Für ihre Dankesrede bei der Verleihung der "Goldenen Kamera 2016" erhielt die Journalisitn Dunja Hayali viel Zuspruch. Foto: dpa

ZDF-Moderatorin Dunja Hayali veröffentlicht auf ihrer Facebook-Seite einen an sie adressierten Brief voller rassistischer Beleidigungen, persönlicher Angriffe und Hassparolen. Ihre Reaktion überrascht.

ZDF-Moderatorin Dunja Hayali ist es gewohnt, kritisiert zu werden. In Zeiten von Flüchtlingskrise und Pegida-Umzügen wurde die 41-Jährige studierte Medien- und Kommunikationswissenschaftlerin immer wieder zur Zielscheibe rassistischer Angriffe. Als der Tochter irakischer Eltern im Februar 2016 die Goldene Kamera verliehen wurde, setzte sie in ihrer Dankesrede zu einem Rundumschlag gegen Rassismus und für Meinungsfreiheit an: „In einem Land, in dem die Meinungsfreiheit so ein hohes Gut ist, darf und muss jeder seine Sorgen und seine Ängste äußern können, ohne gleich in die rechte Nazi-Ecke gestellt zu werden. Aber: Wenn Sie sich rassistisch äußern, dann sind Sie verdammt nochmal ein Rassist.“

Opfer einer Beleidung

Nun wurde die Journalistin erneut Opfer einer Beleidigung. Am Donnerstagmorgen veröffentlichte Hayali auf ihrer Facebook-Seite einen an sie adressierten Brief. In dem Schreiben wirft ihr "Lawrence von Arabien", so nennt sich der Autor, in zwei Din A4-Seiten Hassparolen und rassistische Beleidungungen an den Kopf.

Die Medienfrau wird darin unter anderem als "Dreckstück" und "ehemalige Höhlenbewohnerin" bezeichnet. Weiter schreibt der Verfasser, der sich als "gesetzestreuer, hochqualifizierten Bürger" ausgibt: "Unter Ihrer Mitarbeit ist das ZDF zum Lügenpressefernsehen gerückt". 

Hayali markiert 54 Fehler in anonymen Schreiben

Dunja Hayali, die Kritik an ihrer Haltung in der Flüchtlingskrise gewohnt ist, reagiert gelassen auf die Beleidigungen. In ihrer Antwort bezweifelt sie zwar, dass es sich bei "Lawrence von Arabien" um einen gesetzestreuen und hochqualifizierten Bürger handelt, gibt dem Verfasser ansonsten aber recht. Weiter markiert sie 54 Rechtschreib- und Grammatikfehler in dem Schreiben.

Von Seiten ihrer Fans auf Facebook - mehr als 160.000 Menschen folgen der ZDF-Mitarbeiterin auf der sozialen Plattform - erhält sie viel Zuspruch. Bis zum späten Donnerstagachmittag wurde der Beitrag bereits mehr als 4000 Mal geteilt. "Ich weiss nicht, ob ich lachen oder weinen soll! Armes Deutschland, in was für Zeiten leben wir?", fragt eine Leserin. In einem anderen Kommentar heißt es: "Tut mir echt leid, dass Sie so was aushalten müssen! Mir würde das als Journalistin trotzdem ganz schön an die Nieren gehen... Sie machen einen klasse Job! Nicht unterkriegen lassen, bleiben Sie so wie sie sind!"

Am Ende des Schreibens informiert der Autor darüber, dass er das Schreiben bereits "an die Polizei, Ausländerbehörde, T-Online, BAMF und Herrn Bellut", Hayalis Chef beim ZDF, weitergeleitet habe und empfiehlt der in Datteln geborenen Deutschen: "Und hole dir wie Frau Merkel einen neuen Personalausweis, so wie der beiligende". Die beigefügte Passnachbildung zeigt Angela Merkel, die ein Kopftuch trägt.

 

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