Mit Eigenmarken will dm künftig noch mehr Kunden gewinnen. Foto: dpa

Die Karlsruher Drogeriemarkt-Kette peilt erstmals einen Umsatz von zehn Milliarden Euro an – und will noch weiter wachsen.

Frankfurt - Deutschlands größte Drogeriemarkt-Kette dm sieht die Grenzen des seit Jahren anhaltenden Wachstums noch lange nicht erreicht. Unternehmenschef Erich Harsch erklärte auf der Jahrespressekonferenz in Karlsruhe, dass man in diesem Geschäftsjahr, das am 1. Oktober begonnen hat, erstmals die Zehn-Milliarden-Euro-Umsatzschwelle überschreiten wolle. Zwar würden nach wie vor mehr als die Hälfte aller Drogerieprodukte über andere Absatzkanäle, vor allem den Lebensmitteleinzelhandel, verkauft, doch sehe dm mit seiner Struktur und seinem Sortiment noch deutliche Wachstumschancen, ergänzte auf einer parallel laufenden Veranstaltung in Frankfurt der für das Marketing zuständige Geschäftsführer Christoph Werner. Innerhalb der Drogeriemärkte hat dm M im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Marktanteil von 51,7 auf 52,2 Prozent ausbauen können, insgesamt kletterte der Anteil an verkauften Drogerieartikeln von 22,6 auf 23,5 Prozent.

Ziel ist es dabei, im In- und Ausland gleichermaßen zu wachsen. Im vergangenen Jahr setzte dm in den 1825 Märkten in Deutschland mit knapp 7,5 Milliarden Euro 6,6 Prozent mehr um als im Vorjahr, im Ausland erhöhte sich der Umsatz um 8,1 Prozent auf 2,21 Milliarden Euro. Nachdem die 1973 von Werner Götz gegründete Kette ihr Auslandswachstum vorerst auf Ost- und Südosteuropa konzentriert hatte, will das Unternehmen spätestens 2018 auch erste Märkte in Italien eröffnen.

Neue Lieferanten sollen die Kette voranbringen

Ein wichtiger Baustein der Wachstumsstrategie sei das frühzeitige Erkennen von neuen Trends. Das gelte sowohl für die Produkte als auch für die Kommunikation oder Vertriebskanäle, erläuterte Marketingchef Werner. So setzt dm derzeit verstärkt auf Bio und Kosmetik. Nach der von Alnatura aufgekündigten Zusammenarbeit habe man im Bereich gesunder Ernährung „ordentlich Gas gegeben“ – mit Eigenmarken und neuen Lieferanten. „Das ist uns erfolgreich gelungen“, sagte Firmenchef Harsch. Ausgebaut werden soll das vegetarische, vegane und „besonders nährstoffreiche“ Angebot („Superfood“).

Von den 1000 Bio-Artikeln sind mehr als 350 von der Eigenmarke dmBio. Nach dem Bruch mit Alnatura kooperiert dm unter anderem mit den Bio-Anbietern Naturland, Veganz und Davert. Das Kosmetiksortiment baut das Unternehmen mit 400 Make-up-Produkten der Marke „NYX“ aus.

Filialnetz kräftig ausgebaut

dm steht seit der Schlecker-Pleite vor viereinhalb Jahren an der Spitze der deutschen Drogeriemärkte – vor Rossmann und Müller. Den anhaltenden Erfolg begründet dm-Chef Harsch mit „dauerhaft günstigen Preisen“, motivierten Mitarbeitern und „dass die Leute gerne bei uns einkaufen“. dm hat im vergangenen Geschäftsjahr sein Filialnetz europaweit um 125 auf 3349 Filialen in 12 Ländern ausgebaut. Beim weiteren Ausbau des Filialnetzes liebäugeln die Karlsruher auch mit Tengelmann-Standorten: „Es gibt schon einige interessante Standorte“, sagte Harsch. Im Plan für das laufende Jahr sind allein rund 90 Neueröffnungen in Deutschland vorgesehen. Im vergangenen Geschäftsjahr hat dm konzernweit 212 Millionen Euro in Filialen investiert, davon 135 Millionen Euro in Deutschland.

Zur Ertragslage macht das Familienunternehmen keine Angaben. Die Umsatzrendite – das Verhältnis vom Gewinn zum Umsatz – liegt laut Harsch seit Jahren konstant „zwischen einem und zwei Prozent“ – was einem Ertrag von 97 bis 194 Millionen Euro entsprechen würde. Bei dm arbeiteten zum Ende des Geschäftsjahres 56 537 Menschen, davon 38 890 in Deutschland.

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