In Filderstadt soll ein Einkaufsladen eröffnet werden, in dem die Nahrungsmittel von den Käufern in eigene Gefäße abgefüllt werden – so wie hier in Nürtingen. Foto: Archiv Ines Rudel

Filderstadt soll einen Laden bekommen, in dem Kunden plastikfrei einkaufen können. Das Vorbild ist „Glas und Beutel“ in Nürtingen. Eine Initiative sucht dafür aktuell nach Mitkämpfern. Das Ziel ist eine Genossenschaft.

Filderstadt - Noch steckt das Projekt in den Kinderschuhen. Die Macherinnen haben das Ziel allerdings schon vor Augen. Der Unverpackt-Laden „Glas und Beutel“ in Nürtingen ist das Vorbild. Dort kann man bereits plastikfrei einkaufen. „Wir möchten solch ein Geschäft auch hier aufmachen“, sagt Daniela Attanasio, die zusammen mit ihrer Freundin Anne Köller die Filderstädter Initiative gegründet hat. Man könne sich auch eine Zusammenarbeit mit den Nürtinger Vorkämpfern vorstellen.

Bisher haben in der Filderstädter Initiative zehn Interessierte – zuletzt über Skype – immer wieder miteinander konferiert, um die Sache voranzubringen. Ende Juni soll es ein weiteres Gespräch mit den Machern von „Glas und Beutel“ geben, um zu eruieren, wie es weitergeht.

Wer will bei dem Projekt mitmachen?

„Wichtig ist, dass wir viele Leute gewinnen, die mitmachen wollen“, sagt Attanasio. Als Betreiberin des Ladens soll nämlich eine Genossenschaft fungieren. Wie in Nürtingen kann man auch in Filderstadt mindestens 50 Euro einlegen und hat dann ein Stimmrecht bei Entscheidungen, die den Laden betreffen.

Bei „Glas und Beutel“ wird beispielsweise alle zwei Monate das Sortiment neu festgelegt. „Wir haben im Laden ein Kästchen für die Anregungen der Kunden“, sagt Michael Medla, einer von drei Vorständen der Genossenschaft. Wenn ein bestimmter Wunsch zur Erweiterung des Sortiments vorgebracht werde, stimme darüber die Mitgliederversammlung ab.

Derzeit gibt es bei „Glas und Beutel“ vor allem trockene Nahrungsmittel wie Körner, Nudeln, Nüsse, Süßis, aber auch Öle und ein wenig Gemüse wie beispielsweise Kartoffeln. „Uns ist es wichtig, dass wir keine Konkurrenz zum Wochenmarkt oder Eine-Welt-Laden sind“, sagt Medla.

Auf diesen Aspekt wollen auch die Filderstädter Macher achten. Ihr Lieblingsstandort für einen Laden liegt in Plattenhardt. „Wir wollen den Stadtteil beleben“, sagt Attanasio. Man habe schon die Fühler ausgestreckt, bisher jedoch noch keinen geeigneten Standort gefunden.

Auch die Stadtverwaltung wurde bereits um Hilfe gebeten. Deren Wirtschaftsförderer Patrick Rapp sichert auf Anfrage unserer Zeitung die Unterstützung der Stadt zu. „Das Projekt ist ja auch im Sinne unseres Slogans ,Sei dabei – Filderstadt macht plastikfrei‘“, sagt er. Es sei für die Ortskernsanierung in Plattenhardt von Vorteil, wenn neue Geschäfte das Zentrum beleben würden. Rapp könnte sich beispielsweise einen Laden in der Uhlbergpassage vorstellen.

Warum Plattenhardt genau richtig wäre

Daniela Attanasio würde dagegen einen belebteren Standort bevorzugen. Sie schwärmt vom Milchhäusle an der Schulstraße. „Das wäre ein geeigneter Laden für uns“, sagt sie. Die Volksbank Filder als Eigentümerin hält das Gebäude allerdings für baufällig. „Es muss abgerissen werden“, sagt Vorstandssprecher Rainer Spannagel. Daniela Attanasio bedauert dies sehr. Sie hofft weiterhin darauf, dass sich ein geeigneter Standort im Zentrum von Plattenhardt finden lässt.

Kontakt: Wer Anteile an der Genossenschaft zeichnen möchte, kann sich unter kontakt@filder-unverpackt.de melden.

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