Noch Vision: Dieser Handelskomplex könnten sich gegenüber der neuen Bibliothek auf dem A1-Areal hinter dem Hauptbahnhof entwickeln Foto: ECE

Auf dem A1-Areal entsteht ein neues Quartier mit dem umstrittenen Einkaufszentrum der ECE.

Stuttgart - Durchgangsbahnhof, Rosensteinquartier, Schlossgarten - auf diese Stichworte beschränkt sich für viele das Bahnprojekt Stuttgart 21. Doch dazu gehört auch das A1 genannte Areal hinter der Landesbank, das unabhängig von den restlichen Plänen bereits seit Jahren bebaut wird. In den Augen mancher Beobachter geschieht das nicht gerade im Sinne einer vorausschauenden, attraktiven Stadtplanung.

Bisher erhebt sich die neue Stadtbibliothek, die im Herbst eröffnet wird, als Solitär auf dem Gelände. Doch sie wird bald Nachbarn bekommen. Büros, Wohnungen, ein Schulungszentrum des Sparkassenverbandes sind vorgesehen. Hoch umstritten ist das geplante Einkaufszentrum der Hamburger ECE. Das Vorhaben gilt mit einer Summe von 500 Millionen Euro als derzeit größte private Investition in Deutschland.

OB Wolfgang Schuster und die Investoren haben jetzt den öffentlich-rechtlichen Vertrag über das Einkaufszentrum unterschrieben. Geplant sind demnach 450 Wohnungen, 200 Geschäfte mit 43.000 Quadratmeter Verkaufsfläche, mehrere Restaurants sowie ein Gastronomiebereich im Inneren mit zehn bis 15 Betrieben. Die Stadt geht von 1500 bis 2000 neuen Arbeitsplätzen aus.

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Aufgegriffen wurden auch Kritikpunkte aus dem Gemeinderat. Grüne und SPD hatten zuletzt befürchtet, dass der ursprüngliche Entwurf zugunsten massiverer Baukörper verwässert werden könnte. Der Vertrag sieht jetzt einen eigenen Charakter für jeden der drei Baublöcke sowie Dächer und Fassaden mit hohem gestalterischem Anspruch vor. Es soll wie gefordert 880 Fahrradabstellplätze und ein Mobilitätskonzept geben. Zur Anbindung an den Mailänder Platz ist ein Gestaltungskonzept geplant.

Dennoch sieht die Mehrheit des Gemeinderats das Projekt kritisch. Die Innenstadthändler fürchten um ihre Umsätze. Deshalb stellen sich grundsätzliche Fragen: Wie entwickelt sich das A1-Areal? Wie kann ein lebendiges Stadtquartier entstehen, ohne die Attraktivität der City zu schwächen?

Über diese und andere Fragen werden wir am Freitag, 1. Juli, 19.30 Uhr, bei der neunten Veranstaltung in unserer Reihe Forum Stuttgart 21 diskutieren. Wir sind zu Gast in der Spielstätte Türlenstraße (Arena) des Staatstheaters Stuttgart in der Türlenstraße 2.

Unsere Gäste auf dem Podium:

Wolfgang Schuster - der Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart sieht im Dialog von Kultur und Kommerz Voraussetzungen für ein lebendiges Stadtquartier.

Jens Jäpel - als Geschäftsführer der ECE Development ist er verantwortlich für die laufenden Neubauvorhaben des Handelsunternehmens ECE - auch in Stuttgart.

Professor Franz Pesch, Leiter des Instituts für Städtebau, Universität Stuttgart; dort seit 1994 Professor für Stadtplanung und Entwerfen am Städtebau-Institut.

Sabine Hagmann, Hauptgeschäftsführerin des Einzelhandelsverbandes Baden-Württemberg. Sie sieht im Handel einen Trend zurück in die Innenstädte.

Sie können bei Forum Stuttgart 21 - Das erste Quartier am Freitag, 1. Juli, in der Staatstheaterspielstätte Türlenstraße dabei sein. Melden Sie sich hier an. Die Karten werden unter allen Anmeldungen verlost, die Gewinner schriftlich benachrichtigt. Einsendeschluss ist der 7. Juni.

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