Die Spendentonne trägt im Wortsinn die persönliche Handschrift der Schülerinnen. Foto: Fritzsche

Bei den Projekttagen haben sich Schülerinnen des Eberhard-Ludwigs-Gymnasiums mit dem Verein Viva con Agua befasst, und wie dieser sich einsetzt, um Brunnen in Dritte-Welt-Ländern zu bauen.

S-Nord - Spenden sammeln kann jeder, dachte sich der Referendar Andreas Bernhart. Er plante für die Projekttage am Eberhard-Ludwigs-Gymnasium etwas anderes für seine Schüler: „Ich habe zum ersten Mal auf dem Southside-Festival vom Verein Viva con Agua gehört“, erzählt er. Der kümmert sich in Kooperation mit der Welthungerhilfe um Wasser- und Hygieneprojekte in Ländern wie Nepal, Ruanda, Uganda und Indien. Auf Festivals und ähnlichen Veranstaltungen informiert der Verein über seine Arbeit und sammelt Pfandflaschen: die Menschen geben ihre Pfandflaschen ab, der Verein entsorgt sie und erhält das Flaschenpfand als Spende. „Mir hat gut gefallen, dass es hier nicht um den moralischen Fingerzeig geht“, sagt Andreas Bernhart, „sondern vermittelt wird, dass Spendensammeln und Gutes tun Spaß macht. Jeder gewinnt dabei.“

Die Schülerinnen haben selbst Flyer hergestellt

So kam Bernhart auf die Idee, den Verein und vor allem dessen Engagement, Wasser und Wasserversorgung in Dritte-Welt-Länder zu bringen, in einem Projekt zu behandeln. 24 Schülerinnen des Ebelu aus den Klassenstufen 7, 8 und 11 haben sich also mit Wasser beschäftigt – und mit den Problemen, die auftreten, wenn Menschen kein sauberes Wasser haben.

Im Mittelpunkt stand das Vorhaben Blu Uga, das sich ausschließlich um Uganda und die dortige Wassersituation dreht. In Uganda investiert der Verein vorrangig in die Errichtung und die Instandhaltung von Brunnen. „24 sind repariert worden, fünf neue sollen entstehen“, so Florian Bauer, ehrenamtlicher Mitarbeiter von Viva con Agua, der während der Projekttage zu Gast war, um den Verein und desen Arbeit vorzustellen. Die Schülerinnen haben gemeinsam mit Bernhart und dessen Referendarskollegin Katharina Straub im Internet recherchiert, Informationstexte und Flugblätter geschrieben, gedruckt und zurechtgeschnitten. „Sie waren sehr interessiert dabei“, meint Bernhart. „Es war uns auch wichtig, zu vermitteln, dass das nicht unser Projekt ist, sondern ihres.“ Im Mittelpunkt des Werkelns stand eine Mülltonne, die, mit bunten Farben besprüht, zur Spendentonne umfunktioniert wurde. Dann haben sich die Schülerinnen mit Unterschriften und Zeichnungen darauf verewigt. Während des Schulfestes sind darin Pfandflaschen gesammelt worden – der Erlös wird ebenfalls Viva con Agua zufließen.

Viele Nachfragen beim Vortrag

Helena, 17, eine der Teilnehmerinnen, kannte Viva con Agua bereits von einem Musikfestival. „Ich fand, es klingt interessant, was sie machen.“ Die 16-jährige Antonia stimmt zu: „Wir wollten bei den Projekttagen etwas Soziales machen, und sind deshalb dabei.“ Andreas Bernhart hat nur Lob für seine Schüler: „Sie waren sehr engagiert dabei.“

Das war auch beim Vortrag zu merken, den Florian Bauer hielt. Er stellte verschiedene Projekte von Viva con Agua vor und machte deutlich, dass in jeder Region andere Verhältnisse herrschten und somit auch andere Bedürfnisse bestünden: „In Nepal unterstützen wir Bildungs- und Informationsangebote und den Aufbau von ökologisch-integrierter Landwirtschaft“, erklärte Bauer. In Indien sei der Zugang zu Wasser nicht mehr das Problem, allerdings enthalte das Trinkwasser oft zu viel Eisen. „Die indische Regierung bezahlt aber einen Wasserfilter, wenn man das Eisen nachweisen kann“, erzählt Bauer. „Also unterstützen wir die Menschen, indem wir Teststreifen verteilen.“ Außerdem erhalten die Menschen Hilfestellung beim Bau von Regenauffangbecken, die als Reservoir bei Monsunregenfällen dienen. Seitens der Schülerinnen kamen viele Nachfragen an den ehrenamtlichen Mitarbeiter von Viva con Agua: „Was sagt die Regierung dazu, dass ihr dorthin kommt und helft?“, wollten sie wissen, oder: „Wie reagieren die Menschen dort?“ Beide seien, so Florian Bauer, froh über die Arbeit des Vereins.

Auch nachhaltig soll das, was die Schülerinnen während der Projekttage erarbeitet haben, sein. Darum wird die Spendentonne am Ebelu stehen bleiben – dauerhaft.

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