Janina Handel und Tobias Miller vor ihrem Kiosk, der bald „Kiost“ heißt. Foto: Jürgen Brand

Jana Handel und Tobias Miller haben den Kiosk an der Stuttgarter Ecke Ostend-/Haußmannstraße übernommen. Das Standardsortiment bleibt, dazu sollen vermehrt regionale Produkte kommen. Heller und freundlicher wird der „Kiost“ auch.

S-Ost - Wenn man gerade seinen Bachelor in Medienmanagement in der Tasche hat, ist der Start ins Berufsleben als Kioskbetreiberin nicht unbedingt vorgezeichnet. Janina Handel macht es trotzdem. Zusammen mit ihrem Lebensgefährten Tobias Miller hat sie vor wenigen Tagen den alteingesessenen Kiosk an der Ecke Haußmann-/Ostendstraße direkt am Ostendplatz übernommen. „Kiost“ soll er künftig heißen, eine neue, helle und freundliche Theke ist schon eingebaut, weitere Umbauten sollen noch im September folgen, immer an den Wochenenden, bei laufendem Betrieb zu den altgewohnten Öffnungszeiten.

Die Kölner Büdchen haben sie beeindruckt

„Wir haben beide die Einstellung, dass wir gerne etwas ausprobieren“, erzählt die gebürtige Esslingerin, die seit gut zweieinhalb Jahren mit ihrem Partner ganz in der Nähe wohnt, direkt über der Eisdiele „Zur Schleckerei“ an der Landhausstraße. Bei einem Praxissemester in Köln hätten sie das Phänomen Kiosk zum ersten Mal an den dortigen Kölner Büdchen so richtig wahrgenommen und festgestellt, „dass das eine coole Sache ist“. Immer die gleichen Leute würden sich dort regelmäßig treffen, einkaufen, austauschen, das sei schön.

Vor einiger Zeit hatten sie den bisherigen Kioskbetreiber Marks über ein paar Ecken kennengelernt und mitbekommen, dass er den Kiosk abgeben wolle. „Wir hatten schon länger überlegt, etwas Eigenes zu machen“, sagt Janina Handel. „Das hier hat sich dann durch Zufall ergeben.“ In den Sommermonaten in diesem und auch vergangenem Jahr hatten beide sozusagen schon ein bisschen Erfahrung gesammelt, als sie in der Schleckerei, die sich bei schönem Wetter zu einem echten Treff im Osten entwickelt hat, mithalfen. „Wir wissen, dass hier viele junge Leute wohnen, dass sich hier viel entwickelt.“ Die Entwicklung am nahen Eduard-Pfeiffer-Platz mit der Schleckerei, dem Kaffeeröster Schwarzmahler, dem gerade eröffneten Naturkosmetik-Laden und den bestehenden Geschäften dort hätten die Entscheidung für den Kiosk auch erleichtert. „Das ist wie ein Dorf, ein eigener Kiez“, sagt die ­27-Jährige.

Die Menschen im Mittelpunkt

Der „Kiost“ soll auf alle Fälle ein klassischer Kiosk mit dem Standardsortiment bleiben. „Es ist uns aber wichtig, dass wir das Regionale aufgreifen.“ Der Kaffee, den es künftig dort geben wird, kommt vom Schwarzmahler, die neu angeschaffte Espresso-Maschine von alteingesessenen Händler Biebrach & Dörr in der Nähe, Bier von Kraftpaule an der Neckarstraße soll es auch bald geben.

Das Wichtigste aber sind und bleiben die Menschen, die in den Kiosk kommen. „Das ist eine bunte Mischung von allen“, sagt Janina Handel, also Nachbarn, Arbeiter, Handwerker, Menschen, die zur viel frequentierten Stadtbahnhaltestelle Ostendplatz gleich gegenüber gehen oder von dort kommen. „Man kennt die Leute, hält ein Pläuschchen“, sagt die Neu-Kiosk-Betreiberin. „Das mache ich auch ganz gerne, das ist schön!“ (www.kiost.de).

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