Die 22-Jährige Lena Große Scharmann hat das Zeug zum Publikumsliebling beim Stuttgarter Volleyball-Bundesligisten. Nach zuletzt zwei Jahren in Straubing kommt sie gereift zurück.
Stuttgart - Identifikationsfiguren sind wichtig im Sport – vor allem für die Fans. Oft kommen diese aus der Region des Vereins oder haben sich durch ein langjähriges Engagement um den Club verdient gemacht. Noch ist es ein wenig zu früh, aber bei den Volleyballerinnen des Frauen-Bundesligisten Allianz MTV Stuttgart könnte gerade eine solche Identifikationsfigur heranwachsen. Die Rede ist von Lena Große Scharmann – die 22-jährige Diagonalangreiferin ist in Filderstadt geboren und in Stuttgart-Möhringen aufgewachsen. Bereits zwei Mal ging sie für die zweite Mannschaft des MTV auf Punktejagd, zuletzt in der Saison 2017/18. Nach zwei Jahren bei NawaRo Straubing in der Bundesliga ist die ehemalige Junioren-Nationalspielerin in ihre Heimat zurückgekehrt und soll den Stuttgarterinnen nun dabei helfen, die ambitionierten Ziele des Vereins zu erreichen. Große Scharmann ist sowohl mit der Stadt Stuttgart als auch mit Allianz MTV verbunden und vertraut – und damit wie geschaffen für die Rolle als Publikumsliebling.
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Nach zwei Jahren in Straubing sieht sich Große Scharmann für die Aufgabe beim Meisterschafts-Anwärter gerüstet. „Es war echt eine coole Zeit. Einerseits habe ich mich sportlich deutlich weiterentwickelt, andererseits bin ich auch außerhalb des Feldes gereift“, blickt die Athletin positiv gestimmt zurück. In Bayern hat sich Große Scharmann in den vergangenen Spielzeiten zur Leistungsträgerin und Topscorerin ihres Teams entwickelt. Insgesamt 15 Mal sackte sie die Auszeichnung als wichtigste Spielerin der Partie ein – so oft wie keine andere ihrer Mannschaftskolleginnen. Es erscheint logisch, dass sich der MTV um die Rückkehr des Eigengewächses bemüht hat. Und für Große Scharmann war schnell klar, dass sie zurück in ihre Heimat wechseln möchte. „Es war wichtig für mich, den nächsten Schritt in meiner Karriere zu machen. Straubing hätte vermutlich wieder die gleichen Ziele verfolgt, hier in Stuttgart hat man andere Ansprüche. Außerdem sind hier die Trainingsmöglichkeiten besser“, nennt sie die Gründe für die Veränderung – die jedoch nicht nur sportlicher Natur waren. „Natürlich ist es auch schön, wieder hier zu sein. In der Region habe ich Freunde und Familie, außerdem studiere ich in Hohenheim Wirtschaftswissenschaften. Das lässt sich jetzt natürlich um einiges leichter verbinden.“
Gespann mit Krystal Rivers
Große Scharmann bewohnt seit ihrer Rückkehr gemeinsam mit der Zuspielerin Pia Kästner eine WG. Ihre Mitbewohnerin ist die einzige im Kader, mit der sie bereits zusammengespielt hat. Doch nicht beim MTV, sondern bei VCO Berlin. „Ein paar andere Akteurinnen kenne ich außerdem noch aus der vergangenen Saison, als wir gegeneinander gespielt haben.“ Doch auch von ihren restlichen Kameradinnen ist Große Scharmann begeistert, sie fühlt sich gut aufgenommen. „Vor dem ersten Training war ich schon ein wenig nervös“, verrät sie, „doch alle hier sind echt super lieb.“
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Zusammen mit der Ausnahmekönnerin Krystal Rivers soll die 22-Jährige fortan das Stuttgarter Duo im Diagonalangriff bilden. Obwohl in der US-Amerikanerin die beste Punktesammlerin des Teams auf ihrer Position spielt, rechnet Große Scharmann mit genügend Spielzeit: „Wir spielen Bundesliga, Pokal und Champions League – so eine lange und anstrengende Saison kann niemand alleine stemmen. Ich denke, dass wir uns gut ergänzen.“ Die 22-Jährige erhofft sich zudem, von Rivers zu profitieren: „Ich habe in jedem Bereich noch Verbesserungspotenzial. Von ihr kann ich sicherlich einige Dingen lernen.“ Doch nicht nur persönlich will sich Große Scharmann weiterentwickeln, auch mit ihrem neuen Team verfolgt sie ambitionierte Ziele: „Wir wollen Erfolge feiern, die Meisterschaft ist sicherlich ein Thema.“
Vertrag läuft vorerst ein Jahr
Die Stuttgarter Verantwortlichen erhoffen sich wichtige Impulse von Große Scharmann – in erster Linie in der Offensive. In diesem Bereich hat sie bereits in Straubing ihr enormes Potenzial gezeigt. „Meine Stärken liegen sicherlich im Scoring, das muss auf meiner Position aber auch so sein. Auch mit meinem Aufschlag kann ich überzeugen“, sagt die Studentin.
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Große Scharmann hat sich mit den Verantwortlichen auf einen Einjahresvertrag geeinigt – mit der Option auf eine weitere Spielzeit. In dieser Zeit will die Diagonalangreiferin nicht nur mitmischen, sie will vorangehen. „Das habe ich auch in Straubing schon so gemacht“, verrät sie. Sollte sie das schaffen, könnte sie sich vielleicht tatsächlich zur nächsten Identifikationsfigur bei Allianz MTV Stuttgart mausern.