Rabattportale im Internet versprechen günstigere Einkäufe. Wie lässt sich dabei sparen? Und lohnt sich dieser Rabatt im Vergleich zu herkömmlichen Payback-Karten?
Stuttgart - Viele große Online-Händler erlassen ihren Kunden beim Kauf von Schuhen oder bei Hotelbuchungen ein paar Prozent des Preises, wenn sie über sogenannte Cashback-Portale einkaufen. Aber der Aufwand lohnt sich nicht bei allen Branchen.
Was sind Cashback-Portale und wie funktionieren sie?
Cashback bedeutet wörtlich übersetzt „Geld zurück“. Die Rabattportale im Internet funktionieren nach dem Prinzip der Payback-Karte. Die Cashback-Portale vermitteln den Online-Shopszusätzliche Kunden, indem sie diese auf ihren Portalen auflisten. Dafür bekommen sie eine Provision von den Online-Shops. Einen Teil davon geben sie dann an die Kunden weiter. Anders als bei der Payback-Karte läuft das aber nicht über Rabattpunkte für künftige Einkäufe, sondern der eingesparte Geldbetrag wird direkt ausgezahlt.
Wie kauft man über ein Cashback-Portal ein?
Ein Beispiel: Der Verbraucher hat sich für ein Paar Laufschuhe einer bestimmten Marke entschieden. Dann schaut er auf einem Cashback-Portal wie Aklamio oder Shoop, ob der Anbieter dieser Laufschuhe dort mitmacht und wie hoch die versprochene Rückvergütung ist. Nun muss der Verbraucher sich bei diesem Cashback-Portal mit einem Benutzernamen registrieren, sich einloggen und über ein Suchfenster den Online-Shop mit den Laufschuhen suchen und diesen über einen Link anklicken – nur so kann es später Rabatte geben. Nun kauft der Verbraucher wie gewohnt ein. Behält er die Laufschuhe, bestätigt der Online-Shop dem Cashback-Portal den erfolgreichen Einkauf. Das Cashback-Portal schreibt den versprochenen Rabatt gut, der Verbraucher kann ihn sich auf sein Konto auszahlen lassen.
Für welche Art von Online-Einkäufen lohnen sich die Portale?
Die Stiftung Warentest hat in der aktuellen Ausgabe von „Finanztest“ acht Cashback-Anbieter untersucht. Sie alle arbeiten mit mindestens 50 der 100 umsatzstärksten Online-Shops zusammen. „Die Anmeldung bei einem Cashback-Portal lohnt sich vor allem für regelmäßige Online-Einkäufer, die zudem meist bei den gleichen zwei, drei Shops einkaufen“, sagt Kerstin Backofen von Finanztest. Denn dann könne man sich ein Mal die besten Rabatte für den betreffenden Online-Shop bei einem Portal aussuchen und müsse nicht jedes Mal neu vergleichen. Außerdem kommt so rasch eine Rabattsumme zusammen, für die sich eine Auszahlung lohnt.
Gleiches gilt für größere Anschaffungen. „Bei Flug- oder Hotelbuchungen, bei Mietwagen oder dem Kauf teurer Kleidung oder Schuhen kommt wegen dem hohen Preis gleich ein hoher Rabatt zusammen“, sagt Kerstin Backofen. In diesen Branchen sind dem Test zufolge auch Rabatte zwischen drei und mehr als zehn Prozent drin. Das ist deutlich mehr als bei Rabattkarten wie Payback oder Deutschlandkarte. In Branchen mit geringen Gewinnspannen wie dem Elektronikhandel lassen sich eher ein bis drei Prozent erzielen.
Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät, bei egal welchem Online-Einkauf zunächst über Preissuchmaschinen nach günstigen Angeboten zu schauen. Oft finde man dort günstigere Angebote, ohne dass der Kunde dafür Cashback-Angebote nutzen muss. Hilfreich zum Vergleichen sind Portale wie Idealo.de, Billiger.de und Geizhals.de. „Mit diesem Preis im Kopf kann man bei einem Cashback-Portal schauen, ob es weitere Rabatte gibt“, sagt auch Kerstin Backofen von Finanztest.
Bieten alle Cashback-Portale die gleichen Rabatte für denselben Online-Shop?
„Nein, das kann variieren“, sagt Kerstin Backofen von Finanztest und nennt ein Beispiel aus dem aktuellen Test: Wer zum Beispiel bei einer großen Kaufhauskette online einkauft, bekommt über das Cashback-Portal Shoop 5,88 Prozent, über Cashback-Deals aber nur 1,68 Prozent.
Die höchsten Rabatte im Test gab es über die Portale Shoop, Getmore und Aklamio. „Meist bekommt man zwischen drei und sechs Prozent pro Einkauf“, sagt Kerstin Backofen. Allerdings gibt es die Rabatte bei den meisten Portalen nur auf den Nettowarenwert – also auf den Kaufpreis abzüglich 19 Prozent Mehrwertsteuer.
Zahlen die Cashback-Portale die Summen immer problemlos aus?
Nein. Im Test ist es immer mal wieder passiert, dass ein Cashback-Portal den Einkauf gar nicht erst registriert hat. Dann kann natürlich auch kein Rabatt ausgezahlt werden. „Das passiert vor allem, wenn Cookies nicht zugelassen werden oder ein Adblocker eingeschaltet ist“, sagt „Finanztest“-Expertin Kerstin Backofen.
Grundsätzlich kann es bei allen Portalen mehrere Wochen dauern, bis der Geldbetrag ausgezahlt ist, so die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Der Grund: Die Cashback-Portale müssen abwarten, bis die Rückgabefrist der Produkte abgelaufen ist.
Einige Cashback-Portale zahlen das Geld erst aus, wenn eine Mindestauszahlsumme von beispielsweise 20 oder 30 Euro erreicht ist. Eigentlich muss ein Guthaben, das die Mitglieder bei einem Cashback-Portal ansammeln, mindestens drei Jahre lang gültig sein. „Bei zwei Anbietern im Test haben wir aber rechtlich unzulässige Klauseln in den Geschäftsbedingungen gefunden, nach denen das Guthaben schon nach einem oder zwei Jahren erlischt, wenn die Mindestauszahlsumme nicht erreicht wurde“, sagt Kerstin Backofen. Sie empfiehlt deshalb, zumindest den Abschnitt der Geschäftsbedingungen genau zu lesen, in dem es um die Auszahlmodalitäten geht.
Noch besser ist es, sich ein Portal zu suchen, das bereits ab dem ersten Cent oder Euro auszahlt – und das auch so früh wie möglich zu machen, denn auch Cashback-Portale können pleitegehen.
Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?
Oft müssen sich die Kunden nur mit Benutzername und Passwort registrieren. „Name und Bankverbindung wird meist erst abgefragt, wenn man sich das Guthaben auszahlen lassen will“, sagt Kerstin Backofen.
Und was ist mit Werbemails?
Cashback-Portale verdienen ihr Geld mit zielgerichteter Werbung, mit entsprechenden Mails ist deshalb durchaus zu rechnen. „Man kann die Werbeflut aber eindämmen, wenn man bei den Profileinstellungen das voreingestellte Häkchen für Werbemails oder Newsletter löscht“, sagt „Finanztest“-Expertin Kerstin Backofen. Eine Garantie, dass es dann keine Werbung gibt oder die E-Mail-Daten an andere Anbieter weitergegeben werden, sei das aber nicht.