Dieter Locher (links) wird von Oberbürgermeister Markus Kleemann ausgezeichnet. Foto:  

Dieter Locher erhält die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg. Das Sindelfinger Leichtathletik-Urgestein hat sich mit der Organisation von Wettkämpfen große Verdienste erworben.

Mit der Landesehrennadel ist am Dienstag das Sindelfinger Leichtathletik-Urgestein Dieter Locher ausgezeichnet worden. Seit über fünf Jahrzehnten ist der Name des heute 72-Jährigen vor allem mit der Organisation von Veranstaltungen ab Kreisebene bis hinauf zur Weltmeisterschaft untrennbar verbunden.

 

Glaspalast und Floschenstadion seien Dieter Lochers „zweites Zuhause“, sagte Sindelfingens Oberbürgermeister Markus Kleemann in seiner Laudatio. Nicht „Repräsentation auf der großen Bühne“ sei sein Markenzeichen, führte Markus Graßmann aus. „Wenn Dieter Locher im Maschinenraum der Leichtathletik den Hut auf hat, dann klappt es auch“, lobte VfL-Vorstandsmitglied Graßmann, einst auch Leichtathletik-Abteilungsleiter.

In den 1970er Jahren kommt Dieter Locher nach Sindelfingen

Begonnen hat die Leichtathletikbegeisterung von Dieter Locher schon in ganz jungen Jahren. „1960 durfte ich bei einem Lauf das Zielband halten“, erinnert sich der gebürtige Calmbacher zurück. Als Jugendlicher war er selbst aktiv und brachte es zum damals sehr passablen 60-Meter-Speerwerfer.

Bereits während seines Lehramtsstudiums der Fächer Sport und Physik zog es ihn nach Sindelfingen – auch der Liebe zu seiner späteren Frau Angelika wegen, die als Weitspringerin beim VfL aktiv war. Hier fand der Schwarzwälder seine berufliche Heimat und war 37 Jahre lang bis zum Ruhestand als Lehrer und Abteilungsleiter an der Gottlieb-Daimler-Schule tätig – mit teils illustren Schülern wie zum Beispiel dem amtierenden Zehnkampf-Weltmeister Leo Neugebauer.

Immer alles im Blick: Dieter Locher als Organisator im Glaspalast Foto: Archiv/Schmidt

Besonders wichtig wurde Dieter Locher aber bei der Organisation von Leichtathletikveranstaltungen, dieses Engagement währt jetzt schon mehr als 50 Jahre. Als Koordinator im Wettkampfbüro und vor allem mit seinem frühen Faible für EDV und Digitalisierung lief ohne ihn als Organisator, technischen Leiter und „Troubleshooter“ nichts.

Eine Expertise, die sich schon bald auf höheren Ebenen herumsprach. So rückte Dieter Locher unter anderem ins Präsidium des Württembergischen Leichtathletik-Verbandes auf.

Senioren-Hallen-WM 2004 im Glaspalast gilt als Meisterstück

Zeitpläne, Starterlisten, Urkundendruck, Auf- und Abbau - insgesamt organisierte Dieter Locher nicht nur unzählige kleinere Veranstaltungen, sondern nach eigenen Angaben auch 67 deutsche Meisterschaften und 24 internationale Hallensportfeste in Sindelfingen. Zudem war bei den Leichtathletik-Europa- und Weltmeisterschaften in Stuttgart, München und Berlin in den Jahren 1986, 1993, 2002 und 2009 in verantwortlicher Rolle mit dabei.

Sein persönlicher Höhepunkt aber war im Jahr 2004 die Hallenweltmeisterschaft der Senioren im heimischen Glaspalast. „Lochers’ unvergessenes Meisterstück“, hat Markus Graßmann die fünftägige Veranstaltung bis heute lebhaft vor Augen.

„Wahnsinn, es ist ein Lebenswerk!“, fasste Markus Kleemann das erfolgreiche Wirken von Dieter Locher zusammen. Doch der Geehrte will nun im Ehrenamt etwas kürzer treten und die offizielle Verantwortung für die Veranstaltungsorganisation bei den VfL-Leichtathleten in jüngere Hände geben. Ganz aufzuhören aber kann und will er sich nicht vorstellen. „Erst wenn ich mit den Füßen voraus aus dem Stadion getragen werde“, kalauerte Dieter Locher einst anlässlich eines runden Geburtstags.