiten Mal in Folge. Vorstandschef Dieter Zetsche bekam 2009 rund 4,2 Millionen Euro und damit 593.000 Euro weniger als ein Jahr zuvor. Das entspricht einem Minus von gut zwölf Prozent. Insgesamt sank die Vorstandsvergütung um 28 Prozent, was unter anderem daran liegt, dass Strategievorstand Rüdiger Grube vorzeitig ausschied und Bahn-Chef wurde. Die Vorstände, die ganzjährig im Amt waren, mussten zusammen auf 1,5 Millionen Euro oder 13,8 Prozent verzichten. Bereits im Vorjahr waren die Bezüge halbiert worden.

Trotz der roten Zahlen ist allerdings der Jahresbonus gestiegen. Damit wollte der Aufsichtsrat die Chefs belohnen, weil es ihnen gelungen war, durch Einsparungen das Austrocknen der Kassen zu verhindern. Gemildert wird dieser Vorteil dadurch, dass die Chefs seit Mai für gut ein Jahr auf 15 Prozent ihrer Grundvergütung verzichten.

Auch die Arbeitnehmer in Deutschland mussten im vergangenen Jahr auf Geld verzichten. Erstmals seit 1949 haben sie insgesamt brutto weniger verdient. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ergab sich ein Minus von 0,2 Prozent auf durchschnittlich 27.759 Euro. Gründe dafür seien die Kurzarbeit und der Überstundenabbau. Besonders stark traf es Beschäftigte in der Industrie, die ein Minus von 3,6 Prozent hinnehmen mussten.

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