René Weller malte in seiner Freizeit sehr gerne. Hier ein Bild aus dem Jahr 1976. Foto:  

Die Ehefrau des schwer dementen Boxers René Weller trennt sich von Erinnerungsstücken seiner Karriere. Sie braucht das Geld für die Pflege. Aber es geht ihr nicht nur darum.

Kampfstiefel für l540 Euro, eine Boxershorts für 1890 Euro – es sind Devotionalien eines Lebens im Boxring und im Scheinwerferlicht, die da über Ebay angeboten werden. Doch für seinen letzten Kampf braucht sie René Weller nicht mehr. Der ehemalige Box-Europameister und „Pforzheims Antwort auf Muhammad Ali“, wie der „Spiegel“ einst formulierte, leidet unter fortschreitender Demenz.

 

Seine Ehefrau Maria Weller (70 Jahre) pflegt ihn – und trennt sich jetzt von den guten Stücken. Es gehe darum, die teure Pflege zu finanzieren, vermeldete die „Bild“-Zeitung. Kaum 1000 Euro fließen monatlich von Pflege- und Rentenkasse an den einstigen Champion. Tatsächlich hat Maria Weller aber schon vor einiger Zeit damit begonnen, einen Teil der unzähligen Erinnerungsstücke zu Geld zu machen, wie sie vor zwei Jahren unserer Zeitung berichtete.

Weller ist wieder daheim

Wobei: Ums Geld gehe es ihr gar nicht so sehr. Sie wolle den Fans etwas zurückgeben, sagte sie jetzt. Das sei auch im Sinne ihres Mannes. „Gib alles, was hier herumsteht, meinen Fans“, habe er gesagt, als es ihm noch besser ging. Und es gibt immer noch viele Fans, die den Pforzheimer Boxer nicht vergessen haben. „Das hätte ich nie gedacht“, sagte Maria Weller. Gerade erst sei der Ebay-Account wieder leer gekauft worden. Jetzt werde sie ihn neu bestücken – mit Medaillen und mit einer Jacke aus Wellers eigener Lederkollektion Dakota. „Das Ankleidezimmer liegt immer noch voll und er kann das nicht mehr anziehen.“ Seine Linke, die Führhand, könne er nicht mehr heben.

Derweil hat sich Wellers Zustand wieder etwas stabilisiert. Vor drei Wochen durfte der 69-Jährige das Krankenhaus wieder verlassen, in das er wegen einer akuten Lungenentzündung eingeliefert worden war. „Er war nicht mehr ansprechbar gewesen. Es war ein Schock. Ich habe den Notarzt gerufen.“ Manche vermeldeten schon seinen Tod. Nun ist er wieder daheim, liegt im Pflegebett. Was er isst, muss püriert werden. „Er macht viel Arbeit, aber ich kann auch nicht loslassen“, sagt Maria Weller. „Ein Pflegeheim scheidet aus.“