Die Sozialarbeiterin Ruthild Gohla hat Senioren in Giebel Tipps gegeben, worauf sie in ihren Wohnungen achten sollten. Foto: lem

Die DRK-Wohnberatung macht Vorschläge, wie Wohnungen altersgerecht umgestaltet werden können.

Giebel - Kleine Türschwellen, das morgendliche Klettern in die Badewanne oder einige Treppenstufen zum Hauseingang hinauf – was von jüngeren Menschen meist kaum registriert wird, kann im Alter zur unüberwindbaren Hürde werden. Die Wohnberatungsstelle des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hilft Menschen dabei, geeignete Lösungen zu finden, um jene Beschwernisse zu verhindern oder zu beseitigen. Die DRK-Sozialarbeiterin Ruthild Gohla hat am Dienstag im Wohncafé in Giebel darüber berichtet, welche Möglichkeiten Senioren haben, um möglichst lange sicher und selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden bleiben zu können.

„Wenn man eine Wohnung nachträglich anpasst, schafft man es nur ganz selten, komplette Barrierefreiheit hinzubekommen“, machte Gohla deutlich. „Es geht immer um Kompromisse.“ Wer in mittlerem oder höherem Alter noch einmal umziehe, sollte die neue Wohnung daher möglichst von vornherein altersgerecht bauen oder umbauen. Wer nicht extra umziehen möchte, der kann sich kostenlos vom Roten Kreuz beraten lassen, welche Maßnahmen möglich sind, um den Alltag zu erleichtern. „Auch mit einfachen Mitteln ist die Situation zu verbessern“, sagte Gohla.

Im Badezimmer könnten beispielsweise ein Haltegriff oder ein erhöhter Toilettensitz angebracht werden. Manchmal erleichtere den Alltag auch, die Papierrolle auf eine angenehme Greifhöhe zu versetzen. Mehr Aufwand bedeute es, einen Badewannenlift einzubauen. In der gesamten Wohnung sollten keine Stolperfallen wie lose Kabel oder Läufer herumliegen. Wer sich nicht von Läufern trennen könne, solle sie wenigstens mit beidseitiger Folie am Boden befestigen, so der Rat der Sozialarbeiterin.

Umbauten beantragen

Gohla betonte aber auch, dass eine altersgerechte Wohnung allein wenig nütze, wenn das Wohnumfeld nicht angepasst sei. Was bauliche Eingriffe betrifft, lohne es sich immer, auf die Baugenossenschaft oder den Vermieter zuzugehen. „Diese haben ein Interesse daran, ihre Mieter möglichst lange zu halten“, sagte sie. Ihre Erfahrung sei, dass Wohnbaugenossenschaften häufig offen für Umbauten seien. „Sprechen Sie sie an, manchmal ist eine Gesamtlösung für alle Wohnungen im Haus möglich, zum Beispiel wenn Schwellen zum Balkon ausgeglichen werden müssen.“ Auch das Anbringen einer Rampe vor dem Haus, ein Treppengeländer oder eine gute Beleuchtung seien Maßnahmen, die sämtlichen Mietern im Haus zugute kämen – neben Senioren auch Rollstuhlfahrern oder Müttern mit Kinderwagen.

Wer wissen möchte, welche Möglichkeiten in der eigenen Wohnung bestehen, kann sich an die DRK-Wohnberatung wenden. „Wir besuchen Sie dann zuhause und schauen uns in der ganzen Wohnung danach um, wo Sie Veränderungen brauchen“, erklärte Gohla. Anschließend werde ein Bericht verfasst. Dann liege es jedoch an jedem selbst, Handwerker zu beauftragen oder auf die zuständige Baugenossenschaft zuzugehen und einen Antrag zu stellen. Bei der Frage, welche Kosten anfallen und welche Zuschüsse möglich sind, beraten die DRK-Mitarbeiter. Wie viel die Pflegeversicherung bezahlt, hängt von der Pflegestufe ab. Bei jeder Höherstufung könne mit einem Zuschuss von bis zu 2557 Euro gerechnet werden, so Gohla.

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