Ärgerlich! Mitten bei der Radtour wird man mies ausgebremst. Der Reifen ist platt. Doch ein Zehn-Punkte-Plan verschafft schnell Abhilfe und der Ausflug mit dem Fahrrad kann weitergehen. Foto: www.pd-f.de / Arne Bischoff

Eine Radtour mit dem E-Bike am Wochenende ist gerade im Sommer ein willkommener kleiner Urlaub zu Hause. Doch was, wenn der Reifen auf einmal platt ist? Dann helfen diese zehn einfachen Schritte, den Schlauch schnell, selbst und unterwegs zu reparieren.

Die Anleitung zum Schlauch wessen beim E-Bike Schritt für Schritt erklärt - wenn es flutschen muss, damit die Radtour nach Feierabend oder am Wochenende nicht ins Wasser fällt.

Schritt 1: Vorbereitung

Ohne Werkzeug geht es nicht: Flickset und Reifenheber gehören bei einer Tour immer in die Tasche. Auch eine kleine Luftpumpe mit Manometer ist sinnvoll. Vorsichtshalber sollte auch ein Minitool mit dabei sein, falls eine Schraube, etwa an der Achse, gelöst werden muss.

Schritt 2: Rad ausbauen

Ist der Reifen platt, muss das Laufrad ausgebaut werden. Dafür zunächst die Achse lösen. Entweder ist ein Schnellspanner oder eine Steckachse verbaut, die meist werkzeuglos geöffnet werden. Anschließend das Laufrad aus Gabel oder Rahmen nehmen. Achtung bei Hinterradmotoren und Nabenschaltung: Hier müssen die entsprechenden Stecker bzw. Schaltzüge gelöst werden. Keinesfalls die Bremse des entnommenen Rads betätigen – das kann später beim Einbau Probleme machen.

Schritt 3: Reifenheber benutzen

Anschließend muss der Reifen von der Felge. Dafür zunächst den Reifen aus seinem festen Sitz in den Felgenhörnern rütteln, bis er ringsum lose sitzt. Mit einem Reifenheber wird er anschließend an einer beliebigen Stelle über die Felge gehebelt. Mit einem zweiten Reifenheber wird auf derselben Seite nachgezogen, bis der Reifen einseitig komplett von der Felge gelöst ist. Wichtig: Darauf achten, den Schlauch nicht weiter zu beschädigen!

Schritt 4: Schlauch herausnehmen

Um den Schlauch herausnehmen zu können, muss die Ventilkappe und ‑mutter gelöst werden. Danach das Ventil durch die Öffnung in der Felge in den Reifen drücken und den Schlauch entnehmen. Dabei die Richtung des Laufrads beibehalten – so lässt sich die eventuell noch im Reifen steckende Ursache des Lochs schneller finden!

Schritt 5: Loch suchen

Damit man sieht, wo Luft entweicht, muss man erst mal ein wenig pumpen – keine Angst, wenn hierbei der Schlauch deutlich größer wird als das Rad. Dank eines leichten Luftzugs hört und fühlt man, wo sich das Loch befindet. Falls man einen Kuli zur Hand hat, am besten mit einem Kreuz markieren und die Luft wieder ablassen.

Schritt 6: Flicken aufkleben

Nun kommt der Flicken zum Einsatz. Es gibt mittlerweile selbstklebende, die man wie ein Pflaster auf die betroffene Stelle aufklebt. Rund um das Loch sollte der Schlauch mit Schmirgelpapier aus dem Reparaturset leicht aufgeraut werden. Dann hält der Flicken besser. Ein kurzes Aufpumpen zeigt, ob die Luft auch im Schlauch bleibt.

Schritt 7: Auf Schäden kontrollieren

Bevor man den Schlauch wieder montiert, gilt es, die Innenseite des Reifens und das Felgenband auf Verschmutzungen zu kontrollieren. Insbesondere die Stelle im Reifen, an der das Loch im Schlauch war sollte geprüft werden – nicht selten findet man dort einen Dort oder ähnlichen Übeltäter. Verbleibt der im Reifen, steht man nach ein paar Kilometern wieder am Wegesrand.

Schritt 8: Reifen auf Felge bringen

Anschließend setzt man den Reifen – ohne Schlauch – auf einer Seite komplett in die Felge. Dabei auf die Laufrichtung des Profils (kleiner Pfeil auf der Seitenwand) achten. Profis drehen den Reifen auf der Felge so weit, dass die Beschriftung mittig über dem Ventil steht. Dann den Schlauch einziehen und das Ventil mit der Mutter fixieren. Wenn dieser vorher leicht aufgepumpt wurde, gelingt das viel leichter und er kann im nächsten Schritt nicht einklemmen.

Anschließend die zweite Seite des Reifens so weit wie möglich mit der Hand in die Felge ziehen. Nun kontrollieren, ob der Reifen mit beiden Wülsten möglichst mittig, also tief in der Felge liegt – so hat man den größten Spielraum für den letzten Schritt: mit etwas Kraft müssen die letzten Zentimeter des Reifens über das Felgenhorn gehoben werden. Sollte es per Hand nicht funktionieren, kann auch der Reifenheber zur Unterstützung genutzt werden. Dabei aber unbedingt sicherstellen, dass der Schlauch nicht beschädigt wird.

Schritt 9: Aufpumpen

Sitzen Reifen und Schlauch wieder an der richtigen Stelle, bis zum gewünschten Druck aufpumpen. Die empfohlenen Minimal- und Maximalwerte stehen auf der Reifenflanke.

Schritt 10: Rad montieren und weiterfahren

Nun das Rad wieder richtig herum einbauen – Ritzel, Lichtstecker oder Bremsscheibe machen das eindeutig – diese wieder vorschriftsmäßig montieren und und die Fahrt kann weitergehen!

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