Silke Hachenberg freut sich auf die Schulungen im Verwaltungsgebäude. Foto: Annina Baur

Ob Arztbesuch, Spaziergang oder ein offenes Ohr: Demenzkranke und ihre Angehörigen brauchen Unterstützung. Die Schulung „Wegbegleiter für Demenzkranke“ will interessierte Ehrenamtliche auf die schwierige, aber erfüllende Aufgabe vorbereiten.

Bad Cannstatt - Ein Arztbesuch, der Wocheneinkauf oder ein amtliches Formular verstehen und richtig ausfüllen: Die kleinen Aufgaben des Alltags können für demenzkranke Menschen eine Herausforderung sein, bei der sie Unterstützung brauchen. Nicht immer schaffen die Angehörigen dies alles allein: „Man steht schnell an der Grenze zur Überforderung, vor allem, wenn die Krankheit fortschreitet und sich das Verhalten massiv verändert und der Tag-Nacht-Rhythmus wegfällt“, sagt Silke Hachenberg, Bereichsleiterin Pflege bei Konzept-e, einer Einrichtung für Bildung und Betreuung, Hachenberg weiß, wovon sie spricht, ihre Mutter ist früh an Demenz erkrankt. Die Schulung „Wegbegleiter für Menschen mit Demenz“, die sie gemeinsam mit Rada Strika vom Seniorenzentrum Sommerrain entwickelt hat, ist deshalb ein Herzensprojekt.

„Wir suchen Ehrenamtliche, die sich mit Herz und Engagement einbringen möchten und wollen helfen, noch mehr Verständnis für die Besonderheiten der Demenz zu entwickeln“, sagt Hachenberg. Damit sich Schüler, Studenten, Rentner oder andere Interessierte mit ein wenig Zeit besser darauf einstellen können, was sie in ihrem Ehrenamt erwartet, wird im Verwaltungsgebäude Bad Cannstatt eine Schulung angeboten. In vier Vorträgen lernen die zukünftigen Wegbegleiter mehr über die Krankheit, erfahren, wie sie vermeiden, sich selbst zu überfordern und bekommen praktische Tipps, wie sie in kniffligen Situationen mit ihren Schützlingen umgehen.

Erste Schulung beginnt Ende Oktober

Das Besondere ist, dass die Schulung für Ehrenamtliche unterschiedlicher Träger offen ist und auch eine übergreifende Plattform bieten will, erklärt Hachenberg: „Wir wünschen uns, dass die Ehrenamtlichen auch die Wahl haben, in welcher Einrichtung sie wobei mitarbeiten möchten.“ Dem Einen liege es vielleicht besser, mit einem dementen Menschenspazieren zu gehen, während der andere gern bastele und der dritte ohnehin regelmäßig Konzerte besuche. „Wenn viele einen kleinen Beitrag leisten, kommt etwas Großes zusammen.“

Kontakt und Info:
Termine für die Schulung sind 29. Oktober, 5. und 19. November von 15.30 bis 18.30 Uhr und 28.11. von 10 bis 14 Uhr. Informationen und die Möglichkeit, sich anzumelden, gibt es im Internet unter www.wohnvielfalt.de oder unter der Rufnummer 6569 6032.

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