Nach der Geiselnahme in der Rechtsmedizin (links oben) flüchtet der Täter nach Fellbach, wo die Dreharbeiten mit dem verletzten Geiselnehmer (Dominik Bliefert) stattfanden. Foto: ZDF/Bavaria Fiction

Die im vergangenen Frühling auch in Fellbach gedrehte Folge „Ohne Ausweg“ der „Soko Stuttgart“ ist an diesem Donnerstag im ZDF zu sehen. Eine Fellbacherin bot ihr Haus als Drehort an.

Es war ein ganz schönes Gewusel, das im Frühjahr 2025 für einiges Aufsehen im Fellbacher Westen sorgte – mit zahlreichen Übertragungswagen und Polizeifahrzeugen, mit extra beleuchteten Hauseingängen und bundesweit bekannten Schauspielern.

 

Denn ein Wohnhaus in einer engen Parallelstraße zur Esslinger Straße war Schauplatz einer eindrucksvollen Demonstration der Ordnungsmacht – allerdings war nicht etwa eine echte Spezialeinheit angerückt, vielmehr war die „Soko Stuttgart“ vom „Hauptquartier“ in der einstigen Reiterkaserne hoch über Bad Cannstatt gen Osten zu mehrtägigen Dreharbeiten nach Fellbach ausgeschwärmt.

Besitzerin hat ihr Haus als Drehort angeboten

Dass eine Episode der beliebten Krimireihe (Einschaltquote: rund vier Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer) nun im Gebiet nahe der Umfahrungsstraße am westlichen Stadtrand spielt, hat mit dem besonderen Anliegen einer Fellbacher Anwohnerin zu tun: „Die Besitzerin des Hauses hat sich proaktiv bei uns gemeldet und ihr Haus als Drehort angeboten“, erläuterte Franziska Hoffart bereits direkt nach den Dreharbeiten auf Nachfrage unserer Redaktion. Hoffart ist Sprecherin der Bavaria-Fiction, die die „Soko Stuttgart“ im Auftrag des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) umsetzt. „Wir bespielen in Fellbach das Haus eines Geiselnehmers“, ergänzte Hoffart Ende April 2025.

Dreharbeiten im Fellbacher Garten: Monika Oschek als Anna Eisele, Ehefrau des Geiselnehmers, blickt beunruhigt die Kellertreppe hinab. Foto: Screenshot ZDF/Bavaria Fiction

Unsere Redaktion konnte mit der Hausbesitzerin sprechen, sie möchte allerdings nicht namentlich genannt werden und auch die genaue Adresse des Wohnhauses soll nicht öffentlich gemacht werden. Die Frau ist zwar durchaus Fan der „Soko“-Reihe und speziell der Folgen aus Stuttgart: „Ich gucke mir das gerne an, wenn ich Zeit habe.“ Aber dass sie andere wichtige Verpflichtungen wegen der „Soko“ verschiebe, komme eher selten vor.

In der Nähe ihres Arbeitsplatzes, erläutert die Physiotherapeutin, lag bereits vor einigen Jahren ein Flyer der Bavaria aus, wonach die Produktionsgesellschaft immer auf der Suche nach geeigneten Drehorten ist. Das könnte doch auch ihr Haus sein, sagte sich die Fellbacherin und meldete ihr Interesse per Mail an. Dann dauerte es allerdings: „Ich dachte schon, da kommt nichts mehr.“

Stattdessen trudelte die Anfrage für ihr Domizil doch noch ein – und dann ging es vor rund einem Jahr recht schnell. Zweimal kamen Vertreter des Fernsehteams „in kleinerer und größerer Besetzung“ vorbei, um sich die Örtlichkeiten im Fellbacher Westen anzuschauen – und waren offenkundig sehr zufrieden mit den Gegebenheiten, „alle Beteiligten haben am Ende Ja gesagt“.

Denn offenkundig entsprachen die Verhältnisse vor Ort ziemlich genau den Vorstellungen und Anforderungen des Autors Stephan Wuschansky, was die Räume im Haus wie auch den Garten anbetraf. Das bestätigt auch „Soko Stuttgart“-Sprecherin Hoffart: „Das Wohnhaus in Fellbach hat ideal zu den Vorgaben des Drehbuchs gepasst. Die freundlichen und hellen Wohnräume, aber auch ein Zugang zum Keller von außen, waren Pflicht.“

Und natürlich sei die Nähe zum Studio im Römerkastell südlich des Stuttgarter Stadtteils Hallschlag auch immer von Vorteil. „Je weniger Anfahrt der ganze Tross mit dem Drehmaterial, unserem Masken- und Kostümbus und unserem Catering hat, desto besser.“

In den Tagen vor dem eigentlichen Drehbeginn informierte die Bavaria noch die Nachbarschaft, die nahe Mozartstraße wurde als Fuhrpark genutzt. „Das waren zwei sehr spannende Tage“, erinnert sich die Eigentümerin des Hauses. „Die hatten wahnsinnig viel Technik dabei, alles war super organisiert und verlief reibungslos, das Zeitmanagement war hervorragend, damit die ihr Pensum auch in zwei Tagen schaffen.“

Alle Beteiligten unter der Leitung des Regisseurs Daniel Helfer waren total fokussiert bei der Sache, ohne Hektik zu verbreiten: „Sie waren allesamt sehr freundlich.“ Das traf insbesondere auf Astrid M. Fünderich zu, die als „Soko“-Leiterin Martina Seiffert im Haus auf der Pirsch nach dem Geiselnehmer war und „eine sehr sympathische Ausstrahlung“ hatte, so die Wohnungsbesitzerin.

Sie hätte auch ausziehen können, berichtet die Fellbacherin, aber weil sie die Dreharbeiten ja gerne zumindest über die Schultern der Kameraleute hinweg miterleben wollte, blieb sie trotz der kleinen Unannehmlichkeiten zu Hause. „Es war für mich das erste Mal, dass ich so nah mit Fernsehaufnahmen in Kontakt gekommen bin, bisher habe ich als ähnliche Veranstaltung nur mal eine Opernführung im Großen Haus in Stuttgart erlebt.“

Erste Folge mit der neuen Ermittlerin Toni Kidane

Welcher Plot der auch bei ihr gedrehten Folge zugrunde liegt, das hat sie grob schon in Erfahrung bringen können. Es geht um eine Geiselnahme in der Stuttgarter Rechtsmedizin. Neben dem Gerichtsmediziner Dr. Benedikt Förster (Florian Wünsche) gerät auch die neue Kriminalkommissarin Toni Kidane (verkörpert von Iman Tekle) in die Fänge des Geiselnehmers Frank Eisele.

Einstieg bei der „Soko Stuttgart“: Die neue Kollegin Toni Kidane (Iman Tekle, re.) stellt sich Kriminaldirektor Michael Kaiser (Karl Kranzkowski, li.), der Ersten Kriminalhauptkommissarin Martina Seiffert (Astrid M. Fünderich) und Kriminalkommissar Rico Sander (Benjamin Strecker) vor. Foto: ZDF/Bavaria Fiction

Dessen Wohnort ist, wie die Soko alsbald herausfindet, dann das Haus in Fellbach, das nun von der Polizei natürlich gründlich ins Visier genommen wird und in dem Kriminalhauptkommissarin Martina Seiffert (dargestellt von Astrid M. Fünderich) die Ehefrau und die Tochter des flüchtigen Täters intensiv befragt.

Auch wenn die Folge „Ohne Ausweg“ bereits auf der ZDF-Mediathek zu sehen ist, möchte die Hausbesitzerin lieber auf die lineare Ausstrahlung am frühen Donnerstagabend warten: „Das passt einfach besser“, meint sie, wenn sie am 22. Januar gegen 18 Uhr gleichzeitig mit Millionen anderen „Soko Stuttgart“-Liebhabern gespannt über die Auflösung des Falls rätselt – und erfährt, ob ihr Haus als tauglicher Drehort angemessen zur Geltung kommt.