Schorndorf wolle den Trend zur Elektromobilität unterstützen, sagt Bernd Hornikel bei seinem ersten öffentlichen Auftritt als Oberbürgermeister der Daimlerstadt. Die Stadtwerke betreiben 18 Ladestellen, doch dabei soll es nicht bleiben.
Schorndorf - Die erste Schnellladesäule der Stadtwerke Schorndorf für Elektrofahrzeuge steht in der Rosenstraße gegenüber dem Bahnhof in unmittelbarer Nähe des Stadtkerns und bietet eine Ladeleistung von maximal 150 Kilowatt. „Entsprechend ausgestattete E-Fahrzeuge können an der Schnellladesäule in zehn Minuten Strom für etwa 100 Kilometer tanken“, sagt Daniel Beutel, der kaufmännische Geschäftsführer der Stadtwerke. Wie lange der Ladevorgang genau dauere, das sei allerdings von der Systemleistung des jeweiligen Fahrzeugs abhängig.
Wie hat der OB seinen ersten Arbeitstag verbracht?
Mit dabei beim Enthüllen der Ladestation ist der frisch in seine Aufgaben gestartete Schorndorfer Oberbürgermeister Bernd Hornikel. Am zweiten Arbeitstag als Schorndorfer OB ist das die erste öffentliche Amtshandlung in seiner neuen Funktion als Stadtoberhaupt. Nachdem er seinen ersten Arbeitstag am 1. März im Rathaus vor allem mit „Ankommen“ und dem Kennenlernen der Menschen dort verbracht habe, freue es ihn ganz besonders, dass dieser erste Auftritt in der Öffentlichkeit „so ein positiver Termin ist“.
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Mit den Ladepunkten in der Augustenstraße und der Robert-Bosch-Straße sowie am Oskar-Frech-Seebad gibt es nun in Schorndorf insgesamt 18 öffentlich nutzbare Lademöglichkeiten der Stadtwerke. „In Baden-Württemberg werden immer mehr E-Autos zugelassen“, sagt dazu Hornikel bei seiner Premiere als Rathausregent. „Diesen Trend in Richtung Elektromobilität möchten wir auch in Schorndorf unterstützten.“ Dies sei nicht zuletzt wichtig, um „unserem Ziel, bis 2035 klimaneutral zu sein, Schritt für Schritt näher zu kommen“.
Getankt wird hier nur Ökostrom
Die Schorndorfer Stadtwerke sind an ihren E-Tankstellen nicht nur für die Hardware und die Einrichtung der Ladesäulen zuständig, sondern sie liefern dort als kommunaler Energieversorger natürlich auch den Strom. „Getankt wird ausschließlich Ökostrom“, versichert Beutel zum Energiemix für die Elektromobilität. Und was die technische Seite angeht: Es wird für den Ladevorgang an solch einer Schnellladesäule kein eigenes Kabel benötigt. Denn sie verfüge, so so der Stadtwerke-Geschäftsführer, über zwei sogenannte Combo-2-Stecker.
Für das Laden an den Säulen brauchen die Verbraucher entweder eine Ladekarte oder eine entsprechende Smartphone-App, oder sie scannen mit ihrem Smartphone einen QR-Code an der Ladesäule. Die Zahlung per Kreditkarte ist daher an der Schnellladesäule an der Rosenstraße ebenfalls möglich. Diese sei „der Anfang einer umfangreichen Ladeinfrastruktur der Stadtwerke Schorndorf“, ergänzte der Erste Bürgermeister Thorsten Englert. Weitere Schnellladestandorte in der Kernstadt, etwa in der Stuttgarter Straße und der Gmünder Straße, aber auch in den Teilorten seien bereits geplant. Das umfassende Ladenetzwerk ist allerdings recht kostenintensiv. Allein für die Schnellladesäule in der Rosenstraße haben die Stadtwerke rund 50 000 Euro investiert.
Es gibt Interesse an einem Ladepark
Wobei in der Stadt nicht nur die Schorndorfer Stadtwerke in Sachen Ladestellen am Start sind. Unter anderem, so berichtet Thomas Englert, gebe es eine Anfrage im Rahmen des bundesweiten Förderprogrammes für sogenannte Ladeparks, also Anlagen mit einer größeren Anzahl von Normal- und Schnellladesäulen. Interesse gibt es da offenbar auch daran, im Schorndorfer Bereich eine solche Ladepark zu realisieren. Einen Standort dafür gebe allerdings noch nicht. Da werde sich die Stadt, sobald die Anfrage konkretisiert werde, entsprechend der dafür vorgesehenen Verfahren auf die Suche nach geeigneten Flächen machen.
Wie viele Stromtankstellen gibt es im Rems-Murr-Kreis?
Ladesäulen
Im Internetportal laderegister.de sind momentan für den Rems-Murr-Kreis insgesamt 105 Ladestationen für Elektrofahrzeuge verzeichnet. Rund 50 davon finden sich im Südwesten des Kreises in Fellbach, Waiblingen und Weinstadt. Dünn wird es vor allem im äußersten Norden des Rems-Murr-Kreises.
Schnellladesäulen
Im Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur werden – Rot gekennzeichnet – die Schnellladepunkte extra aufgeführt. Im Kreis gibt es demnach derzeit zwölf davon und zwar in Fellbach, Waiblingen, Weinstadt, Winterbach, Schorndorf, Urbach, Winnenden und in Backnang. Für ganz Baden-Württemberg sind hier 4611 öffentliche schnelle Lademöglichkeiten registriert.
Weiße Flecken
Ohne öffentliche Elektrotankstelle sind laut der Karten zurzeit noch sechs der 31 Kommunen im Rems-Murr-Kreis: Auenwald, Kaisersbach, Großerlach, Spiegelberg, Sulzbach und Kirchberg/Murr.