Jürgen Becker klärt auf Foto: dpa

Der Kabarettist Jürgen Becker zeigt im Renitenztheater erotische Bilder. Warum denn das?

Stuttgart - Der Kabarettist Jürgen Becker präsentiert an diesem Freitag im Renitenztheater sein Programm „Volksbegehren – die Kulturgeschichte der Fortpflanzung“.

Herr Becker, geben Sie jetzt Aufklärungsunterricht?

Die katholische Kirche tagt im Vatikan, weil sie ihre Triebe nicht im Griff hat. Auch die Metoo-Debatte zeigt, dass einiges im Argen liegt. Eine Kulturgeschichte der Fortpflanzung muss das Begehren mal einordnen.

Wird der Abend auch erotisch?

Optisch sehr. Ich habe Bilder zum Thema mitgebracht, die Fresken in der Sixtinischen Kapelle zum Beispiel.

Wie verknüpfen Sie Religion mit Fortpflanzung?

Darf man die Pille nehmen, soll man Kondome benutzen, darf man schwul oder lesbisch sein – mit so einem Pillepalle beschäftig sich die Kirche seit je manisch. Apostel Paulus sagt: „Wir müssen die Geschlechtlichkeit überwinden! Eines Tages werden wir nicht mehr Mann und Frau sein, sondern beides in einem!“ Hätte Paulus auch nicht gedacht, dass das mal mit Conchita Wurst gelingt.

Sie hätten eigentlich auch Lehrer werden können.

Es macht mir Freude, Wissen mit Humor zu vermitteln. Ich höre die Leute gerne lachen. Applaus kann man auch aus Höflichkeit bekommen. Lachen ist immer echt.

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