Die besten Orte zum Kastanien-Sammeln, legales Äpfelernten auf fremden Streuobstwiesen: Wir geben konkrete Tipps für Stuttgart, wie man mit Kindern draußen – und zuhause kreativ sein kann.
Eines Morgens wacht man auf und weiß mit unumstößlicher Gewissheit „Jetzt ist es Herbst“. Zum Stubenhocker muss man aber auf keinen Fall werden, nur weil die Tage kürzer werden. Besonders mit Kindern kann man wunderbar größere und kleinere Ausflüge unternehmen und in der Natur die Schätze des Herbstes einsammeln, um zu Hause daraus etwas zu basteln oder backen.
Wir haben ein paar Anregungen zusammengestellt, wie man den Herbst draußen und drinnen gut verbringen kann.
1. Kastanien sammeln
Sie sind groß und glänzend, eben echte Schätze! Die besten öffentlich zugänglichen Orte in Stuttgart, um die braunen Früchte zu sammeln, sind am Karlsplatz in der City, am Eugensplatz in Stuttgart-Mitte, im Schlossgarten, im Rosensteinpark, auf Schloss Solitude und entlang der Alten Untertürkheimer Straße in Bad Cannstatt, direkt vor dem Motorenwerk (dort verläuft ein Rad- und Fußweg).
Idee: Was, außer den klassischen Kastanienmännchen, von denen man nie weiß, wohin damit, lässt sich aus Kastanien noch basteln? Wie wäre es mit süßen Stift-Toppern! Man braucht: Kastanien, Holzstifte, einen Kastanienbohrer, Moosgummi, eine Schere, eine Heißklebepistole oder Bastelkleber, Filzstifte.
Anleitung: Mit einem Kastanienbohrer ein Loch in die Kastanie drehen (so, dass der weiße Fleck später nach vorne zeigt) und etwas weiten. Dann auf den Stift stecken. Ohren, Nasen, Barthaare aus Moosgummi ausschneiden und mit einer Heißklebepistole oder einem Bastelkleber anbringen. Mit Filzstiften Schnauzen und Augen aufmalen.
2. Wildtiere in der Stadt suchen
Stuttgart ist für zahlreiche Wildtiere wegen des Nahrungsangebots und der vielfältigen Lebensräume besonders attraktiv. Zwei herausragende Arten sind die Gelbkopfamazone und der Feldhase. Also: auf geht es in den Rosensteinpark, in dem beide Arten vorkommen.
Idee: Die Hasengemeinschaft im Rosensteinpark und im Schlossgarten gilt als die größte städtische Population in Deutschland. In Stuttgart fühlen sich aber auch Arten wohl, die hierzulande eigentlich nichts zu suchen haben. Dazu gehören etwa die Gelbkopfamazonen, die in ihrer mexikanischen Heimat stark bedroht sind.
Aufgabe an die Kinder: Zähle, wie viele Feldhasen und Gelbkopfamazonen du siehst und überlege in Ruhe zuhause, welche sonstigen Wildtiere in Stuttgart leben.
3. Früchte ernten
In einigen Stadtteilen werden dieses Jahr Bäume, die von allen geerntet werden dürfen, mit gelben Bändern versehen. OB Frank Nopper hat in der letzten Sitzung des „Runden Tischs Landwirtschaft“ vorgeschlagen, Obstbäume zum Ernten freizugeben und entsprechend zu kennzeichnen. Das Garten-, Friedhofs- und Forstamt hat nun im Stadtbezirk Weilimdorf, in den Stadtteilen Hausen und Giebel sowie den Gewannen Rappach, Steinröhre und Wolfbusch, Hubertusweg, dafür geeignete Bäume ausgewählt. Die Bäume, die geerntet werden dürfen, sind an den Stämmen mit gelben Bändern markiert. Das Verfahren ist zunächst auf das Jahr 2022 beschränkt. Wenn es sich bewährt, soll es aber in den nächsten Jahren fortgesetzt werden. Zudem gibt es im Internet die Seite mundraub.org. Das ist eine Plattform für alle, die heimisches Obst im öffentlichen Raum entdecken wollen.
Idee: Mit den geernteten Äpfeln können dann alle zusammen den weltbesten Apfelkuchen backen.
Rezept:
Für den Boden: 200 Gramm Mehl, 60 Gramm Zucker, 1 TL Backpulver, 1 Ei, 100 Gramm Butter.
Für die Füllung: 3 Äpfel, ein halber Liter Apfelsaft, eineinhalb Päckchen Vanille-Puddingpulver, 100 Gramm Zucker, 400 Milliliter Sahne, 2 Päckchen Sahnesteif, Zimtzucker nach Bedarf zum Bestäuben.
Zubereitung: Kleine Springform (20 Zentimeter Durchmesser) fetten. Ofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Für den Boden Mehl, Zucker, Backpulver, Ei und Butter mit Knethaken zu einem Teig verkneten. Teig auf den Boden der Form ausrollen. Etwa 10 Minuten vorbacken. Für die Apfel-Pudding-Füllung die Äpfel schälen, entkernen und in Würfel schneiden. Kurz in wenig Wasser dünsten. Apfelstückchen auf dem vorgebackenen Tortenboden verteilen. Einen kleinen Teil des Apfelsafts mit dem Puddingpulver verrühren. Restlichen Apfelsaft mit Zucker aufkochen, die Puddingmasse einrühren und alles noch einmal kurz kochen lassen. Pudding auf die Äpfel gießen. Die Torte bei 180 Grad weitere 30 Minuten backen. Einige Stunden kühl stellen. Torte nach der Kühlzeit vom Rand der Springform lösen. Den Rand oder einen Tortenring dann wieder ansetzen. Die Sahne sehr steif schlagen, dabei Sahnesteif einrieseln lassen. Sahne auf dem Apfelkuchen verteilen, glatt streichen und mit reichlich Zimt-Zucker bestäuben.
4. Einen Waldspaziergang machen
Wald gibt es fast überall rund um Stuttgart, und Kinder finden dort immer fast ganz von alleine eine Beschäftigung: Vom Pilze Bestaunen, Lager Bauen bis zum Stöcke durch die Gegend Schleppen ist alles dabei. Und natürlich muss man unbedingt die schönsten Blätter sammeln und mit nach Hause bringen! Wer findet das knallroteste? Gibt es auch gefleckte? Welches hat die lustigste Form? Und woran erinnert es? Wer den Kindern noch ein paar Anreize mehr bieten will, der kann zum Haus des Waldes (Königsträßle 74 in Degerloch) spazieren. Auf 1,3 Kilometern führt dort dann der Walderlebnisweg Sinneswandel die Besucherinnen und Besucher mitten hinein in den Wald. Auf dem Rundweg kann man den Wald mit allen Sinnen erfahren und viel ausprobieren. Fünf Stationen bieten Informationen rund um den Wald und laden ein, den Weg vom Sämling bis zum Holzprodukt intensiv zu erleben: durch tasten und fühlen, zuhören und lesen. Zudem kann man sich im Haus des Waldes die Ausstellung anschauen (Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Sonn- und Feiertagen: 1. November bis 31. März : 10 bis 17 Uhr, 1. April bis 31. Oktober: 10 bis 18 Uhr), der Eintritt ist kostenlos.
Idee: Tierbilder aus Blättern. Man braucht: Viele bunte Herbstblätter in den unterschiedlichsten Farben und Formen, Bastelkleber, Schere, Tonpapier, Holz- oder Filzstifte, weißes Papier, Wackelaugen.
Anleitung: Überlegt euch, wie man die Blätter anordnet, damit ihr daraus Tiere bilden könnt. Klebt die Blätter dann auf ein weißes Blatt Papier und vervollständigt euer Tier nach Belieben mit Tonpapier, Farben und Wackelaugen. Natürlich könnt ihr auch lustige Fantasiewesen und Monster basteln.