Trösten und Tränen trocknen nach dem Abschiedsflug: Air-Berlin-Mitarbeiterinnen halten sich am 27. Oktober 2017 am Flughafen Berlin-Tegel nach der Landung der Maschine aus München in den Armen. Foto: dpa

Vor einem Jahr hat Air Berlin seinen Flugbetrieb eingestellt. Doch auch zwölf Monate nach der Insolvenz der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft ist ihr Name noch nicht gänzlich von der Bildfläche verschwunden. Eine Rückschau in Bildern.

Berlin - Ein Jahr nach dem letzten Flug von Air Berlin sind noch immer Flugzeuge im rot-weißen Design des insolventen Unternehmens unterwegs. Sie sind aber längst für die Lufthansa-Tochter Eurowings im Einsatz. „Einige wenige Maschinen müssen noch auf ihre Eurowings-Lackierung warten. Das hängt damit zusammen, dass wir die Maschinen im Sommerflugplan nicht aus dem Programm nehmen wollten“, sagte eine Eurowings-Sprecherin auf Anfrage.

Außerdem sei es schwierig gewesen, für die Umlackierung Termine zu bekommen. Nach und nach sollen nun die letzten von insgesamt 77 übernommenen ehemaligen Air-Berlin-Flugzeugen umgespritzt werden. „Die Lackierung soll voraussichtlich Ende März kommenden Jahres abgeschlossen sein“, teilte die Sprecherin mit.

Air Berlin hatte am 15. August 2017 Insolvenz angemeldet. Am 27. Oktober stellte sie ihren Flugbetrieb ein. Der letzte Flug brachte Passagiere von München nach Berlin.

58 von einst 8000 Mitarbeitern sind noch da

Das Unternehmen Air Berlin existiert aber weiterhin. Es seien derzeit noch 58 von einst 8000 Mitarbeitern beim Unternehmen in Berlin beschäftigt, sagte der Sprecher des Insolvenzverwalters Lucas Flöther, Christoph Möller. „Sie unterstützen den Insolvenzverwalter bei der Abwicklung des Unternehmens.“ Es gehe vor allem darum, die zahlreichen Forderungen von Gläubigern zu prüfen. In dem Insolvenzverfahren gibt es mehr als 1,3 Millionen Gläubiger, die meisten von ihnen sind Kunden von Air Berlin, deren Flüge in der Endphase nach dem Insolvenzantrag abgesagt wurden.

Nach wie vor ist Air Berlin auch an der Börse notiert. Zuletzt pendelte der Aktienkurs zwischen einem und zwei Euro-Cent pro Anteilsschein. Zwar ist nach Worten Möllers ein Rückzug von der Börse geplant, dafür geben es jedoch „keinen Zeitplan“. Aktionäre seien Gesellschafter, und deren Forderungen würden im Insolvenzverfahren nachrangig berücksichtigt, erläuterte der Sprecher.

Auch der Verkauf des Markennamens „Air Berlin“ dürfte ganz am Ende des Insolvenzverfahrens stehen. Bis auf weiteres werde der Name vor allem für eine Internetseite als Anlaufstelle für die Gläubiger gebraucht.

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