Von drauß’ vom Walde kommt er her: Hansjörg Schweizer in seiner Adventsarbeitsbekleidung, dem Weihnachtsmann-Dress. Foto: Caroline Holowiecki

Hansjörg Schweizer ist Mietweihnachtsmann, lässt sich seit etwa fünf Jahren für Firmenveranstaltungen, Adventsmärkte oder private Bescherungen engagieren. Wer an seinem Bart zieht, erlebt eine Überraschung.

Stuttgart - Dieser Bart! Weiß und wollig und gleichmäßig getrimmt. Dazu die schneeweiße Wallemähne. So muss er aussehen, der Weihnachtsmann. Kinder tuscheln, wenn sie Hansjörg Schweizer sehen. Das ist er doch, raunen sie ihren Eltern oder Großeltern zu. Der 56-Jährige kennt diese Reaktion schon und genießt sie. Denn tatsächlich: Er sieht nicht nur aus wie der Weihnachtsmann, er tritt in dieser Rolle auch auf.

Seine liebsten Termine sind Privatauftritte

Hansjörg Schweizer ist Mietweihnachtsmann, lässt sich seit etwa fünf Jahren für Firmenveranstaltungen, Adventsmärkte oder private Bescherungen engagieren. Das läuft über Mund-zu-Mund-Propaganda. Bei einer Agentur wird er nicht geführt. Am 6. Dezember gibt er auch den Nikolaus mit der Rute. Kinder, seine Hauptklientel, nehmen das historisch nicht so eng. Wenn der große Mann mit der Bassstimme das Zimmer betritt und den Jutesack absetzt, dann sitzen Mädchen und Jungen mit offenen Mündern und großen Augen da. „Die Reaktionen der Kinder, das ist etwas Besonderes“, sagt er schmunzelnd. Deswegen seien Privatauftritte bei Familien auch seine liebsten Termine. Freilich werden die Auftritte zuvor mit den Eltern detailliert abgesprochen. Hansjörg Schweizer lernt die Kindernamen auswendig, prägt sich die Gesichter von Bildern ein, erkundigt sich über das Betragen. Auch der Ablauf der Bescherung wird inszeniert. Meist betritt der Gast in Rot-Weiß mit einem „Von drauß’ vom Walde komm’ ich her“ den Raum, „manche wollen das aber nicht so theatralisch“. Anderswo bekommt er ein Buch zugesteckt, aus dem er vorlesen soll. Jede Show ist anders. Was indes regelmäßig vorkommt: Dass ein Kind am Bart zieht und testet, ob er echt ist, erzählt der Mann aus Büsnau lachend.

Einen Wattebart mag Schweizer nicht

Dass die Gesichtsbehaarung authentisch ist, darauf ist er durchaus stolz. Von Weihnachtsmännern mit Wattebart hält er nichts. Dabei sieht Hansjörg Schweizer zwischen Neujahr und Spätsommer eigentlich ganz anders aus. Das Haupthaar trägt er kurz, das Gesicht ist weitgehend glatt. Eigentlich ist er gar kein Vollbart-Fan, gesteht er. „Der macht mich viel älter. Meiner Freundin gefällt er auch nicht.“ In der Vorweihnachtszeit wird der Bart täglich morgens gewaschen und gebürstet, doch nach dem letzten Engagement im Dezember wird der Rasierer rausgeholt. Dann ist der Weihnachtsmann inkognito unterwegs, geht seiner Arbeit als Verkäufer, Verkaufstrainer und Hypnotiseur nach – bis September. Dann wird wieder der Bart gezüchtet.

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