Die TSG-Backnang spürt die Konkurrenz der Fitnessstudios und will gegensteuern. Foto: Pascal Thiel

Das Projekt TSG-Garten wird wohl mehrere Millionen Euro kosten und soll dem Backnanger Traditionsverein neue Mitglieder bringen. Im Gespräch ist unter anderem ein clubeigenes Fitness-Studio.

Backnang - Bei der TSG Backnang trainieren und üben fast 1000 Kinder. Viele Senioren kämen mit einem Rezept vom Arzt zum Rehasport, erzählt Claudia Krimmer. „Aber für die Zielgruppe 30/40 plus müssen wir etwas tun.“ Der 1846 gegründete Verein hat zwar rund 3100 Mitglieder. Er gehört damit zu den großen Clubs im Landkreis. Aber die Sportstudios würden zu immer größeren Konkurrenten, sagt die hauptamtliche Mitarbeiterin des Vereins, die für das Projekt TSG-Garten verantwortlich ist. Früher hat sie selbst geturnt – was ganz offenkundig auf ihre Sohn abfärbte. Sebastian Krimmer (27 Jahre) ist Mitglied der Turner-Nationalmannschaft.

Ehrgeiziges Projekt

Noch ist der TSG-Garten nur ein bisschen mehr als eine tolle Idee, die indes möglichst bald umgesetzt werden soll. Die Realisierung des ehrgeizigen Mammutprojekts dürfte den Verein ein paar Millionen Euro kosten. Zu den möglichen Bausteinen gehören unter anderem ein Gymnastikraum, neue Räume für die Geschäftsstelle, eine Praxis für einen Physiotherapeuten, eine Geräteturnhalle mit einer sogenannten Bewegungslandschaft, womöglich ein clubeigenes Fitness-Studio sowie ein inklusiver Kinderspielplatz, der öffentlich zugänglich und für behinderte Buben und Mädchen geeignet sein soll.

Ein Vorhaben, das der Stadt Backnang besonders wichtig gewesen wäre, hat die TSG jetzt gestrichen: den Sportkindergarten. Der Vorstand, sagt Claudia Krimmer, habe sich die Sache nicht leicht gemacht. Sie ist selbst Mitglied im Vorstand und erklärt sinngemäß: Der Kindergarten, der schon 2019 hätte eröffnet werden müssen, hätte zu viel Aufwand verursacht. Das Projekt sei nicht für alle Ewigkeit beerdigt, aber der Verein wolle sich zunächst intensiv mit dem TSG-Garten beschäftigen.

Man werde womöglich ein Baufenster auf dem Gelände für einen künftigen Sportkindergarten reservieren. Als kleine Alternative zur Betreuungseinrichtung käme eventuell eine Tagesstätte mit bewegungsfreundlichem Profil in Frage.

Hoffnung auf Sponsoren

Einen genauen Zeitplan gebe es noch nicht, auch kein komplett ausgetüfteltes Finanzierungskonzept. Auf mehrfache Nachfrage sagt Claudia Krimmer nur so viel: „Spätestens 2020“ sollte sich auf dem Vereinsgelände im Größeweg auf dem Hagenbach etwa tun. Die Stadtverwaltung habe signalisiert, dass der Bebauungsplan geändert werden könne. Der Verein setze auf Zuschüsse von der Kommune und vom Württembergischen Landessportbund (WLSB). Und, wer weiß, sagt eine optimistische Claudia Krimmer, vielleicht fänden sich ja potente Sponsoren. Zudem gebe es im Verein mehrere talentierte Mitglieder, die bei dem ein oder anderen Gewerk bestimmt mit Hand anlegen würden. Klar sei aber: das Projekt „steht und fällt mit dem Geld“. Kredite seien in jeden Fall nötig.

In Schorndorf ist ein solches Vereinssportzentrum nach langer Vorplanung errichtet worden, ein Sportkindergarten steht kurz vor dem Baubeginn. Er soll in einen Neubau der Umkleideräume und zweier Bewegungsräume in den künftigen Sportpark integriert werden. Das Schorndorfer Sportvereinszentrum hat 4,1 Millionen Euro gekostet, die Kosten für den Kindergarten werden bisher mit sechs Millionen Euro beziffert.

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