Im Pavillon Sindelfingen kommen sich Bands (wie hier Mahala Rai Banda) und Publikum ganz nahe. Foto:  

Hilmar Kallweit, zweiter Vorsitzender bei der IG Kultur Sindelfingen, spricht über ehrenamtliche Veranstalter und was Menschen verpassen, die sich für Kulturangebote nach Stuttgart orientieren.

In Sindelfingen schätzt man laut Heimat-Check das Kulturangebot. Welchen Anteil daran haben ehrenamtliche Veranstalter wie die IG Kultur?

 

Da bin ich natürlich parteiisch, aber um es klar zu sagen: Ohne ehrenamtliche Veranstalter wäre das Kulturangebot bei uns tot. Das sieht man auch an der Biennale, die ohne ehrenamtliches Engagement gar nicht zustande gekommen wäre. Die Stadt fördert uns Ehrenamtliche deshalb auch, allerdings könnte es mehr sein. Denn wenn sie es selbst machen würde, wäre es immer teurer.

Hilmar Kallweit Foto: Jogi Hild

Wie bewerten Sie das Kulturangebot im Landkreis Böblingen allgemein?

Deutlich besser als sein Ruf. Oft orientieren sich Kulturinteressierte bei uns nach Stuttgart und verpassen dabei echte Kulturperlen in ihrer engeren Umgebung. Hier bekommt man oft bei kleineren Veranstaltungen unmittelbaren Zugang. Der Erlebnisfaktor ist dadurch deutlich ausgeprägter als bei Großveranstaltungen. Nur fehlt manchmal die Transparenz, wo man hier was erleben kann. Da muss man nachbessern.

Zusammen mit anderen Ehrenamtlichen haben Sie einen Kulturrat gegründet. Was bezwecken Sie damit?

Wir wollen Kunst und Kultur im Kreis erhalten und fördern. Dazu wollen wir Impulse setzen und Räume für Kultur schaffen. Die Vernetzung soll verbessert und die Interessen unserer Mitglieder vertreten werden. Die Schnittstelle zur Politik soll optimiert und der Standortfaktor Kultur zusammen mit der Wirtschaft ausgebaut werden. Dazu touren wir gerade durch die Gemeinden und entwickeln die Infoplattform „Kulturradar“