Die Möhringer vermissen einen Drogeriemarkt im Ortszentrum. Der würde auch anderen Läden Laufkundschaft bringen, sagt der GHV. Foto: dpa

Die Umgestaltung der Filderbahnstraße soll das Ortszentrum attraktiver machen. Zum Flanieren braucht es aber auch Läden, in denen die Menschen einkaufen wollen. Der GHV versucht weiterhin, einen neuen Drogeriemarkt anzuwerben.

Möhringen - Wo gehobelt wird, da fallen Späne. An der Filderbahnstraße bedeutet das, dass sich Fußgänger und Händler mit Lärm und Sperrungen arrangieren müssen, und mit dem Wegfall von Kurzzeitparkplätzen. Seit September wird die Straße umgestaltet und soll bis zum Frühjahr 2019 eine Art Boulevard mit breiten Gehwegen und Bäumen werden. „Eine Medaille hat immer zwei Seiten“, sagt Christian Dempf, der Vorsitzende des örtlichen Gewerbe- und Handelsvereins (GHV). „Ja, jetzt haben wir eine Baustelle und ja, es ist laut und dreckig. Aber dafür haben wir danach eine schönere Filderbahnstraße.“

Die Maßnahme sei eine Aufwertung für das Ortszentrum, sagt Dempf, betont aber, dass Möhringen bereits heute sehr attraktiv sei. „Wir haben eine sehr gute Durchmischung an Geschäften, vom Bäcker bis zum Modegeschäft. Und wo gibt es heute noch einen Haushaltswarenladen, in dem man noch einzelne Schrauben kaufen kann?“ Zudem habe Möhringen ein sehr breit gefächertes Gastronomieangebot.

Von der Auswahl und den Preisen her sei man gut aufgestellt. „Wir haben viele alteingesessene Geschäfte, die auch von Kunden besucht werden, die nicht in Möhringen wohnen, sondern aus anderen Bezirken kommen“, sagt Dempf. Aber: „Die Leute müssen die Angebote, die sie vor Ort haben, auch nutzen. Sonst ist es kein Wunder, wenn die Geschäfte schließen müssen.“ Wer seine Bücher in der örtlichen Buchhandlung kauft, statt im Internet zu bestellen, oder die Winterstiefel im Geschäft im Stadtbezirk kauft, statt in die Stuttgarter Innenstadt zu fahren, stärkt den lokalen Handel.

Die Standortfrage muss noch geklärt werden

Der Wunsch der Bürger nach einem Drogeriemarkt im Zentrum ist dem GHV bekannt. „Seit der Müller an der Ecke Filderbahnstraße und Vaihinger Straße ausgezogen ist, werden wir darauf angesprochen“, sagt Dempf. Die Drogerie am Europaplatz auf dem Fasanenhof sei vielen zu weit weg. In Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung Stuttgart versucht der Gewerbe- und Handelsverein, einen neuen Drogeriemarkt anzuwerben. „Wir wissen, dass das Thema den Leuten unter den Nägeln brennt“, sagt Dempf. „Und wir wollen wieder eine Drogerie im Zentrum haben.“

Ein so attraktiver Ankermieter, wie Müller einer gewesen sei, bringe auch anderen Geschäften Laufkundschaft. Es habe bereits Gespräche mit Unternehmen gegeben, es seien allerdings noch offene Fragen zu klären, etwa bezüglich eines möglichen Standorts. „Drogeriemärkte wollen eine gewisse Fläche haben“, erläutert Dempf. Leer stehende Läden wie der des Feinkostgeschäfts Längerer seien deswegen nicht so gut geeignet. Was dort nachkommt, darüber hat der GHV noch keine Informationen.

In der Vorweihnachtszeit ruhen die Bauarbeiten

Ob durch die Umgestaltung der nördlichen Filderbahnstraße auch Unternehmen „angelockt“ werden können, für die Möhringen bisher nicht attraktiv war, darüber möchte Christian Dempf nicht spekulieren. In erster Linie sei es eine Verbesserung für die Passanten. „Die breiteren Gehwege, die Barrierefreiheit, die Bäume, das alles wertet den Straßenraum auf“, so der GHV-Vorsitzende.

Die Zahl der Parkplätze wird um fünf auf insgesamt 20 erweitert. Die Bewirtschaftung erfolgt mit Parkscheinautomaten. Weil mit der Verbreiterung der Gehwege die Straße verengt wird, könnte es künftig allerdings eng werden zwischen Lieferverkehr, Bussen und parkenden Autos – insbesondere dann, wenn letztere „nur mal kurz“ an Stellen halten, die keine ausgewiesenen Parkplätze sind. „Es wird sich zeigen, wie sich das entwickelt“, sagt Dempf.

Der Gewerbe- und Handelsverein verteilt auch Flyer mit Informationen über den Wandel der Filderbahnstraße. „Wir lassen Inhaber und Ladenbetreiber, Baubeteiligte und Anwohner zu Wort kommen, um für ein verständnisvolles Miteinander während und nach der Bauzeit zu werben“, heißt es in dem Flyer. Mit der Aufklärung wolle man ein eventuell negatives Stimmungsbild entkräften. Und eine weitere gute Nachricht hat der GHV: „In der Vorweihnachtszeit werden die Bauarbeiten eingestellt und erst im neuen Jahr wieder fortgeführt, damit das Weihnachtsgeschäft nicht beeinträchtigt wird“, sagt Dempf.

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