Einkaufsstraße in Stuttgart-Feuerbach Pläne für den Grazer Platz liegen weiter auf Eis

Von Georg Friedel 

Für die Kreuzung Stuttgarter Straße/Grazer Straße  haben die Verkehrsplaner der Stadt zwar erste Entwürfe  entwickelt, weiterverfolgt werden diese derzeit jedoch nicht. Foto: Georg Friedel
Für die Kreuzung Stuttgarter Straße/Grazer Straße haben die Verkehrsplaner der Stadt zwar erste Entwürfe entwickelt, weiterverfolgt werden diese derzeit jedoch nicht. Foto: Georg Friedel

Ein Haushaltsantrag der Freien Wähler im Gemeinderat, die Pläne für den Kreuzungsbereich Stuttgarter Straße/Grazer Straße weiter zu entwickeln, findet keine Mehrheit. Die vom Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung entwickelten Pläne bleiben in der Schublade.

Feuerbach - Im Bereich der Kreuzung Stuttgarter/Grazer Straße herrscht an Wochentagen ein reges Treiben. Der beständig fließende Autoverkehr der Stuttgarter Straße kreuzt dort mit dem der Grazer Straße. Vor allem die Senioren, die etwas langsamer zu Fuß unterwegs sind, haben ihre liebe Not, wenn sie dort die Grazer Straße in Höhe des Zeitschriftenladens überqueren wollen. Darauf hat schon mehrfach der Feuerbacher Stadtseniorenrat hingewiesen.

Ideen und Entwürfe, wie der Platz aufgewertet werden kann, liegen vor

„Das ist ein drängendes Problem an dieser Stelle“, sagt auch der Feuerbacher Alt-Stadtrat Robert Thurner. Eine Entflechtung des Fußgänger- und Fahrzeugverkehrs wäre an dieser Stelle sehr wichtig, betont er. Auch deshalb habe die von ihm moderierte Arbeitsgruppe „Städtebauliche Entwicklung“ vor mehr als sechs Jahren eine Initiative gestartet und sich Gedanken gemacht, wie man diesen Bereich aufwerten und die dortigen Verkehrsströme besser ordnen kann.

Inzwischen hat sich die Gruppe, die aus dem Zukunftsforum entstand, aufgelöst. Ein Grund war, dass die Verbesserungsvorschläge für die besagte Kreuzung auf wenig Widerhall im Bezirksbeirat stießen. Denn als sich etwa vor drei Jahren einige Mitarbeiter beim Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung die Mühe machten, die Vorschläge in erste gestalterische Entwürfe zu gießen, lehnte die Mehrheit aus CDU, Grünen und FDP eine Weiterverfolgung der Pläne ab. Doch ganz tot scheint das Thema ‚Grazer Platz‘ nicht zu sein: Denn die Gemeinderatsfraktion der Freien Wähler hat es zuletzt auf die Agenda gehoben und gefordert, 800 000 Euro für die Planung und bauliche Umgestaltung der Kreuzung in den Haushalt aufzunehmen: „Die Umgestaltung soll vor allem dazu dienen, den ruhenden und den fließenden Verkehr besser zu organisieren und die Aufenthaltsqualität an diesem zentralen Platz der Feuerbacher Einkaufsmeile zu steigern“, schreibt der Fraktionsvorsitzende Jürgen Zeeb in einem vor den Haushaltsberatungen eingebrachten Antrag. Zudem solle die Stadt einen Architekten-/Planungswettbewerb für den Bereich ausloben.

Vorstoß der Freien Wähler verpuffte

„Unser Ansatz war, dass das Thema Grazer Platz sehr gut zu den im Rahmen der Untersuchungen des Büros Acocella entwickelten Handlungskonzepte zur Stärkung der Stadtteilzentren gepasst hätte“, sagt der Freie-Wähler-Chef Jürgen Zeeb. In der Studie „Stadtteilzentren konkret“ sei ja festgestellt worden, dass der Platz „gestalterische Defizite“ aufweise: „Da bereits Vorentwürfe und Pläne von der Verwaltung zu diesem Bereich vorlagen, war unser Gedanke: Darauf kann man doch aufbauen“, betont Zeeb. Dem sei aber leider die Mehrheit im Gemeinderat bei den Haushaltsberatungen nicht gefolgt: „CDU und Grüne haben den Antrag abgelehnt“, so Zeeb weiter. Der Vorstoß der Freien Wähler schaffte es nicht auf die Liste der aktuellen Vorhaben im Haushalt. Allerdings heißt es in der Stellungnahme aus dem Referat Städtebau und Umwelt zu dem Antrag: „Für die Weiterführung der Planung wäre die Auslobung eines städtebaulichen Wettbewerbs zu begrüßen. Hierfür wären Haushaltsmittel in Höhe von 80 000 Euro bereit zu stellen. Die Verwaltung schlägt vor, die Maßnahme für den Doppelhaushalt 2020/2021 vorzusehen, da in den kommenden beiden Jahren wegen der Vielzahl zu bearbeitender Projekte die Durchführung eines Wettbewerbs nicht möglich ist.“

„Mal schauen, ob man sich in zwei Jahren noch daran erinnert“, meint Zeeb. Robert Thurner hat wenig Hoffnung: „Mit seiner Haltung ‚Alles oder Nichts‘ verhindert der Bezirksbeirat seit Jahren Verbesserungen im Ortskern von Feuerbach“, meint er.

Redaktion Feuerbach

Ansprechpartner
Torsten Ströbele und Georg Friedel
feuerbach@stz.zgs.de

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