An dem innerörtlichen Kreisverkehr in Steinheim (Kreis Ludwigsburg) sind zuletzt drei Radler von Autofahrern erfasst worden. Die Behörden sehen aber keinen Handlungsbedarf.
Der Steppi-Kreisel in Steinheim ist kein offizieller Unfallschwerpunkt. Trotzdem scheint der Kreisverkehr am Rande der Innenstadt für Radfahrer ein relativ gefährliches Pflaster zu sein. Darauf deuten zumindest die nackten Zahlen hin, die der örtliche Polizeipostenleiter Thomas Metzger jetzt im Gemeinderat präsentierte. Metzger hob dabei hervor, dass sich am Steppi-Kreisel im vergangenen Jahr „mehrere Unfälle mit leicht verletzten Radfahrern“ ereignet hätten.
Wer den Knotenpunkt häufiger passiert, mag davon nicht sonderlich überrascht sein. Gerade in den Stoßzeiten kann es für alle Verkehrsteilnehmer stressig sein, sich durch den Kreisverkehr zu manövrieren und eine Lücke zum Einscheren zu finden. Obendrein muss man die Fußgänger beachten, die jederzeit über einen der Zebrastreifen an den fünf Ästen spazieren könnten. Ein Moment der Unkonzentriertheit kann somit üble Folgen haben.
Mehr als jeder vierte Unfall mit Radlern am Steppi-Kreisel
Insgesamt wurden in Steinheim im vergangenen Jahr elf Unfälle registriert, in die Radfahrer verwickelt waren, erklärt Steffen Grabenstein, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Ludwigsburg. Drei davon, also ungefähr jeder vierte, habe sich am Steppi-Kreisel abgespielt. Zwei Personen hätten sich bei den Kollisionen Verletzungen zugezogen. Sämtliche Unfälle liefen nach demselben Schema ab. „In allen drei Fällen befanden sich die Fahrradfahrenden im Kreisverkehr und wurden von einfahrenden Pkw-Fahrenden übersehen“, berichtet Grabenstein.
Der Polizeisprecher streicht hervor, dass sich die Unfälle durchweg vormittags und bei Tageslicht ereignet hätten. Zudem sei der Kreisverkehr nach Einschätzung eines Kollegen vor Ort „an sich übersichtlich, so dass die Unfälle mit der gebotenen Aufmerksamkeit und unter Beachtung der Vorfahrtsregeln leicht vermeidbar gewesen wären“. Entsprechend sieht die Polizei keine Stellschrauben, an denen man drehen könnte, um Unglücken mit Radlern besser vorzubeugen.
Auffällig sei lediglich, dass fünf Straßen auf den Kreisverkehr zulaufen. „Das ist vergleichsweise viel und hat zur Folge, dass die Abstände zwischen den einzelnen Einfahrten kürzer sind als bei anderen Kreisverkehren mit weniger einmündenden Straßen“, resümiert Grabenstein. Für alle Verkehrsteilnehmenden bedinge das, sich vorsichtig zu verhalten.
Die Verkehrsführung mit den fünf angeschlossenen Straßen sei für kleinere Städte in der Tat eher ungewöhnlich, aber „grundsätzlich nachvollziehbar“, ergänzt Kim Welte, die bei der Stadt die Abteilung Bürgerdienste und Ordnung leitet. Prüfungen hätten zudem ergeben, dass der Kreisverkehr „regelkonform und ausreichend einsehbar“ sei. „Nach aktuellem Stand besteht daher keine Notwendigkeit für weitergehende bauliche oder verkehrsrechtliche Maßnahmen“, fasst Welte zusammen.
Zebrastreifen am Kreisel sind laut Stadt üblich
Die Leiterin des Ordnungsamts stellt ferner klar, dass auch die Kombination aus Kreisverkehr und unmittelbar angrenzenden Zebrastreifen keine Besonderheit darstelle. Dabei handele es sich um eine bundesweit „übliche und zulässige Verkehrsführung“. Gleichwohl sei jeder Unfall einer zu viel. Man behalte die Situation im Auge, um gegebenenfalls reagieren zu können.
Das wird Achim Seiter sicher gerne hören. Der Radaktivist von der Murrer Radbande sitzt schließlich häufig im Sattel. Er erkennt in dem Kreisel aber auch keine außerordentliche Gefahrenquelle, habe dort kein ungutes Gefühl. Er empfiehlt, immer wachsam zu sein und mit den Autofahrern Blickkontakt aufzunehmen. Wenn man aus der Murrer Straße oder mit viel Schwung den Berg herab aus Richtung Höpfigheim in den Kreisverkehr einbiege, scheine ihm die Situation noch am ehesten heikel. Er fahre deshalb zum Beispiel aus Höpfigheim kommend, „so weit links wie möglich, um gegebenenfalls länger gesehen zu werden“.