Cacau (li.) auf der Bühne mit dem Jesustreff-Gründer Tobi Wörner Foto: Martin Stollberg

Schon auf dem Fußballplatz hat der ehemalige VfB-Profi Cacau regelmäßig seinen Glauben an Gott öffentlich gezeigt. Nun hat der 36-Jährige am Sonntagmittag vor mehreren hundert Menschen eine Predigt beim Jesustreff im Wizemann gehalten.

Stuttgart - Manche Fußballprofis ruhen sich nach dem Ende ihre Karriere einfach aus: Sie kaufen ein großes Haus, ein teures Auto und genießen es, nicht mehr so gut wie jeden Tag auf dem Fußballplatz zu stehen. Der ehemalige VfB-Stürmer Cacau, der mit bürgerlichem Namen Claudemir Jerônimo Barreto heißt, ist anders.

Nachdem er im vergangenen Jahr zum letzten Mal seine Sportschuhe für den VfB schnürte – bis Mai 2016 spielte er noch für die zweite Mannschaft –, wurde er im November Integrationsbeauftragter des Deutschen Fußball-Bunds (DFB). Am Samstag wurde ihm von Ministerpräsident Winfried Kretschmann ein Verdienstorden für seine herausragenden Dienste für das Land verliehen. Und einen Tag später stand er vor mehreren Hundert Menschen im Wizemann im Stuttgarter Norden auf der Bühne: als Gastprediger beim Jesustreff.

Der Ex-Fußballer spricht über Sünde und Freiheit

„Früher konnte ich nicht gut vor vielen Menschen reden“, berichtete Cacau zu Beginn. „Doch ich wollte meine Geschichte erzählen und möchte das weitergeben, was ich erlebt habe und was Gott mir gegeben hat.“ Vor rund drei Jahren hat Cacau schon einmal bei einem Gottesdienst der Jesustreffler eine Predigt gehalten – damals noch ganz beschaulich im Gemeindehaus der Nordgemeinde. Mittlerweile zieht der moderne Gottesdienst so viele Menschen an, dass die Macher im Januar 2017 in das Industrieareal an der Quellstraße zogen. Zu den Gottesdiensten, die sonntags um 11 Uhr und um 18 Uhr stattfinden, kommen jeweils an die 400 Menschen.

Der überzeugte Christ Cacau sprach am Sonntag darüber, Gott zu gehorchen und trotzdem frei zu sein. „Es ist uns alles erlaubt, aber nicht alles ist förderlich für uns“, sagte Cacau. Man solle sich in seinem Leben nicht von etwas beherrschen lassen: „Wenn man allen Wünschen, Begierden und Sünden nachgibt, beherrscht man seinen Körper und seinen Geist nicht mehr“, predigte Cacau. Wer aber seinen Geist regelmäßig nähre, der lasse diesen wachsen und führe ein erfülltes Leben.

Er selbst sei als Junge in Brasilien streng katholisch erzogen worden: „Ich hatte immer die Vorstellung, dass Gott ein alter Mann ist, mich beobachtet und nur darauf wartet, mich bei einem Fehler zu bestrafen.“ Doch als er angefangen habe, die Bibel zu lesen, habe er erkannt, dass Gott wahre Liebe und Freiheit bedeute. „Früher war ich gefangen in meinen Gefühlen und Sünden. Heute spüre ich durch meinen Glauben eine große Freiheit.“

Cacau hat Glauben schon früher öffentlich gezeigt

Oft gestalte es sich aber schwierig, im Alltag „in Gott einzutauchen, Zeit mit ihm zu verbringen und sein Wort zu lesen“. Das erlebe auch er, der neben seiner Tätigkeit als Integrationsbeauftragter für den DFB Sportmanagement studiere sowie seine drei Kinder mit seiner Ehefrau großziehe, immer wieder. „Aber Gott ist immer bei uns und nicht nur dann, wenn wir zu ihm beten“, sagte er. Heute wisse er, dass man auch neben dem Fußballspielen, der Büroarbeit, der Schule oder der Universität Gott dienen könne. „Wir sind wie Handys, die Gott auflädt – und das nicht nur sonntags in der Kirche.“

Schon während seiner Karriere als Fußballspieler hat Cacau seinen christlichen Glauben immer wieder öffentlich gezeigt: Der mittlerweile in Korb lebende 36-Jährige hat nach Toren regelmäßig gen Himmel gezeigt. Bei einem Spiel für den 1. FC Nürnberg gegen Bayer Leverkusen zog er nach einem Tor sein Trikot hoch, auf dem stand: „Jesus lebt und liebt dich.“ Als dem Gegenspieler Zé Roberto kurz darauf der Ausgleichstreffer gelang, zeigte er genauso euphorisch seine Botschaft. Kein Wunder also, dass der Platz an der Kanzel, beziehungsweise auf der Bühne des Jesustreffs, wie für Cacau gemacht zu sein scheint.

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