Hat die Stella-Roller für die neue Saison getestet: OB Fritz Kuhn. Foto: Lg/Leif Piechowski

Seit diesem Wochenende können die Stuttgarter die blauen E-Roller wieder für den Stadtverkehr mieten. Oberbürgermeister Fritz Kuhn schwang sich auch gleich auf einen Stadtflitzer – wir haben die Fotos von der Saison-Eröffnung mit den Motorrollern.

Stuttgart - Ein bisschen haben sie ihn an seine Jugend im Allgäu erinnert, an eine Zeit als es dort noch keineswegs einen öffentlichen Nahverkehr gab und man als Jugendlicher immer auf den Tag wartete, an dem man endlich wenigstens einen Moped-Führerschein machen konnte. „Für unsere Generation sind so Roller ja ein Freiheitsversprechen“, erzählte Oberbürgermeister Fritz Kuhn auf dem Wilhelmsplatz bei der Eröffnung der neuen Stella-Saison. Das dritte Jahr hintereinander sind die blauen E-Roller nun seit diesem Wochenende im Stadtverkehr im Einsatz, bereitgestellt von den Stuttgarter Stadtwerken.

Die Flotte wurde ausgebaut: 100 E-Roller gibt es dieses Jahr in Stuttgart

Die erste Testfahrt übernahm selbstverständlich der OB persönlich, gemeinsam mit Olaf Kieser, dem technischen Geschäftsführer der Stadtwerke. Kuhns Fazit nach der Testrunde einmal um den Wilhelmsplatz? „Das macht Spaß, ist schön. Die Dinger gehen ab wie Luzi.“ Der „Retro-Look“ löse positive Emotionen aus.

Von 75 auf 100 E-Roller haben die Stadtwerke die Flotte dieses Jahr erhöht. Um die blauen Flitzer mieten zu können, braucht es nur eine App, über die man sich einmalig mit Führerschein und Kreditkarte freischalten lassen muss, dann kann es losgehen. „Die Anmeldung ist wirklich einfach“, sagt Nutzer Marc Schiller auf dem Wilhelmsplatz. Er ist schon seit dem letzten Jahr gemeinsam mit einigen Freunden Stella-Nutzer. Mal zum Teehaus hoch oder raus nach Vaihingen – sie haben schon einige Ausflüge damit unternommen. „Es ist echt cool“, sagt der 22-jährige Stuttgarter.

Die E-Roller können nämlich nicht nur für kurze Strecken in der Stadt gemietet werden, sondern auch für einen Tag. Das wird in diesem Jahr sogar noch günstiger. Man habe die Tagesgebühr von 29 auf 23 Euro abgesenkt, sagt Stadtwerke-Sprecherin Karoline von Graevenitz. Dafür werden für Fahrtpausen nun zehn anstelle von fünf Cent pro Euro berechnet, die Fahrtkosten pro Minute (19 Cent) bleiben gleich.

Die umweltfreundlichste Art, um sich zügig in der Stadt fortzubewegen

Zu finden sind die Roller in elf von 23 Stadtbezirken. Das Prinzip ist etwa wie bei Car2Go: Fahrer können die Roller überall im Geltungsgebiet wieder abstellen, freie Roller finden sich auf einer Stadtkarte in der App. Das Angebot ist beliebt: Nach knapp 18 Monaten Testphase zählt Stella-Sharing 5800 angemeldete Nutzer.

Auch mit dem Service hat Marc Schiller nur gute Erfahrungen gemacht: „Einmal war ein kleiner Kratzer drin, aber das konnte ich telefonisch ganz einfach melden und hab damit nicht allzu viel Zeit verloren.“

OB Fritz Kuhn hofft, dass die größere Flotte nun intensiv genutzt wird. „Es macht ja nicht nur Spaß, es ist die umweltfreundlichste Art sich zu bewegen – neben Radfahren und zu Fuß gehen.“ Weil die Roller mit Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben werden, seien sie ein wichtiger Beitrag zur Luftreinhaltung in der Stadt.

Und ja, man zieht viele Blicke auf sich, wenn man damit durch die Stadt flitzt. Auch kommt man mit sehr vielen Menschen unterwegs leicht in Kontakt. Überall, wo man mit mit dem Gefährt kurz stoppt, spricht einen jemand an und will wissen, wo man so einen schönen Roller herkriegt.

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