Eine Szene, die täuschend echt aussieht. Foto:  

Das Degerlocher Rote Kreuz erklärt in einem sechsminütigen Film, wie ein Defibrillator funktioniert. Dies soll die Scheu nehmen.

Degerloch - Es beginnt ganz harmlos, wird dann aber dramatisch: Eine Gruppe von Leuten, die offensichtlich gerade zusammen Sport gemacht hat, ist an der Hohen Eiche unterwegs. Lachend unterhalten sich die Sportler, sie sind auf dem Weg zum Clubhaus des SV Hoffeld. Doch urplötzlich kippt die ausgelassene Stimmung. „Theo“, ein Mann mittleren Alters, greift sich unvermittelt an die Brust und sackt zusammen. Wenige Sekunden später liegt er am Boden und atmet nicht mehr.

Zum Glück für alle Beteiligten ist dieses Szenario nur nachgestellt. Das DRK Degerloch hat einen Film mit dem Titel „Hand aufs Herz“ gedreht, in dem „Theo“ und seine Freunde die Hauptrolle spielen. Der knapp sechseinhalb Minuten lange Streifen zeigt eine Situation, die sich täglich ereignen könnte, überall. Doch was tun, wenn jemand wirklich plötzlich Hilfe braucht, womöglich sogar wiederbelebt werden muss?

Einfache Handgriffe retten Leben

„Viele Menschen, die helfen könnten, sind unsicher, haben Angst, etwas falsch zu machen“, sagt Benjamin Zipperle vom DRK Degerloch. Dabei ist das fast nicht möglich. Vielmehr gibt es einige einfache Handgriffe, die effektiv sind und Leben retten können. Diese zeigt das Video, das die Helfer des Degerlocher DRK nicht nur auf ihre Internetseite, sondern auch auf das Videoportal „Youtube“ gestellt haben.

Darüber hinaus erklärt der Lehrfilm explizit, wie Ersthelfer einen sogenannten Automatisierten Externen Defibrillator (AED) verwenden können. Die Kästen mit den Geräten hängen an vielen Stellen in Degerloch – sie dienen dazu, Menschen mit einem Herzstillstand wiederzubeleben.

Allerdings haben die Leute, die im Notfall als Erste am Unglücksort sind, oft keine Ahnung, wie sie die Defibrillatoren bedienen sollen. „Dabei hilft es wirklich enorm, die Geräte zu benutzen“, sagt Zipperle – weil sie eben den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen können. Deshalb soll der Film in erster Linie helfen, den Menschen die Scheu vor den ihnen unbekannten Defibrillatoren zu nehmen.

Schritt für Schritt durch den Prozess der Wiederbelebung

So wird beispielsweise anschaulich gezeigt, dass die Geräte selbst erklärend sind: Sobald der Defibrillator aktiviert ist, leitet eine Computerstimme die Ersthelfer Schritt für Schritt durch den Prozess der Wiederbelebung. Diese Stimme weist die Helfer dann zum Beispiel an, den Oberkörper des Patienten frei zu machen, die Elektroden aufzukleben und den Patienten nicht zu berühren, während ein Elektroschock abgegeben wird. Im Film funktioniert das bestens: „Theo“ wird gerettet, die Rettungshelfer und der Notarzt bringen den Mann nach erfolgreicher Wiederbelebung ins Krankenhaus.

Die Idee, eine Art Anleitung für Ersthelfer in Filmform zu machen, sei „relativ spontan“ entstanden, sagt Zipperle. Ein Kollege in der Bereitschaft habe Erfahrung mit dem Medium, weil er bei einem Fernsehsender arbeite – „und so wollten wir eben die Bevölkerung darauf aufmerksam machen, wie man auf einfache Weise helfen kann“, sagt Zipperle.

DRK-Belegschaft als Schauspieler

Die Schauspieler stammen fast alle aus der eigenen DRK-Bereitschaft, zudem hat der Rettungsdienst Stuttgart das Degerlocher DRK mit einem Einsatzwagen und einem Mitarbeiter unterstützt, der im Film sich selbst spielt.

Weil der Dreh viel Spaß gemacht habe und die Resonanz auf den Film bisher durchweg positiv sei, überlegen Zipperle und seine Kollegen, vielleicht einmal wieder ein ähnliches Projekt anzugehen. Gut möglich also, dass es künftig vom Degerlocher DRK weitere Filme zu sehen gibt. Sehr schnell wird das indes nicht der Fall sein: „Das war ein richtiges Mammutprojekt. So oft können wir das nicht stemmen“, sagt Benjamin Zipperle.

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