Die Polizei setzt bei zwei Fasnetsumzügen im Kreis Böblingen Drohnen ein, um die Sicherheit zu erhöhen. Welche Herausforderungen das mit sich bringt.
Die Polizei will beim Rosenmontagsumzug in Böblingen eine Drohne einsetzen. Das teilt das zuständige Polizeipräsidium Ludwigsburg im Vorfeld mit. Der Rosenmontagsumzug ist für Montag, 16. Februar, geplant. Auch in Weil der Stadt (ebenfalls Kreis Böblingen) wird die Polizei beim Fasnetsumzug am Sonntag, 15. Februar, mit einer Drohne fliegen. Das soll der Gefahrenabwehr und der Aufklärung dienen.
Sowohl der Fasnetsumzug in Weil der Stadt als auch der Rosenmontagsumzug in Böblingen sind traditionell sehr stark besucht. Für die Polizei sei es daher schwierig, die Lage im Blick zu behalten. Spätestens seit den Amokfahrten von Magdeburg im Dezember 2024 und Mannheim am Rosenmontag 2025 werden solche Veranstaltungen noch einmal extra geschützt. Sowohl vonseiten der Veranstalter, als auch von der Polizei.
Drohnen bieten Überblick in Böblingens engen Gassen
Dass Drohnen eingesetzt werden, ist aber neu. Jedenfalls in Böblingen. „In Weil der Stadt machen wir das schon jahrelang“, sagt Polizeisprecherin Yvonne Schächtele. Durch die teilweise engen Gassen erhalte man mit den Drohnen einen Überblick, der anders gar nicht möglich sei. „Wenn sich dann eine Einsatzlage ergibt – weil der Verkehr nicht fließt oder der Umzug plötzlich stoppt – können wir die Lage schneller überblicken und zügig Einsatzkräfte hinschicken.“
Der Einsatz von Drohnen muss stets angekündigt werden, weil die Drohnen Video übertragen. Aufgezeichnet würden die Bilder aber grundsätzlich nicht, heißt es von der Polizei. Auch die Identifizierung einzelner Menschen sei auf den Überblicksvideos nicht möglich. Eine Abweichung von dieser Verfahrensweise ist nur dann zulässig, so die Polizei, wenn es zur Verfolgung einer konkreten Straftat erforderlich ist.
Steuern sollen die Drohne bei ihrem Flug über die jeweiligen Umzüge am Sonntag und Montag speziell ausgebildete Beamte des Polizeipräsidiums Ludwigsburg. Sie sind auch für die Einhaltung der Flugsicherheit verantwortlich und haben einige Vorgaben: Menschenmengen sollen nämlich nicht überflogen werden. Das klingt bei einer Massenveranstaltung fast unmöglich. Schächtele erklärt das so: „Die Drohne wird über Gebäude oder freie Flächen gestellt und filmt in einem gewissen Winkel nach unten, damit man den Umzug im Blick hat“, sagt sie.