Wie sicher ist ein Tresor? Offenbar müssen sich Besitzer noch mehr Gedanken machen. Foto: dpa-tmn/Christin Klose

Wertsachen gehören in den Tresor. Doch auch ein Stahlschrank sollte gewisse Standards erfüllen. Ganz offensichtlich haben Einbrecher derzeit leichtes Spiel.

Stuttgart - Welcher Einbrecher sollte in einem Second-Hand-Shop schon große Beute vermuten? Und ist nicht alles bestens abgesichert, wenn sämtliche Wertsachen in einem Tresor verschlossen sind? Einbrecher haben dazu offenbar ganz andere Ansichten – wie jetzt auch wieder ein Fall aus dem Stuttgarter Osten beweist.

Der Einkaufsladen eines Sozialunternehmens an der Fuchseckstraße lässt eigentlich keine großen Reichtümer vermuten. Die zumeist gebrauchte oder neuwertige Kleidung ist für Kundinnen gedacht, die sich auch mit schmalem Geldbeutel schöne Mode leisten wollen. Unbekannte Eindringlinge hatten in der Nacht zum Dienstag indes kein Interesse an Kleidung oder Gemeinnützigkeit.

Der Stahlschrank wird einfach abgeschraubt

Die Täter hebelten ein Fenster des im Tiefparterre gelegenen Ladens auf und drangen in die Räumlichkeiten ein. Womöglich zielgerichtet nahmen sie einen Wandtresor des Ladens ins Visier. „Der Tresor war zwar festgeschraubt, doch das dürfte für die Täter kein Hindernis gewesen sein“, sagt Polizeisprecher Tobias Tomaszewski. Die Unbekannten schraubten das Teil ab und ließen es mitgehen. Dabei dürften sie mehrere Hundert Euro erbeutet haben. Das Revier Ostendstraße hofft nun unter der Rufnummer 07 11 / 89 90 - 35 00 auf Zeugenhinweise.

Derweil häufen sich die Fälle in Stuttgart, bei denen Einbrecher unscheinbare Geschäfte und Büros heimsuchen, um dort Stahlschränke zu plündern oder am Stück mitgehen zu lassen. Relativ einfach Ausfertigungen halten die Täter jedenfalls nicht auf. In der vergangenen Woche etwa drangen Einbrecher in ein Bürogebäude an der Steinbuttstraße im Stadtteil Mönchfeld ein – und machten nicht viel Federlesens. Ein Tresor wurde abtransportiert und aus einem Fenster geworfen. Von dort wurde das Beutestück mit einem unbekannte Fahrzeug abtransportiert.

Tür zum Bäcker wird abmontiert

Tags zuvor waren Einbrecher in einer Bäckereifiliale an der Seelbergstraße in Bad Cannstatt zugange. Die Täter leisteten dabei ganze Arbeit: Erst hebelten sie eine Haustür auf, dann montierten sie eine weitere Tür ab, um in die Räume der Bäckerei zu gelangen. Um den Tresor des Geschäfts mitgehen lassen zu können, brachen sie diesen mit brachialer Gewalt von der Wand. Dabei dürften sie mehrere Hundert Euro erbeutet haben.

Die Tresorknacker sorgten bereits im Januar für mehrere Fälle im Stuttgarter Westen und Untertürkheim, wo eine Firma, ein Kaufhaus und ein Verwaltungsgebäude betroffen waren. Auch aus einer Wohnung im Stuttgarter Osten verschwand ein Tresor.

Ein Täter versteckt sich vergeblich

Gefasst werden die Tresorknacker selten. Ganze fünf Monate ist es her, als ein Einbrecher samt Trennschleifer in einem Baumarkt an der Augsburger Straße in Untertürkheim gefasst wurde. Der Mann hatte sich vergebens in den Regalen der Sanitärausstellung zu verstecken versucht. Er kam in Untersuchungshaft. Ungeklärt blieb, ob der 27-Jährige zu einer reisenden Bande gehört. Der Mann aus Osteuropa hat jedenfalls in Deutschland keinen festen Wohnsitz.

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