Clemens Schneider musste in die Rolle als Geschäftsführer erst hineinwachsen. Foto: privat

Mit dem Start-up Bytespace hat der 25-jährige Clemens Schneider aus Leinfelden-Echterdingen sein eigenes Unternehmen gegründet. Er erzählt von seiner Vision, von den Herausforderungen und davon, was er sich von der Zukunft erhofft.

Filder - „Man muss mutig sein“, sagt Clemens Schneider auf die Frage, was es braucht, um ein Start-up zu gründen. Nach etwas Nachdenken ergänzt er: „Man muss fest an seine Vision glauben, dann kommt auch der Mut.“

 

Clemens Schneider ist 25 Jahre alt und Geschäftsführer des Start-ups Bytespace, das er Ende 2019 in Leinfelden-Echterdingen in der eigenen Wohnstube gegründet hat. Mittlerweile liegt der Firmensitz in Stuttgart-Fasanenhof, wo Schneider Büroräume in einem Coworking-Space angemietet hat. Zu der Ein-Mann-Firma sind drei Angestellte hinzugekommen.

Seine Vision formuliert Clemens Schneider so: „Wir wollen Produkte schaffen, die Schmerzen lösen.“ Gemeint ist: Wer ein Produkt von Bytespace nutzt, soll es dank digitaler Lösungen einfacher haben. Derzeit arbeitet das vierköpfige Team daran, die Reisekosten-App namens Trip-Agent zu entwickeln. Wer sie nutzt, soll Dienstreisen und Geschäftsauslagen einfacher abrechnen können. „Komplizierte Excel-Tabellen oder eine Zettelwirtschaft an Belegen braucht man damit nicht mehr“, sagt Schneider, der gelernter Elektroniker und Techniker IT ist.

Reisekosten, Spesen und Auslagen werden digital gebündelt

Über die App sammeln Geschäftsleute ihre Kosten für Bahn, Taxi und Hotel oder für die Bewirtung von Geschäftspartnern. Auch andere Auslagen, etwa wenn ein Blumenstrauß für ein Meeting aus eigener Tasche vorgestreckt wird, werden über Trip-Agent verrechnet, ebenso wie Spesen. Der Nutzer fotografiert die Belege ab, die Daten werden ausgelesen und landen bei der Buchhaltung.

Zwar gibt es schon ähnliche Apps, räumt Schneider ein, doch die Konkurrenz sei klein. „Das Besondere an unserer App ist, dass die Oberfläche dynamisch ist. Wir können sie an die Bedürfnisse der Unternehmen anpassen“, sagt der 25-Jährige und ist sich sicher: „Der Bedarf ist da.“ Im Moment durchläuft die App die Testphase mit Pilotkunden, spätestens im Sommer soll sie auf den Markt kommen.

Investoren an der Seite

Dass Schneider den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hat, lag auch daran, dass zwei Investoren an ihn geglaubt haben und ihn finanziell unterstützen. „Sie begleiten mich aktiv auf dem Weg in die Zukunft und helfen mit ihrer Erfahrung und ihrem Netzwerk“, sagt Schneider. Das sei ungemein hilfreich, schließlich sei die Gründung eine große Herausforderung gewesen. „Geschäftsführer sein, da muss man erst mal reinwachsen“, sagt der 25-Jährige. Neben bürokratischen Hürden habe er auch lernen müssen, sich selbst zu disziplinieren. Und zwar nicht nur, morgens aufzustehen und gute Arbeit zu machen, sondern auch, Feierabend und Wochenende gelten zu lassen. „Man ist mit dem Kopf immer bei der Firma.“

Corona kann das Start-up nicht aufhalten

Dass die Coronapandemie unmittelbar nach der Unternehmensgründung aufkam, nennt Schneider „unpraktisch“. Seither gebe es kaum noch Geschäftsreisen. Trotzdem glaubt er fest daran, dass die App gebraucht wird. Denn: „Firmen geben uns das Feedback, dass sie jetzt die Kapazität haben, um Abläufe zu digitalisieren, damit sie gerüstet sind, wenn es wieder losgeht.“ Außerdem helfe die App ja auch beim Abrechnen von Auslagen. Wenn etwa ein Mitarbeiter im Homeoffice eine neue Tastatur braucht, könne er die Kosten über den Trip-Agent abrechnen.

Nach der Zukunft gefragt, sagt Schneider: „Mein Wunsch wäre eine Firma mit 20 bis 30 Mitarbeitern, die in sehr gutem Arbeitsklima gemeinsam sehr gute Lösungen schaffen. Sowohl eigene Ideen als auch Aufträge von Unternehmen.“ Größer solle die Firma nicht werden, damit sie flexibel und agil bleibe – „eben das, was ein Start-up ausmacht“.