Seit 2018 moderiert Dunja Hayali das „Aktuelle Sportstudio“. Foto: ZDF

Zur „Nachtschicht“ am Sonntag sind die Moderatorin Dunja Hayali und Esther Schweins zu Gast bei Pfarrer Ralf Vogel. Das Thema des Gottesdienstes ist „Selbstvertrauen“. Im Interview erzählt Dunja Hayali, warum sie aus der Kirche ausgetreten ist.

Stuttgart - Die Journalistin Dunja Hayali engagiert sich nicht nur gegen Fremdenfeindlichkeit, sondern moderiert auch das „Aktuelle Sportstudio“. Im Interview spricht sie aber auch über die Aussage eines Pfarrers, die weitreichende Folgen hatte.

Frau Hayali, Sie waren Katholikin und in der Jugend Messdienerin, sind aber aus der Kirche ausgetreten. Das soll etwas mit einem Fahrrad zu tun haben . . .

Das mit dem BMX-Rad ist eine andere Geschichte. Das habe ich zu Weihnachten bekommen, bin dann damit zur Messe geradelt und nach meinem ‚Dienst’ war es weg. Da habe ich mit Gott gehadert. Ist doch klar. Der Bruch mit der Kirche als Institution hat einen anderen, ernsten Hintergrund. Ein enger Freund hatte sich 1995 umgebracht. Sie können sich vorstellen, wie es einem da mit 20 geht. Und dann hat der Pfarrer beim Gottesdienst gesagt, ‚Gott möchte auch junge Menschen bei sich haben’. Das war’s dann für mich. Ich bin aber trotzdem ein gläubiger und spiritueller Mensch.

Sie moderieren seit 2018 das ‚Aktuelle Sportstudio’. Ist es inzwischen eine Selbstverständlichkeit, dass eine Frau in einer solchen Männerdomäne in der ersten Reihe steht – oder muss man sich dort als Frau noch immer besonders behaupten?

Behaupten muss sich jeder und überall. Sprich: auch ein neuer Moderator im ‚Aktuellen Sportstudio’ würde unter die Lupe genommen werden. Und das ist auch richtig so. Allerdings habe ich schon den Eindruck, dass man als Frau in diesem Bereich noch mit anderen ‚Urteilen’ zu tun hat. Aber ich habe mit Thomas Fuhrmann einen großartigen Chef und ein tolles Team – die stärken einem den Rücken.

2018 wurden Sie für Ihr Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland geehrt. Was hilft Ihnen dabei, klare Kante gegen Rassisten zu zeigen?

Meine gute Kinderstube, meine Herzensbildung, die zehn Gebote und das Grundgesetz. Zudem ist mein Einsatz, und der vieler anderen in unserem „haymatland“, gegen Rassisten, Antisemiten, Homophobe, Islamophobe und Xenophobe alternativlos.

Das Thema bei der Nachtschicht am Sonntag ist Selbstvertrauen – das Sie ganz offensichtlich haben. Was hat Ihr Selbstbewusstsein gestärkt?

Menschen, die mich in meinem Leben bestärkt, mich hinterfragt und mir geholfen haben. Auch in Zeiten, als es mal nicht so gut lief. Aber auch meine Reisen duch die Welt haben mich geprägt und mir immer wieder vor Augen geführt, dass ich im Geburtslotto gewonnen habe. Wir leben in einem wunderbaren Land, wir haben durch die Errungenschaft des Grundgesetzes alle Rechte in diesem Land, und ich sehe es als meine Bürger-pflicht, diese zu verteidigen. Und das Wissen darum, dass ich damit nicht alleine bin, bestärkt mich.

Sie und Esther Schweins verbindet eine Freundschaft – was schätzen Sie an Ihrer Kollegin?

Das werden Sie an dem Abend selber feststellen . . .

Am 31. März findet um 19 Uhr der Nachtschicht-Gottesdienst mit Pfarrer Ralf Vogel zum Thema „Selbstvertrauen“ in der Matthäuskirche, Möhringer Str. 52, statt. Zu Gast sind dabei die Moderatorin Dunja Hayali und die Schauspielerin, Regisseurin und Moderatorin Esther Schweins. Die Musik kommt vom Percussion-Ensemble „Talking Drums“. Die Nachtschicht ist eine Abendgottesdienstreihe, die sich auf besondere Weise eines Themas annimmt.

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