Der U6- Haltepunkt in Echterdingen liegt etwas abgelegen am Rand der Felder. Foto: Natalie Kanter

Am Mobilitätspunkt Stadionstraße in Echterdingen gibt es ein Vandalismusproblem. Die Stadt hat jetzt Kameras installiert. Die Forderung nach Überwachung gibt es schon seit Jahren.

Wer spätabends am Mobilitätspunkt Stadionstraße auf die Bahn wartet, dem kann es schon etwas mulmig werden. Denn der U6-Haltepunkt liegt abgelegen vom Echterdinger Trubel am Rand der Felder. Die Wartezeit konnten sich die Fahrgäste in der Vergangenheit mit einem Blick in den Regiomaten verkürzen, der auf dem Vorplatz der Haltestelle gestanden hatte. Doch der Automat, an dem es regionale Lebensmitteln zu kaufen gab, ist abgebaut. Es ist nur noch das schwarze Gestell übrig geblieben. Ein weiß-rotes Flatterband weht im Frühjahrswind.

 

Unbeobachtet ist man an dem Haltepunkt seit Mitte Februar auch spätabends nicht mehr. Die Stadt Leinfelden-Echterdingen hat vor wenigen Wochen das umgesetzt, was die Grünen bereits im Mai 2023 – also vor knapp drei Jahren – gefordert hatten: Sie hat an dem U6-Halt, an dem es auch überdachte Radständer und abschließbare Fahrradboxen gibt, eine Videoüberwachung installiert.

Die Kommune gibt als Gründe dafür wiederholte Sachbeschädigungen und Vandalismus an. Und hat in ihrem Mitteilungsblatt auch ein Foto von dem zerstörten Bücherschrank veröffentlicht, der mittlerweile aber wieder gerichtet ist.

Videoüberwachung in Echterdingen dient der Gefahrenabwehr

Öffentliches und privates Eigentum solle mit der Videoüberwachung geschützt werden, weitere Schäden vermieden werden. Die Aufzeichnung diene allein der Gefahrenabwehr und der Aufklärung von Straftaten, teilt die Kommune mit. Personen würden nicht dauerhaft beobachtet.

Warum gerade jetzt? Oder auch: Warum erst jetzt? Diese Fragen stellen sich nicht nur die Grünen. Denn bereits 2023 war es immer wieder zu Schäden am Vorplatz der U6-Haltestelle gekommen: Der Fahrrad-Reparaturpunkt mit Werkzeugen und Luftpumpe war damals nicht mehr zu nutzen gewesen. Der Essensautomat mit regionalen Lebensmitteln musste wegen Beschädigung kurzzeitig abgebaut werden. Bücher aus dem öffentlichen Bücherschrank wurden über den Vorplatz verteilt.

Der Regiomat am U6-Halt Stadionstraße in Echterdingen ist abgebaut. Foto: Natalie Kanter

Grünen-Fraktionschef David Armbruster hatte damals die Sachbeschädigungen zum Anlass genommen, die Stadtverwaltung aufzufordern, über eine Videoüberwachung nachzudenken. „Das hätte eine abschreckende Wirkung“, hatte er argumentiert. Außerdem könnte so auch das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste an der Haltestelle gesteigert werden. „Es fehlt die soziale Kontrolle“, hatte er gesagt.

Echterdingen: Rechtliche Hürden für Videoüberwachung sind hoch

„Eine Videoüberwachung vom Mobilitätspunkt Stadionstraße wurde schon länger diskutiert“, heißt es auch seitens der Stadt. Die rechtlichen Hürden für eine solche Überwachung seien jedoch sehr hoch. Eine gute Begründung sei dafür notwendig. Seit 2023 wurden zehn Delikte dokumentiert, sieben davon wurden im vergangenen Jahr begangen. Diese Häufung habe für eine Videoüberwachung gesprochen. Die Höhe der Schäden habe sich im fünfstelligen Bereich bewegt. Für die Installation des Überwachungssystems hat die Stadt 5800 Euro ausgegeben.