Der Esslinger Autozulieferer Eberspächer hat sich in einem Statement zu den Vorwürfen der IG Metall geäußert. Die Gewerkschaft hatte mitgeteilt, dass Beschäftigte auf Entgelte verzichten sollten, um ihre Jobs zu erhalten.
Das Esslinger Unternehmen Eberspächer hat sich in einem Statement als Reaktion auf Vorwürfe der IG Metall geäußert. In seiner Stellungnahme verweist der Autozulieferer auf „verändertes Marktumfeld“.
Eberspächer bestätigt in seinem Statement, dass es ein Gespräch zwischen der IG Metall Esslingen und dem Betriebsrat gegeben habe. Inhalt sei die gemeinsame Gestaltung der Zukunft am Standort Esslingen gewesen. Weitere Angaben zum Inhalt des Gesprächs werden nicht gemacht. Eberspächer muss sich nach eigenen Angaben „einem veränderter Marktumfeld“ stellen. Das sei zuletzt ebenso in einem Interview der Geschäftsführung von Eberspächer in der Eßlinger Zeitung publiziert worden. Das Unternehmen sei seit 1948 und damit seit vielen Jahren Tarifpartner, und als Arbeitgeber sei es ihm wichtig, „dass gemeinsam Wege gefunden werden und notwendige Einsparungen nicht über Personalabbau realisiert werden“. Weitere Angaben zu der Medieninfo der IG Metall werden nicht gemacht.
Die IG Metall hatte von „drastischen Maßnahmen zur Senkung der Personalkosten“ am Standort Esslingen gesprochen. Die „flächentarifvertraglichen Regelungen“ würden in Frage gestellt. Betroffen sei der gesamte Gemeinschaftsbetrieb in Esslingen. Um einen Stellenabbau zu vermeiden, habe die Geschäftsführung weitreichende Beiträge der Beschäftigten am Standort eingefordert.
Die Gewerkschaft aber teilt weiter mit, dass das Unternehmen auch an anderen Standorten eine „radikale Unternehmenspolitik“ verfolge. Die Firma in Herxheim bei Landau mit rund 200 Beschäftigten solle trotz Standorttarifvertrag geschlossen werden. Ebenso das Werk in in Hermsdorf in Thüringen mit rund 120 Beschäftigten. Als ein Grund für die Maßnahmen sei der Gewerkschaft der „anhaltende Veränderungsdruck in der Automobilindustrie“ genannt worden. Auch der bestehende Sanierungsplan gegenüber den Banken sei verantwortlich dafür, dass die Geschäftsleitung harte Einschnitte bei den Beschäftigten einfordere, heißt es von Seiten der IG Metall.
„Beschämendes Gesamtbild“
Die Gewerkschaft spricht von einem „beschämenden Gesamtbild der Eberspächer-Gruppe“, in das sich das aktuelle Vorgehen nahtlos einreihe. Schon in der Vergangenheit habe die Unternehmensführung die berechtigten Interessen der Beschäftigten in keinem anständigen Maße berücksichtigt. Es sei „ein Verhalten, das an Respektlosigkeit kaum zu überbieten ist“.
Die Gewerkschaft wirft dem Unternehmen zudem Versäumnisse in der Zusammenarbeit mit der IG Metall vor. Der Betriebsratsvorsitzende Fatih Demirkol zeigte sich empört: „Seit Jahren drängen wir auf allen Ebenen, die uns als Arbeitnehmervertretung zur Verfügung stehen, auf einen gemeinsamen und verbindlichen Prozess zur Sicherung der Arbeitsplätze hier in Esslingen. Nun setzt man uns mit dieser Forderung die Pistole auf die Brust – und das von heute auf morgen.“