Mit viel Glitz und Glamour: Am Freitagabend hat die neue Show „Dream Factory“ im Friedrichsbau Premiere gefeiert.
Hollywood, irgendwann in den 1940ern: In einem Filmstudio hat sich eine Crew versammelt; der Kameramann, diverse Assistentinnen, eine Truppe von Showgirls für die Tanzeinlagen und der Filmkomponist mitsamt seines Flügels. Doch ausgerechnet die wichtigste Person am Set, der Regisseur, verspätet sich! Was jetzt? - Eine gute Gelegenheit, um eine kleine Party zu feiern und ein paar Kunststücke zu proben, meint die Truppe. So stellt sich Ralph Sun, Regisseur der neuen Friedrichsbau-Revue „Dream Factory“ das bunte Treiben an einem fiktiven Set zur goldenen Ära Hollywoods vor. Vor einer zweiteiligen Showtreppe sitzt Markus Schimpp, Conférencier des Abends, an seinem eleganten Instrument, und stimmt das versammelte Ensemble mit dem verträumten US-Schlager „Mr. Sandman“ auf die Zeitreise ein. Dass der Song erst 1954 geschrieben wurde und somit mindestens zehn Jahre nach dem für die Revuehandlung angesetzten Zeitraum datiert ist, stört nicht weiter. Ralph Sun nimmt es mit historischen Details nicht immer genau; wer penibel hinschaut, findet ästhetische Versatzstücke aus den 1930ern bis späten 1940ern, die Musikauswahl reicht bis in unsere Zeit. Immerhin werden moderne Songs wie „Toxic“ (Britney Spears) für die Show in historisch anmutenden Arrangements mit charakteristischen Bläsern vom Band eingespielt.
Zum im Original donnernden, hier lasziv weichgespülten Hit „Seven Nation Army“ des Rock-Duos „The White Stripes“ rekelt sich die Ukrainerin Oleksandra Leuta geschmeidig in Glitzertop und schwarzer Hose an der Pole-Stange. Nahtlos geht es weiter mit einer Tanzeinlage des Revue-Balletts aus Großbritannien. Fünf hervorragende, auch mimisch überzeugende Tänzerinnen würzen die Show mit koketten Nummern in teils opulenten Kostümen. Die Diva am Filmset verkörpert die Deutsche Fanny Di Favola als Königin des Striptease, die sich mit Eleganz und Charme ihrer kostbar glitzernden Roben entledigt. Die angenehm historisch angelegte Burlesque-Nummer wird bei der Premiere am Freitagabend vom Publikum allerdings mit nur schüchternem Applaus bedacht. Den ersten Begeisterungssturm des Abends erntet dagegen der unglaublich rüstige, 73-jährige Ungar Lui Nereus mit seiner beschwipsten Slapstick-Akrobatik in lichter Höhe. Nereus turnt behende mit, an und auf einem extrem hohen, biegsamen Laternenpfahl. Besonders sympathisch ist der Auftritt der jonglierenden Tänzerin Marta Paley aus Russland, die mit viel Humor Schachteln und falsche Brüste in der Luft hält. In der Traumfabrik Hollywood ist eben alles möglich!
„Dream Factory“ Weitere Termine und Infos unter https://www.friedrichsbau.de/