Vor fünf Jahren wurde der Bauantrag für das „Agnes“ eingereicht. Noch immer wird hier gebaut. Foto: Staufenpress

Der schleppende Baufortschritt beim Einkaufszentrum „Agnes“ in der Göppinger Innenstadt lässt Spekulationen über Schwierigkeiten ins Kraut schießen. Stadträte fordern jetzt Klarheit von den Investoren.

Göppingen - Mannigfaltige Probleme“, „schleppender Weiterbau“ und ein erneut verschobener Eröffnungstermin des Einkaufszentrums „Agnes“ an der Bleichstraße in Göppingen: In einem Antrag zur nächsten Gemeinderatssitzung am Donnerstag fragt die Fraktion Linke/Piraten (Lipi): „Wie soll es weitergehen?“ Die Fraktion hat beantragt, den Investor zur Sitzung einzuladen – doch das wurde nun erst einmal verschoben. Dennoch soll über die aktuelle Situation des Agnes gesprochen werden.

Schon vor etlichen Wochen hatte Oberbürgermeister Alexander Maier den Ältestenrat des Gemeinderats darüber informiert, dass beim Agnes nicht alles rund läuft. So sollen die Bauherren, denen auch die Immobilie des ehemaligen Kaufhofs gehört, der Stadt das ehemalige Kaufhaus zum Kauf angeboten haben. Kolportiert wurde ein von offizieller Seite nie bestätigter Preis von zehn Millionen Euro – die Stadt habe aber dankend abgelehnt. Die Lipi-Fraktion schreibt nun in ihrem Antrag: „Auch tut sich der Investor schwer, das Problem mit dem Kaufhof-Areal aus eigener Hand zu lösen und hat der Stadt das Gebäude sogar zum Kauf angeboten.“

Center-Manager will sich nicht äußern

Das mag Maier so nicht bestätigen. Auch der Center-Manager des Agnes, Joachim Trender, äußert sich zu dem Thema nicht. Er sagt nur, „dass wir dazu keine Stellungnahme abgeben“. Auch nicht zu den anderen von der Lipi-Fraktion aufgeworfenen Fragen. Der OB sagt aber zu, dass am Donnerstag in der Sitzung über das Thema gesprochen wird – unklar sei bislang nur, ob öffentlich oder nicht-öffentlich. Wegen der Einladung an den Investor habe er mit Lipi-Fraktionschef Christian Stähle gesprochen. Dieser sei damit einverstanden, die Einladung auf nach der Sommerpause zu verschieben – die Zeit bis kommenden Donnerstag sei einfach zu knapp bemessen.

Klartext reden hingegen die Lipi-Lokalpolitiker in ihrem Antrag: An Maier gerichtet, schreiben sie, „vor Monaten hatten Sie darüber informiert, dass der Investor des Einkaufscenters im Bleichstraßen-Quartier massive mannigfaltige Probleme hat“. So solle die Vermietung „sehr schwierig sein“. In dem Antrag heißt es weiter: „Des Weiteren führt wohl der Schaden durch den Brand zu einer Eröffnungsverschiebung um ein weiteres halbes Jahr. Auch ist ein schleppender Weiterbau zu registrieren.“

Sorge vor Leerständen

Erst im Juni hatte Göppingens neue Baubürgermeisterin Eva Noller im Interview mit der Lokalzeitung ihrer Hoffnung Ausdruck verliehen, dass die Agnes-Investoren im Süden des Areals Wohnungen bauen: „Ich hoffe, dass wir da zu einem guten Ergebnis kommen, damit sich das Projekt in die städtebauliche Umgebung einfügt.“ Doch dies scheint – glaubt man der Lipi-Fraktion – ein Wunschtraum zu bleiben: „Darüber hinaus ist der Vertrag über die Südspange gescheitert, sodass eine Weiterentwicklung zur Unteren Karlstraße hin geplatzt ist“, steht in dem von der Fraktion selbst öffentlich gemachten Antrag. Weiter heißt es, seit dem Noller-Interview „schießen die Gerüchte ins Uferlose“. Zur Begründung des Antrags schreibt der Fraktionsvorsitzende Stähle: „Wir haben allergrößte Sorge um ein ,Trading down’ (zunehmende Leerstände) des Innenstadtquartiers und möchten gesichert haben, dass die Verwaltung und der Gemeinderat intervenieren.“

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