Großer Stromer: OB Fritz Kuhn (links) und Car2go Geschäftsführer Olivier Reppert präsentieren einen der 50 neuen Mietwagen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Die Flotte des Carsharings-Anbieter wird um 50 Mercedes-Benz der B-Klasse aufgestockt. Die Minute im Fünfsitzer kostet 34 Cent, das sind fünf Cent mehr als beim Smart.

Stuttgart - E-Mobilität treibt Fritz Kuhn immer ein Lächeln ins Gesicht. Der grüne Oberbürgermeister lässt sich zu Terminen in einem E-Smart chauffieren und freut sich „wie der abgeht“ (Kuhn). Am Mittwoch fuhr er aber in einer elektrischen B-Klasse von Mercedes-Benz vor. 50 dieser Autos werden von Mitte April an die Flotte des Carsharing-Anbieters Car2go vergrößern und mit etwa 200 Kilometern Reichweite und fünf Plätzen dann auch ein Angebot für Familien sein. Die Minute wird dabei 34 Cent kosten. Zusammen mit den 500 E-Smarts (29 Cent pro Minute) hat die Landeshauptstadt damit laut Car2go die größte elektrische Miet­wagenflotte der Welt. „Ich freue mich, dass Stuttgart bei der E-Mobilität weiter ein ­Vorbild ist“, sagte Fritz Kuhn, „das hilft uns auch, die Stickoxide zu reduzieren.“

Die Region wird vorerst nicht größer

Car2go ist aktuell hier in einer Region von 153 Quadratkilometern verfügbar, die neben dem Stadtgebiet auch noch Esslingen, Sindelfingen, Böblingen und Gerlingen umfasst. Dass das Gebiet künftig noch größer wird, ist kurzfristig unwahrscheinlich, obwohl der OB „es begrüßen würde, wenn das System in der gesamten Region verfügbar wäre“, wie er sagt. „Car2go will vor allem die Mobilität in der Stadt verbessern und gestalten“, erklärt dazu Olivier Reppert, der Geschäftsführer von Car2go. Die große ­Herausforderung sei dabei, immer genügend Autos zur Verfügung stellen zu können. Und je größer dabei das Gebiet sei, desto schwerer die Aufgabe. Man arbeite aber an einer weiteren Vereinfachung der Bedienung und an einem intelligenten Flottenmanagement – mit dem Ziel, dass die Autos gut verfügbar und so oft wie möglich in Bewegung sind.

Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn und Klaus Entenmann von Daimler äußern sich im Video zur Einführung der Fünfsitzer:

Zukunft des Feinstaub-Sponsorings offen

Mit der Konzentration auf Stadtfahrten ist E-Car-Sharing also nicht die große Lösung für den Fall künftiger Fahrverbote bei Feinstaubalarm. Es liegt eben nicht im ­großen Interesse von Car2Go, dass bei Fahrverboten Nutzer ein E-Auto aus der City zum Beispiel in einen abgelegenen Winkel von Böblingen und Esslingen lenken, um am nächsten morgen nach zwölf Stunden Standzeit wieder mit dem gleichen Auto zurückzukehren. „Trotzdem werden wir die Thematik natürlich im Auge behalten“, sagt Olivier Reppert.

Ob es auch in der nächsten Feinstaub-Periode wieder reduzierte Kilometerpreise oder die Möglichkeit der kostenlosen Anmeldung geben wird wie aktuell, stehe noch nicht fest. Klar ist aber, dass die Stadt nicht in diese Bresche springen wird. „Wir können nicht subventionieren“, sagt OB Kuhn, der zudem betont, dass bei Feinstaubalarm ­E-Autos nicht die wichtigste Komponente sind, „da sie über Reifen und Bremsen auch Feinstaub produzieren, wenn auch weniger als Autos mit Verbrennungsmotoren.“

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