Architekt Johann Spengler stellte den Entwurf für den Garden Campus im Rahmen der Conmedia der Hochschule der Medien im Juni 2017 vor. Foto: Archiv Christoph Kutzer

Die Schweizer SSN Group hat den Eiermann-Campus in Stuttgart-Vaihingen erworben. Im Bezirksbeirat haben Investor und Architekten über den aktuellen Stand des nicht bei allen beliebten Großprojekts informiert.

Vaihingen - Das Projekt ist eine echte Herausforderung“, sagte Jürgen Gießmann, Beiratsvorsitzender der SSN Group AG, in der Märzsitzung des Vaihinger Bezirksbeirats über das Bauvorhaben auf dem ehemaligen IBM-Areal. Unter anderem, weil das Bauprojekt mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden muss, der für die vier von Egon Eiermann entworfenen Türme gilt. „Aber wir haben uns jetzt eingearbeitet und sind in enger Kooperation mit der Stadt Stuttgart“, sagte Gießmann. Er bezeichnete sich als „schwäbischen Koordinator“ des Projekts, in das die Schweizer SSN Group investiert. Als Leonberger sei er Ansprechpartner vor Ort. Die SSN Group hat im Frühjahr 2017 die Leitung des Projekts Garden Campus vom bisherigen Investor, der Gerchgroup, übernommen.

Investor will im Gespräch bleiben

Hintergrund des Besuchs von Gießmann und weiteren Vertretern der SSN Group und der ausführenden Architekten war, dass die Bezirksbeiräte bemängelt hatten, über den Verkauf nicht informiert worden zu sein. Der Campus war Teil eines Portfolios der Gerchgroup mit insgesamt neun Projekten. „Das Unternehmen hat dieses Portfolio an die SSN Group verkauft“, erklärte Gießmann. „Die einen entwickeln ein Projekt bis zu einem bestimmten Punkt und verkaufen dann, die anderen kaufen ein Projekt und machen die Planung und Durchführung“, sagte Gießmann. Damit wollte er den Bezirksbeiräten die Sorge nehmen, die SSN Group könne den Campus ebenfalls bald wieder verkaufen. „Wir werden noch längere Zeit hier vor Ort sein“, sagte er. „Und wir wollen mit Ihnen im Gespräch bleiben.“ Bis das Projekt, fertiggestellt sei, werde es sicherlich 2025 oder 2026 sein.

Der Verkehr ist das Hauptthema

Johann Spengler von Steidle Architekten erläuterte den aktuellen Stand des Projekts. „Die aktuellen Pläne haben nach der Vorstellung im Gemeinderat im Dezember 2016 Anpassungen erfahren“, sagte Spengler. So sei die Geometrie der Gebäude verändert worden, etwa beim Anschluss an die Pascalstraße. „Beim Thema Verkehr und Parken sind wir im intensiven Austausch mit den Verkehrsplanern.“ In den nächsten Tagen seien Gespräche mit der Stadt geplant zu Themen wie Infrastruktur, etwa bei der Kinderbetreuung, Entwässerung, Mobilität und Anbindung. „Es geht jetzt darum, die Pflichtthemen abzuarbeiten“, sagte Spengler.

„Ich hoffe, dass die Kommunikation besser wird“, sagte Ulrich Bayer (CDU) und erinnerte daran, dass einige Bürger und Bezirksbeiräte vom Projekt Garden Campus bislang wenig begeistert sind. Das liegt unter anderem daran, dass die Vaihinger mit der Aufsiedlung zusätzlichen Verkehr befürchten. Um dem Infarkt vorzubeugen, arbeitet die Stadt derzeit an einem Verkehrskonzept. „Die Offenheit garantieren wir. Beim Thema Mobilität müssen wir jetzt an der Basis ran“, sagte Jürgen Gießmann. In den nächsten Monaten gehe es darum, die Grunddaten zu ermitteln und Konzepte zu entwickeln. „Es muss nicht sein, dass sich der Verkehr mit der Bebauung verschlimmert“, sagte Gießmann.

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