Eiermann-Areal in Stuttgart Borgward plant Zentrale auf ehemaligem IBM-Campus

Von Michael Gerster 

Die künftige Borgward Group AG plant ihr weltweites Hauptquartier in Stuttgart Foto: dpa
Die künftige Borgward Group AG plant ihr weltweites Hauptquartier in Stuttgart Foto: dpa

Die wiederbelebte Automarke Borgward will sich offenbar auf dem Eiermann-Areal in Stuttgart ansiedeln. Als Zwischenlösung soll der Bürokomplex City Gate beim Hauptbahnhof dienen.

Stuttgart - Lange Jahre stand die ehemalige IBM-Zentrale auf dem Eiermann-Areal am Rande Stuttgarts leer. Bald könnte es neue Nutzer geben. Und die haben es in sich. Nach Informationen der Stuttgarter Nachrichten plant die künftige Borgward Group AG ihr weltweites Hauptquartier in der Landeshauptstadt. Dies geht aus einem 30-seitigen Konzeptpapier hervor, das unserer Zeitung vorliegt. Ein Sprecher der Stadt bestätigte, dass es entsprechende Gespräche gegeben habe. Als Verhandlungspartner tritt dabei der chinesische Lkw-Hersteller und Borgward-Partner Foton auf.

Den Plänen zufolge will Borgward auf dem Areal in Vaihingen bis zum Jahr 2019 die Abteilungen Pkw-Verkauf und -Vertrieb, Forschung und Entwicklung sowie Design und Prototypen aufbauen. In einem ersten Schritt sollen die bestehenden Gebäude renoviert werden, dann folgen auch Neubauten. Zusammen mit Foton will Borgward in Stuttgart knapp 260 Millionen Euro investieren. Am Hauptsitz werden dann 235 Mitarbeiter beschäftigt sein. Auf dem Areal entstehen auch Wohnungen und Kultureinrichtungen.

Da sich nach Insider-Informationen die Verhandlungen um das Gelände hinziehen, wird die Borgward Group AG zunächst im neuen Bürokomplex City Gate beim Hauptbahnhof ihr Hauptquartier aufschlagen. Borgward-Vizeaufsichtsratschef Karlheinz L. Knöss bestätigte, dass das Unternehmen in Stuttgart innerhalb von wenigen Monaten offiziell starten will.

Die Investition ist Teil der Wachstumsstrategie des chinesischen Nutzfahrzeugherstellers Foton, der gemeinsam mit Daimler unter der Marke Auman Lkw für den asiatischen Markt herstellt und in Zukunft auch Autos im globalen Maßstab produzieren will. Ein erster Borgward in Form eines kompakten Geländewagens wird im Herbst auf der IAA in Frankfurt präsentiert. Bis zum Jahr 2020 sollen pro Jahr 800 000 Borgward verkauft werden.

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