Wer mit dem Fahrrad fährt und Foodsharing betreibt, also Lebensmittel vor der Tonne rettet, tut viel für den Klimaschutz. Foto: dpa/Patrick Seeger

Die Corona-Krise geht irgendwann vermutlich vorbei, die Klima-Krise jedoch bleibt. Deshalb werden für den Ehrenamtspreis der Filder-Zeitung und der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen Menschen gesucht, die sich engagieren. Es stehen 5000 Euro zur Verfügung

Filder - Als der Schwerpunkt für den diesjährigen Ehrenamtspreis festgelegt wurde, hatte noch keiner ahnen können, dass die Klima-Krise in diesem Jahr so derartig von einer anderen Krise überschattet werden könnte. Das Coronavirus hat alles umgeworfen. Trotzdem, beziehungsweise gerade deshalb ehren die Filder-Zeitung und die Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen (KSK) in diesem Jahr Menschen, die sich ehrenamtlich für Nachhaltigkeit und Klimaschutz einsetzen. Noch bis Mittwoch, 17. Juni, können Bewerbungen für den Ehrenamtspreis „Starke Helfer“ eingereicht werden. Es stehen 5000 Euro zur Verfügung. Das Geld wird unter den Gewinnern verteilt und soll anschließend den Projekten zugutekommen.

„Ich glaube, dass der Ehrenamtspreis mit diesem Fokus richtig ist“, sagt der Esslinger Landrat Heinz Eininger. „Denn es gibt auch eine Nach-Corona-Zeit. Das Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz wird uns noch über mehrere Generationen hinweg beschäftigen.“ Zudem hätten das Coronavirus und dessen Auswirkungen auch einen großen Zusammenhalt hervorgebracht, „die Menschen sind zusammengerückt“.

Insektenschutz, Lebensmittelverschwendung, Ressourcenschonung

Den Ehrenamtspreis gibt es bereits seit 2003, also seit 17 Jahren. Immer wieder wurden Helfer gesucht und ausgezeichnet, die sich in einem bestimmten Bereich engagieren. In diesem Jahr steht die Nachhaltigkeit im Fokus: Denn um den Klimawandel zu bekämpfen, zählt das Verhalten jedes Einzelnen. Und immer mehr Menschen fangen damit einfach an – ohne auf einen offiziellen Startschuss der Politik zu warten. Diese Menschen handeln vor Ort, in ihrer Kommune, in ihrer Gemeinde, in ihrem Stadtteil.

Die vorgeschlagenen Projekte für den Ehrenamtspreis dürfen ganz unterschiedlich sein, es darf beispielsweise um Insektenschutz, ressourcenschonendes Wirtschaften, den Kampf gegen Lebensmittelverschwendung oder auch um etwas ganz anderes gehen. Allen Projekten gemein soll der feste Wille sein, etwas zu verändern, um die Welt auch noch für nachfolgende Generationen lebenstauglich zu hinterlassen.

„Alle Bewerber sind uns gleich lieb“

Burkhard Wittmacher, der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, hält dieses Engagement für enorm wichtig: „Wir erleben selbst die Auswirkungen des Klimawandels, beispielsweise durch anhaltende Trockenheit.“ Egal, ob Menschen im öffentlichen Raum Bäume pflanzten, alternative Energieträger nutzten oder sich Schüler für den Klimaschutz einsetzten, „alle Bewerber sind uns gleich lieb, egal, in welchem Bereich sie etwas Vorbildliches tun, um die Welt in ihrer Vielfalt zu erhalten.“

Wittmacher glaubt, dass die Corona-Krise sogar eine Chance für die Nachhaltigkeit sein könnte: „Aufgrund der Pandemie sind viele Menschen zurzeit mehr zuhause und machen sich Gedanken über grundlegende Fragen, wie zum Beispiel: Was brauche ich? Wo fällt mir der Verzicht schwer? Und was ist tatsächlich wichtig im Leben? Dies ist ein guter Zeitpunkt, um mit dem Ehrenamtspreis den Fokus auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu lenken.“

Eigene Lebensgewohnheiten ändern

Mithilfe des Ehrenamtspreises sollen andere zur Nachahmung angeregt werden und diejenigen geehrt werden, die sich schon ehrenamtlich betätigen, sagt Burkhard Wittmacher. Ganz ähnlich äußert sich auch der Landrat Heinz Eininger: „Wir wollen die bestehenden Initiativen im Landkreis hervorheben, diese fördern, weiter vertiefen und noch mehr Menschen darauf aufmerksam machen.“ Denn letztlich gehe es darum, dass die Menschen ihre Lebensgewohnheiten änderten. Nur dann könne tatsächlich etwas verändert werden, sagt Eininger.

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