Die Ermittler fanden bei einer Durchsuchung nicht nur Kokain und Bargeld, sondern auch Feinwaagen und Portioniergeräte sowie Wanzen. Foto: Marcus Brandt/dpa

Insgesamt 43 Taten werden einem Mann aus Stuttgart vor dem Landgericht vorgeworfen, viele davon fanden im Kreis Böblingen statt. Die Summen, um die es geht, sind beachtlich.

Nicht viel mehr als eine Stunde hat der Auftakt im Prozess gegen einen 43-jährigen Mann aus Stuttgart gedauert, dem die Staatsanwaltschaft Drogenhandel im großen Stil vorwirft. Nach den Berechnungen der Anklagebehörde hat der Mann rund 80 Kilogramm Marihuana sowie ungefähr 60 Kilogramm Kokain gekauft und insgesamt für mehrere Hunderttausend Euro weiterverkauft. Der Prozess wird am 3. Dezember fortgesetzt.

 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, vor allem in den Jahren 2019 und 2020 umfangreiche Geschäfte mit Marihuana und Kokain gemacht zu haben, um sich eine Einnahmequelle von Dauer und einigem Umfang zu sichern. Nach den Berechnungen der Anklagebehörde hat der Mann rund 80 Kilogramm Marihuana sowie ungefähr 60 Kilogramm Kokain gekauft und weiterverkauft. Angeklagt sind insgesamt 43 Taten. Für das Kilogramm Kokain soll er im Schnitt 30 000 Euro verlangt haben, für ein Kilogramm Marihuana 3000 Euro.

Laut Anklage war er Teil einer Bande mit mehreren Komplizen, die das Rauschgift für ihn entgegennahmen, portionierten und verkauften. Zudem soll er weitere Unterstützer gehabt haben, die seine Drogengelder in den Wirtschaftskreislauf gebracht haben und seine Geschäfte damit erst lukrativ machten. Darüber hinaus hätten zu der Bande Fahrer und Beifahrer gehört sowie Komplizen, die ihre Wohnungen als Drogendepots zur Verfügung gestellt hätten.

Die Tatorte seien ganz überwiegend in Stuttgart gewesen, aber auch in Böblingen und in Vaihingen/Enz. Die Kontakte zu Käufern und Verkäufern seien teilweise über Kryptohandys und den verschlüsselten Messengerdienst Sky ECC gelaufen. Im September 2020 seien allein 44,5 Kilogramm Marihuana aus Berlin geliefert und weiterverkauft worden, im Oktober 2020 noch einmal 21 Kilogramm. Bei den Kokaingeschäften seien teilweise Summen von 135 000 und 160 000 Euro geflossen. Zuletzt soll der Angeklagte im August vergangenen Jahres 1,4 Kilogramm Kokain verkauft haben.

Bei der Durchsuchung einer Bunkerwohnung in Stuttgart fanden Polizisten im Februar dieses Jahres 1,2 Kilogramm Kokain. In der Wohnung des Angeklagten stießen Beamte bei der Durchsuchung unter anderem auf Feinwaagen, Portioniergeräte, Funkgeräte und sogar Wanzenfinder sowie 54 000 Euro Bargeld.

Das Urteil in diesem Prozess soll nach derzeitigem Stand am 9. Dezember verkündet werden.