Der Eine Welt-Laden in Altbach handelt nicht nur mit Fairtrade-Produkten aus Entwicklungsländern, sondern ist in vielfältiger Weise engagiert. Der Verein hat schon mehr als 100 000 Euro an Spenden für Projekte verteilt.
Obwohl schon viel erreicht wurde, gibt es weiter viel zu tun. Bereits seit 1996 gibt es den Eine-Welt-Laden in Altbach, der von einem Verein betrieben wird. Seit 2001 zählt neben dem Verkauf von fair gehandelten Produkten und Artikeln aus Inklusionsbetrieben das Sammeln von Spenden für Projekte in Entwicklungsländern zu einem wichtigen Aufgabenfeld des Vereins. Mit den Spenden des vergangenen Jahres wurde nun die 100 000-Euro-Marke geknackt. Stolze 104 000 Euro hat der Verein nach eigenen Angaben seit 2001 weitergegeben.
Es liegen umsatzstarke Wochen hinter ihnen. Die Vorweihnachtszeit beschert den 47 Vereinsmitgliedern rund 60 Prozent des Jahresumsatzes, berichtet der Vorsitzende Reinhold Schreiner. Die Verkaufsschlager wurden über die Jahre zu den Klassikern des Eine-Welt-Ladens: Kaffee, Schokolade, Tee, Honig, Nudeln. Seltener gehen die Textilien, Kerzen, Wein, Geburtstags- und Jubiläumskarten über die Verkaufstheke. Doch der Verkauf von fair gehandelten und biologisch angebauten Produkten ist schon lange nicht mehr die einzige Aufgabe des Vereins. „Wir wollen auch darüber hinaus Gutes tun“, bringt es Schreiner auf den Punkt. Deshalb werden jährlich Spenden für unterschiedliche Projekte gesammelt.
Nach zwei Jahren geben die Bauern ein Zicklein zurück
Unterstützt wird beispielsweise „Schenk eine Ziege“ des gleichnamigen Vereins. Dabei werden Bauern in Uganda mit einer Ziege bedacht. Um die Nachhaltigkeit der Schenkung zu sichern, müssen die Bauern nach zwei Jahren ein kleines Zicklein an den Verein zurückgeben. Darüber hinaus wird die Welthungerhilfe vom Altbacher Verein unterstützt. Aus 100 Euro Spenden gelinge es der Welthungerhilfe, weitere 300 Euro an Zuschüssen zu generieren, erklärt Schreiner. Außerdem wird die Christoffel-Blindenmission unterstützt. Sie behandelt Kinder in armen Ländern, die am Grauen Star erkrankt oder sogar bereits erblindet sind. Ferner wird die Kenia-Hilfe Schwäbische Alb regelmäßig mit Spenden bedacht. Sie unterstützt Straßenkinder in Kenia mit Essen und Bildung.
Der Umsatz liegt bei 40 000 Euro
Die Spenden der Kunden und Unterstützer des Eine-Welt-Ladens werden durch die Spenden aus den Erlösen des Ladens alljährlich erhöht. Zwischen 3000 und 4000 Euro kämen dabei jedes Jahr zusammen, erklärt Schreiner. Der Umsatz liege stabil bei etwas mehr als 40 000 Euro, so Schreiner.
Dass die Lebensbedingungen der Erzeuger weltweit immer mehr Menschen in Deutschland interessieren, ist für den Eine-Welt-Laden Segen und Fluch zugleich. Einerseits war es genau dies, was sich die Initiatoren einst immer gewünscht haben. Inzwischen können fair gehandelte Produkte fast in jedem Lebensmittelgeschäft gekauft werden. Der faire Handel ist längt von der Nische zum Mainstream geworden. „Ich finde das gut“, betont Schreiner. Allerdings rät er den Verbrauchern, bei den vielen Fairtrade-Labeln genau hinzuschauen, was dahinterstecke.
Mit den Preisen der Discounter kann der Laden nicht mithalten
Es gibt aber auch eine Kehrseite der Entwicklung. Es erschwert den Absatz für den kleinen Eine-Welt-Laden in der Kelterstaße 20 (an der Ecke Wilhelm- und Kelterstraße), wenn er mit großen Lebensmittelketten konkurrieren muss. Mit den Preisen dort, könne man meist nicht mithalten, sagt Schreiner. Der Kostenvorteil des Eine-Welt-Ladens liege im ehrenamtlichen Verkauf und der Treue der Kunden, die ganz bewusst immer wieder zu ihnen kämen. Die Kunden könnten sich sicher sein, dass der Gewinn in eines der beschriebenen Projekte in einem Entwicklungsland fließt. „Man darf nicht jammern, man muss das Beste daraus machen“, findet der Vereinsvorsitzende.