Fälle von dreistem Bankkarten-Betrug häufen sich derzeit in den Landkreisen Ludwigsburg und Böblingen. In Hemmingen und Leonberg-Gebersheim haben Täter zugeschlagen.
Ein Ehepaar aus Hemmingen ist Opfer eines dreisten Betrugs geworden. Wie die Polizei mitteilt, hatten die Eheleute am Mittwoch gegen 11 Uhr den Anruf einer angeblichen Sicherheitsmitarbeiterin einer Bank erhalten. Es sei eine Zahlungsanweisung in Höhe von 4000 Euro an einen Onlineversand eingegangen. Sie wolle nun von den Kontoinhabern wissen, ob dies rechtmäßig sei.
EC-Karten-Betrug: Vermeintliche Bankmitarbeiterin schickt „Kollegen“
Als das Ehepaar entgegnete, keine solche Zahlung in Auftrag gegeben zu haben, kündigte die Anruferin laut Polizeibericht einen Mitarbeiter an. Er wolle die EC-Karte des betroffenen Kontos entgegennehmen und überprüfen. Bereits kurz darauf erschien ein Mann an der Wohnanschrift der beiden Senioren und nahm die Karte mitsamt PIN-Nummer entgegen. In der Folge wurde ein vierstelliger Bargeldbetrag vom Konto der Geschädigten abgebucht.
Doch nicht nur in Hemmingen waren im Kreis Ludwigsburg Betrüger aktiv. In Asperg trug sich am Mittwoch ein ähnlicher Fall zu, der allerdings ohne Beute endete. Unter dem gleichen Vorwand erschlich sich eine angebliche Bankmitarbeiterin telefonisch Information zu den Konten einer Seniorin. Auch hier erschien zwischen 11 und 12 Uhr ein vermeintlicher Mitarbeiter an der Wohnanschrift der Frau.
Sie war jedoch skeptisch geworden und verweigerte die Herausgabe ihrer Bankkarte. Stattdessen forderte sie den Mann auf, sich mit ihr direkt bei der Bank zu treffen. Als der Mann dort nicht erschien, ließ die Seniorin ihre Bankkarten sperren und erstattete Anzeige.
Mit ebenfalls äußerst dreisten Betrügern hat es eine Seniorin aus Leonberg-Gebersheim zu tun bekommen. Wie die Polizei erst jetzt berichtet, hatte die Frau bereits am Montag, 24. November, einen Anruf eines angeblichen Polizeibeamten erhalten. Dieser machte ihr glaubhaft, dass die Polizei gegen eine Bande ermittle, der auch Bankmitarbeiter angehörten.
Ein Supermarktmitarbeiter in Gebersheim wird auf den Betrug aufmerksam
Um ihr Geld zu sichern, solle sie es vom Konto abheben, in Gold eintauschen und der Polizei übergeben. Nachdem die Seniorin dieser Aufforderung nachgekommen war, ließen die Betrüger aber nicht locker: Sie brachten die Frau mit weiteren Anrufen dazu, Guthabenkarten im Wert von mehreren Tausend Euro zu kaufen und die Codes dafür telefonisch zu übermitteln.
Als die Seniorin abermals solche Karten kaufen sollte, wurde ein Supermarkt-Mitarbeiter misstrauisch. Er informierte die Polizei, sodass der Betrug schließlich auffiel.
Betrug: Das rät die Polizei
Die Polizei hat einige Ratschläge, um sich vor dieser oder einer ähnlichen Art von Betrug zu schützen:
- Lassen Sie grundsätzlich keine Unbekannten in Ihre Wohnung.
- Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen, zum Beispiel Polizisten, den Dienstausweis.
- Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an, von der die angebliche Amtsperson komm.
- Suchen Sie die Telefonnummer der Behörde selbst heraus oder lassen Sie sich diese durch die Telefonauskunft geben.
- Wichtig: Lassen Sie den Besucher währenddessen vor der abgesperrten Tür warten.
- Die Polizei wird niemals um Geldbeträge bitten.
- Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis.
- Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie einfach auf.
- Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.